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Oranienburg Der Kalif kommt aus Syrien nach Glienicke
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16:43 29.09.2019
Eine Kinderkarawane umrahmte die Aufführung vom Märchen „Kalif Storch“ zum Abschluss der Interkulturellen Woche Glienicke. Quelle: Robert Roeske
Glienicke

„Die Gitarre ist arabisch“, rief ein Knirps spontan ins Publikum, als Yousef Nouraldin und Mo Sakeb syrische Musik spielten. Das Duo beteiligte sich an der Abschlusspräsentation der Interkulturellen Woche in der Aula des Neuen Gymnasiums Glienicke. Mit seinem Kommentar zeigte der kleine Junge, dass zuvor eine Menge gelernt wurde – auch über die Laute „Oud“, die zu Trommel und Gesang erklang. Intensiv hatten sich Kinder der beiden Glienicker Kitas und der Grundschule mit dem Orient beschäftigt. Sie haben geprobt und gebastelt, um dann eine zauberhafte Karawanen-Geschichte frei nach Wilhelm Hauffs Märchen „Kalif Storch“ auf die Bühne zu bringen. Die Erzieherin Melanie Bleschke erzählt, dass in ihrer Kita „Mischka“ Kinder ausländischer Herkunft ganz normal dazugehören: „Wenn sie die Sprache gelernt haben, dann ist es einfach.“ Übrigens, fügt sie hinzu, sei sie selbst als Deutsch-Türkin das beste Beispiel für täglich gelebtes Multi-Kulti.

150 Nationen leben in Glienicke

Die deutsche Sprache findet ebenfalls der Syrer Abed Alsulaiman wichtig. Daher hat der 25-jährige angehende Pflegehelfer in dem Theaterstück freudig den Kalifen Chasid gespielt: „Die Proben waren wichtig für Kontakt zu den Menschen hier.“ Sprechen musste er jedoch auf der Bühne nicht. Das übernahm die Schauspielerin Andrea Held, die als Erzählerin während einer Karawanen-Pause auftrat. Sie hatte das Stück auch mit den Kindern erarbeitet.

Dass in Glienicke, wo Menschen aus 150 Nationen leben, Flüchtlinge nicht allein gelassen werden, zeigten Multivisionsschauen von zurückliegenden Ausflügen in den Tierpark Germendorf oder zum Schiffshebewerk Niederfinow. Der Verein Bürgersinn im Nachbarschaftstreff Sonnengarten versucht damit auf die Neu-Glienicker zuzugehen. An die dortige Willkommensinitiative gewandt, meint Vereinsvorstand Ulrich Berend: „Ihre Anwesenheit beweist, dass Glienicke auch künftig vorurteilsfrei und anfeindungsfrei bleibt.“

Monika Tabatt, in Glienicke für Integration zuständig und Organisatorin der Abschlussveranstaltung, sagte, dass von den ursprünglich angekündigten 120 weniger als 50 Flüchtlinge nach Glienicke kamen. Der Sozialdezernent von Oberhavel, Matthias Kahl (SPD), lobt als Gast der Veranstaltung gegenüber MAZ: „In Glienicke ist unheimlich viel passiert. Es ist wenig politisch, sondern es geht um die Sache.“ Der Vorsitzende der Gemeindevertreter, Uwe Klein (SPD), sprach in seiner Begrüßung davon, dass von beiden Seiten gewollte Integration nicht unsere Werte gefährde.

Von Matthias Busse

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