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Oranienburg Frust über Innenstadt: „Der Entwicklung nicht weiter hinterherhängen“
Lokales Oberhavel Oranienburg Frust über Innenstadt: „Der Entwicklung nicht weiter hinterherhängen“
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16:58 30.05.2019
Die Oranien-Apotheke in Oranienburg wurde vor drei Wochen geschlossen – nach über 100-jährigem Bestehen. Quelle: FOTO: Stefan Blumberg
Oranienburg

Was ist die Oranienburger Innenstadt? So richtig definieren kann das wohl niemand. Zumindest gibt es unterschiedliche Auffassungen. Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) hat die Meinung, dass die Innenstadt am Bahnhof beginnt. „Geht sie bis zur Hauptkreuzung an der Sachsenhausener Straße? Bis zum Schloss? Oder gar bis zur Kirche?“, fragte er kürzlich beim 10. Innenstadttreff Oranienburgs, zu dem er eingeladen worden war. Er selbst habe eine Vision, sagte er vor etwa 40 Gästen. „Ich werbe für eine dritte Havelquerung.“ Nur so würde der Verkehr in der Bernauer Straße beruhigt werden. Eine richtige Fußgängerzone sieht er jedoch vielmehr im Bereich Fischerkiez und Louise-Henriette-Steg – mit Gastronomie, Einzelhandel, Wohnungsbau und einem Zugang zum Wasser.

„Die Innenstadt hört nicht an der Brücke auf“

Christian von Reichardt, Inhaber von Möbel-Paeske, legte bei der Definition der Innenstadt sein Veto ein (sein Geschäft liegt in der Bernauer Straße jenseits der Bahnbrücke Richtung Schmachtenhagen; die „City“ liegt diesseits der Bahnbrücke). „Die Innenstadt hört nicht an der Brücke auf, sie geht mindestens bis zur André-Pican-Straße. Hunderttausende Besucher bewegten sich jährlich auf dem Abschnitt, weil sie zur Gedenkstätte wollen. Das ist unser Schaufenster.“

„Wir reden seit 20 Jahren über Stadtentwicklung“

Tenor der Unternehmer wie Optiker Andreas Wiersma: „Wir reden schon 20 Jahre über die Stadtentwicklung. Aber die Bernauer Straße ist auf keiner Seite gut entwickelt. Wir müssen endlich mal Gas geben, um eine Entscheidung zu fällen. Es gibt keinen Anreiz, ein Geschäft zu eröffnen. Solch einen Leerstand wie jetzt hatten wir noch nie.“ Neu dazugekommen ist die Oranien-Apotheke, die am 11. Mai nach mehr als 100 Jahren die Tür für immer schloss. Ein Anker, der verschwunden ist.

Aufenthaltsqualität ist nötig

Philipp Gall, Leiter des IHK-Regionalcenters in Oberhavel, meint: „Wir brauchen hier in der Stadt eine Aufenthaltsqualität, um Besucher anzulocken, zum Beispiel mit einem Zugang zum Wasser. Der Fischerkiez wäre dazu prädestiniert.“ Für den Bereich um den Fischerkiez wurde schon einmal ein Ideenwettbewerb angeschoben, jedoch wegen der Wahlen zurückgezogen.

„Parkraumveränderung war Fehlentscheidung“

Bäcker Karl-Dietmar Plentz machte die Parkraumveränderung (Parkausweise), insbesondere in der Mittelstraße, als Ursache für die sich verschärfende Situation in der City aus. „Das war eine Fehlentscheidung. Unkompliziertes Parken ist gar nicht möglich, auch wenn die P&R-Anlage sicherlich eine gewisse Entlastung schafft. Anne Schumacher plädiert für ein gescheites Parkleitsystem und dafür, dass die B 273 – oder zumindest der Verkehr, der auf ihr rollt – aus der Stadt verschwindet. Denn die Bernauer Straße brauche Qualität. Und sie richtete einen Appell an die Vermieter der Geschäfte in der Innenstadt, „dass sie die Mieten besser gestalten und dass die Stadt die Gewerbetreibenden fördert“. Christiane Podkowa, Vorsitzende des Veranstalters Citygemeinschaft Oranienburg, stieß ins gleiche Horn: „Es wäre super, wenn sich die Wohnungsbaugesellschaft Oranienburg als die wohl größte Vermieterin mit uns als Citygemeinschaft an einen Tisch setzt, um ein Gespräch zu führen.“

E-Busse als Alternative

Das Thema Barrierefreiheit brachte Elisabeth Mandl-Behnke ins Spiel. Viele Menschen können sich kaum bewegen. Denen muss etwas angeboten werden. „Und die Verkehrssituation ist der Dreh- und Angelpunkt. Es gibt intelligente Lösungen, dazu zähle ich E-Busse. Wir sollten der Entwicklung nicht weiter hinterherhängen.“

Von Stefan Blumberg

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