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Oranienburg Ministerin greift zur Mörtel-Kelle
Lokales Oberhavel Oranienburg Ministerin greift zur Mörtel-Kelle
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22:22 31.07.2019
Nach der Kelle griff Bauministerin Kathrin Schneider zum Hammer für die symbolischen Schläge auf den Grundstein. Quelle: ENRICO KUGLER
Oranienburg

„Diesmal durfte ich auch Scheine reinlegen“, freut sich Bernd Jarczewski, der Chef der Wohnungsbaugesellschaft Oranienburg (Woba). Denn bei einem Investitionsvolumen von 19 Millionen Euro allein für den ersten Bauabschnitt, konnte der Inhalt der Zeitkapsel für den Grundstein etwas großzügiger ausfallen. So kamen mehr als nur die sonst üblichen Münzen, Baupläne und aktuellen Tageszeitungen in das Kupferrohr, das anschließend wasserdicht verlötet wurde.

Gebaut werden an der Walther-Bothe-Straße und der künftigen Emil-Büge-Straße sechs einzelne Häuser. „Diese Bauweise macht es teurer“, sagt der Woba-Geschäftsführer. Darüber hinaus kosteten Munitionssuche und die Beseitigung der Hinterlassenschaften der einstigen sowjetischen Garnisionsstadt etwa eine Million.

Sozialer Wohnungsbau statt Wohneigentum

Zudem wurde die ehemalige Werkssiedlung der Heinkel-Werke aus den 1940-er Jahren restlos abgetragen. Bernd Jarczewski zeigt sich aber zufrieden mit der gefundenen Lösung, die nun doch nicht dem Siegerentwurf des 2013 ausgeschriebenen Städtebaulichen Wettbewerbs folgt. Denn die favorisierten Planer aus Wien hatten ursprünglich einen großen Anteil an Eigentumswohnungen vorgesehen. „Wir wollen uns aber im sozialen Wohnungsbau engagieren“, begründet Jarczewski, warum sie sich nun mit einem neuen Architekten dort selbst engagieren.

WoBa-Grundsteinlegung in der Emil-Büge-Straße durch Ministerin Kathrin Schneider. Quelle: ENRICO KUGLER

Gut vier Monate sind seit dem ersten Spatenstich am 15. März zum bisher größten Neubauprojekt der Woba vergangen. Am Mittwoch griff die Landesministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Kathrin Schneider (SPD), selbst zur Mörtel-Kelle und legte den ersten Grundstein.

Aus ihrem Ressort kam ein Zuschuss von zwei Millionen Euro und über die Landes-Investitionsbank ein Darlehen von zwölf Millionen Euro. Die Förderung findet sie wichtig: „Wir wollen gemischte Wohngebiete, und dass die Mieten nicht durch die Decke gehen.“ Sie sieht Oranienburg auf dem richtigen Weg und verweist auf die laufende Erweiterung der nahen Havelschule. Kitas, Spielplätze und andere Bauten sollten folgen.

Mit dem Wohnungsbau soll auch die Infrastruktur Schritt halten

Damit ist sie sich einig mit Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos), der mahnt: „Eine Stadt macht es lebenswert, wenn eine bunte Vielfältigkeit geschaffen wird.“ Jedoch müsse das derzeitige Wachstum im Wohnungsbau auch mit dem Ausbau der Infrastruktur Schritt halten: „Jedes Bauen zieht Straßen, Kitas und andere Einrichtungen nach sich. Am Ende reden wir über Geld.“

Woba-Grundsteinlegung in der Emil-Büge-Straße: „Diesmal durfte ich auch Scheine reinlegen“, freut sich Bernd Jarczewski, der Chef der Wohnungsbaugesellschaft Oranienburg. Quelle: ENRICO KUGLER

Das weiß ebenfalls der ausführende Architekt Oliver Langhammer: „Wir müssen eine hohe städtebauliche und architektonische Qualität erreichen, sonst will dort niemand leben“, denkt er an Spielplätze und Sitzbereiche. Auch er will „keine Ghettos für reiche oder arme Menschen“. Soziale Wünsche begleiteten ebenso die Worte von Alexander Laesicke, als er die Mörtel-Kelle von der Ministerin übernahm: „Viele glückliche Familien, viele Senioren und dass hier viele neue Oranienburger gezeugt werden“, sagte er mit jedem symbolischen Schlag auf den Grundstein.

Die Groth-Gruppe wird nun mit den Rohbauten beginnen. Schon im Frühjahr 2021 sollen die Mieter in die Wohnungen einziehen. In den folgenden Jahren plant die Woba weitere Wohnungen in drei Bauabschnitten. Für die neue Weiße Stadt sind insgesamt 70 Millionen Euro veranschlagt.

Von Matthias Busse

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