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Oranienburg Das war die Unwetternacht in Oberhavel
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17:50 12.06.2019
Unwetternacht in Oberhavel: Wie hier über Leegebruch zog in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch eine breite Unwetterfront über den Landkreis Oberhavel hinweg. Quelle: Privat/Bella Marie
Oberhavel

Eine Unwetternacht der Sonderklasse liegt hinter dem Landkreis Oberhavel. Besorgniserregende Wolken in den verschiedensten Farbschattierungen türmten sich Dienstagabend (11. Juni) ab 21 Uhr über der Region auf, wenig später begann es zu blitzen und donnern, gingen Regen und Wind mal mehr, mal weniger stark über Oberhavel nieder. Bis in die frühen Morgenstunden dauerte das Unwetter an und beschäftigte Rettungskräfte und Bewohner stundenlang.

Stundenlang hielten Blitz und Donner, Regen und Wind in der Nacht von Dienstag (11. Juni) zu Mittwoch (12. Juni) Rettungskräfte und Einwohner Oberhavels in Atem. Zahlreiche MAZ-Leser hielten das Naturschauspiel auf Fotos fest. Wir zeigen die beeindruckenden Bilder in unserer Galerie.

Blitzeinschläge und Dachstuhlbrände in zwei Einfamilienhäusern

Bei der Polizei gingen zwischen Dienstagabend, 22 Uhr, und Mittwochmorgen, 5 Uhr, nach ersten Erkenntnissen neun witterungsbedingte Einsatzmeldungen ein, wie Polizeisprecher Stefan Rannefeld am Mittwochmorgen resümierte. Nach ersten Erkenntnissen wurden zwei Einfamilienhäuser in der Region, davon eines in Oranienburg, von Blitzeinschlägen getroffen.

So geriet in der Haydnstraße in Schildow ein Dachstuhl gegen 2 Uhr durch einen Blitzeinschlag in Brand. Zum Zeitpunkt des Feuers befand sich das dort wohnende Ehepaar im Haus. Der 65-jährige Bewohner versuchte noch, mit einem Gartenschlauch den Brand zu löschen und verletzte sich dabei. Zur weiteren Untersuchung wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Durch Kameraden der Feuerwehr wurde der Brand letztlich gelöscht. Das Haus ist nach derzeitigem Stand nicht mehr bewohnbar. Die Schadenshöhe wurde zunächst nicht bekannt.

Auch in der Oranienburger Chaussee in Schmachtenhagen schlug ein Blitz in die Satellitenschüssel eines Wohnhauses ein, wodurch sich im Dachstuhl ein Feuer entfachte. Alle Bewohner des Hauses wurden evakuiert und kamen bei Verwandten unter. Auch dieses Haus ist nach Informationen der Polizei zunächst nicht mehr bewohnbar. Eine Schadenshöhe konnte auch hier zunächst noch nicht bekannt gegeben werden.

Autofahrer von herabfallendem Ast getroffen

Zudem sorgte die Wetterfront auf mehreren Straßen in der gesamten Region für umgestürzte Bäumen sowie herabgefallene Äste. Feuerwehr und Polizei waren stundenlang im Dauereinsatz, räumten immer wieder Astwerk von den Straßen. Auf der B96 nahe des Abzweiges Großmutz wurde der Pkw Citroen eines 27-Jährigen von einem herabfallenden Ast getroffen. Der Fahrer hatte großes Glück im Unglück und kam mit dem Schrecken davon, er blieb unverletzt. Sein Fahrzeug war jedoch nicht mehr fahrbereit und musste geborgen werden. Nach ersten Erkenntnissen entstand ein Sachschaden von rund 1000 Euro.

Auf der Straße nach Linumhorst musste die Feuerwehr mehrere schwere Äste von der Fahrbahn räumen.

Keine Entwarnung für Mittwoch

Für Mittwoch, den 12. Juni, gab es laut Stand am frühen Morgen für den gesamten Landkreis Oberhavel zunächst keine amtliche Wetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD), weder für nahende Unwetter noch Hitzewarnungen. Kurz nach 9 Uhr veröffentlichte der DWD dann eine Vorabinformation mit der Warnung vor Unwetter und schwerem Gewitter, welches im Laufe des Tages zwischen 13 Uhr bis Mitternacht angekündigt wurde. Ab dem frühen Nachmittag entwickeln sich wieder teils heftige Gewitter, die sich zu einer größeren Gewitterlinie zusammenschließen können, hieß es seitens des DWD. Dabei sei unter anderem auch mit großem Hagel (2-5 cm), schweren Sturmböen (bis 100 km/h) und heftigem Starkregen (25 bis 40 Liter/Quadratmeter in kurzer Zeit) zu rechnen. Zudem nehme im Verlauf des Gewitters die die Gefahr von Orkanböen um 120 km/h zu. Die Gewitter sollen laut DWD voraussichtlich in der ersten Nachthälfte nach Polen abziehen.

Vorsicht vor losen Ästen

Zu achten ist im Zuge der Großwetterlage in der vergangenen Nacht auf möglicherweise lose Äste u.ä., die sich im Verlauf der nächsten Stunden und Tage noch lösen und herabfallen können. Daher ist beim Aufenthalt im Bereich von insbesondere großen Bäumen derzeit besondere Sorgfalt walten zu lassen.

Update: Ergänzungen mit Informationen der Polizei zu den beiden von Blitzeinschlägen betroffenen Häusern sowie dem Pkw-Unfall mit einem herabfallenden Ast um 17.28 Uhr.

Von Nadine Bieneck

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