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Oranienburg Das Ringen um Fachkräfte
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18:52 21.11.2018
Bildungsministerin Britta Ernst in Oranienburg am Mikrofon. Quelle: Stefan Blumberg
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Oranienburg

Fachkräfte braucht das Land! Jede Menge Fachkräfte. In allen Branchen. Doch woher nehmen? Sigunde Kühne weiß es auch nicht so richtig. Die Geschäftsführerin des Hotels an der Havel in Oranienburg ist seit acht Jahren in dem Haus tätig, seit dem Jahr 2015 hat sie es gepachtet. „Im ersten Jahr hatten wir zehn Auszubildende, 2015 nur noch fünf und 2017 gar keinen mehr“, sagte sie am Dienstagabend bei der DiskussionsrundeFachkräfte gesucht!“ im Oberstufenzentrum Georg Mendheim in Oranienburg, zu welchem die Friedrich-Ebert-Stiftung eingeladen hatte. Bildungsministerin Britta Ernst, Landrat Ludger Weskamp, der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann (alle SPD), der Bildungs-Geschäftsführer der IHK Potsdam, Wolfgang Spieß, und eben Sigunde Kühne legten ihre Sicht der Dinge dar und beantworteten Fragen aus dem Auditorium. Sie sprachen über Strategien für eine frühzeitige Berufs- und Studienorientierung von Jugendlichen und welche regionalen Kooperationen zwischen Schule, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft helfen können, Fachkräfte aus der Region für die Region auszubilden.

„Ab 16 Uhr arbeiten wollen sie nicht“

„Wir sind ein Haus mit 133 Betten, arbeiten 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr. „Das wollen Jugendliche nicht“, stellt sie immer mehr fest. „Ich möchte Lehrlinge ausbilden“, sagte die Unternehmerin. Uta Gerber von der Lebenshilfe Oberhavel Süd machte dieselben Erfahrungen: „Es mangelt nicht an Bewerbern. Aber irgendwann stellen sie fest, dass die Arbeit ab 16 Uhr beginnt. Das wollen sie nicht.“

Die Attraktivität der Berufe müsse erhöht werden, war ein Resultat aus der Runde. Björn Lüttmann: „Wir müssen die Anerkennung dieser Berufe steigern.“ Britta Ernst sieht das genauso, glaubt aber, „dass es schwierig ist, einen entsprechenden Ausgleich für den Mehraufwand hinzubekommen. Wir müssen dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehört, dass Azubis für ihre Ausbildung nicht bezahlen müssen, sondern Geld bekommen. In der Imagefrage sind wir auf einem guten Weg.“

Zahl der Schulabgänger steigt seit Jahren

Landrat Ludger Weskamp glaubt, dass die Attraktivität durchaus gegeben sei. „In der Kreisverwaltung bezahlen wir Auszubildende besser als anderswo. Sie wohnen in  der  Region.  Wir  bieten sechs bezahlte Studienplätze an“, zählte er auf.  Aber es würden auch Studenten abbrechen, weil sie nicht regelmäßig nach Gera fahren wollen, wo ein Teil  des  Studiums stattfindet. Er wolle den vielfach bemühten demografischen Wandel nicht gelten lassen. „Seit zehn Jahren steigt die Zahl der Schulabgänger im Kreis um fünf Prozent. Vielmehr macht mir Sorge, dass im Jahr etwa 1000 junge Menschen ihre Ausbildung nicht in Oberhavel machen.“ Trotzdem sehe er nicht schwarz, sondern bricht eine Lanze für die Jugend.

Schwänzerei entgegenwirken

Qualität und Attraktivität waren die Schlagworte der Runde. Wolfgang Spieß sagte, dass 320 000 Euro für die Berufsorientierung an Schulen ausgegeben wurden, es die Kampagne „Mach es in Brandenburg“ gibt. Britta Ernst informierte über den Versuch, der Schwänzerei entgegenzuwirken. Die Vorbildwirkung der Eltern sei zu 80 Prozent entscheidend, welchen Weg die Kinder gingen („Hartz IV ist kein Beruf“). Kilian Gröchel kritisierte die Ausbildungsmesse Youlab („Da quälen sich die Schüler durch.“), die Ex-Abiturientin Gina Michelczak, dass sie in ihrem Schulleben nur sechsmal Kontakt zur Berufswahl hatte.

Von Stefan Blumberg

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