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Oranienburg Beengte Verhältnisse in der Feuerwache Friedrichsthal
Lokales Oberhavel Oranienburg Beengte Verhältnisse in der Feuerwache Friedrichsthal
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17:56 22.01.2019
In der Friedrichsthaler Wache ist es so eng, dass die Türen des TSF-Ws nicht vollständig geöffnet werden können. Quelle: Ulrike Gawande
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Friedrichsthal

Papier sei geduldig, erklärte Friedrichsthals Ortsvorsteher und Oranienburgs stellvertretender Stadtwehrführer Jens Pamperin beim Vor-Ort-Termin des Bauausschusses in der Friedrichsthaler Feuerwache am Montag. Daher wolle man den Abgeordneten direkt vor Ort die beengten Verhältnisse in der Wache vor Augen führen.

Sondersitzung des Bauausschusses Oranienburg in der Feuerwache Friedrichsthal Quelle: Ulrike Gawande

23 Aktive gehören zur Friedrichsthaler Wehr. Dazu kommen 19 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, acht bei der Kinderfeuerwehr und fünf in der Alters-und Ehrenabteilung. Nahezu alle Kameraden waren am Montag vor Ort. Während die Jugendlichen im Umkleideraum der Aktiven Erste Hilfe trainierten, führten die anderen durch die Wache, in der man bewusst die beiden Fahrzeuge der Wehr, einen Mannschaftstransportwagen MTW und ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W, stehen gelassen hatte.

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Beengte Verhältnisse in der Feuerwache Friedrichsthal Quelle: Ulrike Gawande

So waren für jeden die engen räumlichen Bedingungen zu sehen. So reichen weder die Spinde im Umkleideraum für die Aktiven aus, die auch nicht alle Platz im Schulungsraum finden, der Ortswehrführer teilt sich das Büro mit dem Ortsvorsteher und die Jugendlichen müssen sich sogar in der Fahrzeughalle umziehen.

Der Dienst der Jugendfeuerwehr findet im Umkleideraum der Aktiven statt. Quelle: Ulrike Gawande

Zudem haben sie gelernt, dass sie bei einem Alarm während ihres Dienstes sofort die Treppe hochlaufen müssen, um den Raum für die Aktiven frei zu machen, berichtet Felix Bugiel, Leiter der Jugendfeuerwehr. Größtes Problem ist jedoch die Enge in der Fahrzeughalle, wo sich die Türen des TSF-W neben den Spinden der Jugendwehr nicht vollständig öffnen lassen.

Die Türen des TSF-Ws lassen sich nicht vollständig öffnen. Quelle: Ulrike Gawande

Vorgeschrieben wäre ein Abstand von 50 Zentimentern zwischen geöffneter Tür und Wand, erklärte Robert Kroha, der für die Firma Luelf & Rinke Sicherheitsberatung GmbH die zweite Fortschreibung des Gefahrenabwehrbedarfsplanes erstellt hatte, der am Abend in der Bauausschusssitzung beraten und einstimmig empfohlen wurde.

Bei der Friedrichsthaler Wehr geht es eng zu. Quelle: Enrico Kugler

In diesem Plan steht daher zu lesen, dass beim Zustand der Friedrichsthaler Wache ebenso dringender Handlungsbedarf bestehe, wie bei der Wache in Zehlendorf, bei der die Tordurchfahrten und die Stellplatzgröße bemängelt werden. In Friedrichsthal gebe es zudem keine sogenannten Alarmparkplätze und es gebe Probleme mit der Gebäudesubstanz wegen Feuchtigkeitsschäden. Laut Gefahrenabwehrbedarfsplan sei man bei diesen beiden Wachen weit weg vom geforderten Standard. Robert Kroha: „Hier ist ein Neubau nötig.“Überlegenswert sei ein gemeinsamer Standort der Wehren in Malz und Friedrichsthal.

Die Feuerwache Friedrichsthal Quelle: INGO PAHL

Ein Umstand der sowohl dem Bauausschuss, als auch Oranienburgs Bauamtsleiter Frank Oltersdorf seit Jahren bekannt ist. Doch derzeit sei kein Geld für eine Erweiterung oder einen Neubau vorhanden. Die benötigten Kitas und Schulen gingen vor. Umso besser, dass bei allen anderen Wachen, bis auf Germendorf und Lehnitz, nur ein geringer Handlungsbedarf besteht. Robert Kroha betonte jedoch, dass der Erhalt aller Wachen notwendig sei, um bei den durchschnittlich 622 Einsätzen pro Jahr in der Stadt Oranienburg den hauptamtlichen Kräften zur Seite zu stehen. Bewährt habe sich zudem die gleichzeitige Alarmierung mehrerer Einheiten. Er empfahl zudem drei Tagesdienststellen zu schaffen: Eine für den stellvertretenden Stadtbrandmeister, für den Leiter der Gerätewarte und eine Stelle für Mitgliederwerbung und Aus- und Weiterbildung.

Von Ulrike Gawande

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