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Oranienburg Recyclingunternehmen hängt stark vom Weltmarkt ab
Lokales Oberhavel Oranienburg Recyclingunternehmen hängt stark vom Weltmarkt ab
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19:29 10.07.2019
Der Lantagsabgeordnete Björn Littmann (SPD) informierte sich bei den Geschäftsführern von Ernst Recycling, Markus Hußner und Elke Ernst (v.l.), über die aktuellen Anforderungen an Entsorgungsunternehmen. Quelle: Matthias Busse
Oranienburg

Recyceln will die Firma Ernst Recycling eigentlich erst ganz zum Schluss. Viel lieber versucht Markus Hußner, seit einem Jahr neuer Geschäftsführer, die Altwaren im Original weiterzuverwenden. Die Neuausrichtung der Firma ließ sich Björn Lüttmann, SPD-Fraktionsgeschäftsführer im Landtag, am Dienstag erklären. Vor sechs Jahren besuchte er schon einmal das Unternehmen in seiner damaligen Funktion als Wirtschaftsförderer der Stadt.

Der SPD-Lantagsabgeordnete Björn Littmann (r.) kam zwar mit seinem Wahlkampf-Mobil, war aber auf Infotour bei den Geschäftsführern von Ernst Recycling, Markus Hußner und Elke Ernst. Quelle: Matthis Busse

Hußner erweiterte die Autoverschrottung und die Altmetallverwertung um den Geschäftszweig des Gebrauchtwagen- und Ersatzteilverkaufs. „Mir hat das Herz bei der Verschrottung geblutet. Autos sind ja nicht nur Rohstoffe“, begründet der ehemalige Autohändler. Vielmehr stecken außerdem Arbeitszeit und Geld darin.

Zahl der Mitarbeiter gewachsen

Daher kaufe das Unternehmen teils gezielt auf Börsen Kleinwagen, die sich für den Handel nicht mehr lohnen. Außerdem gewinnen Mitarbeiter aus Schrottkarossen Einzelteile, die auf der eigenen Homepage angeboten werden. 500 Ersatzteile sind derzeit verfügbar, Ziel seien bis zu 6000 Bauteile. Die neue Sparte beschäftigt nun zehn neue Mitarbeiter , so dass im 1990 gegründeten Unternehmen aktuell 30 Arbeitnehmer inklusive drei Geschäftsführer arbeiten.

Dabei wären laut der Senior-Geschäftsführerin Elke Ernst die Preise für Rohstoffe und Ersatzteile derzeit auf dem Tiefpunkt. Dennoch bekomme der Einlieferer noch etwa 65 Euro pro Schrottwagen – statt mehr als 100 Euro zuvor. „Woanders müssen die Kunden meist noch für die Entsorgung zahlen“, wirft Hußner ein.

Preise sind Seismograph der Weltpolitik

Viele Teile verkaufe er derzeit nach Syrien. „Ihre Škoda-Taxis haben durch den Krieg Schaden genommen und jetzt bauen die wieder auf“, nennt Hußner einen positiven Effekt der Weltwirtschaft. Dagegen seien Exporte in afrikanische Länder durch Zollbestimmungen kaum noch rentabel.

Auch beim Preisverfall von Aluminium merkt er, dass die deutsche Autoindustrie derzeit weniger produziere und daher auch weniger Metalle für ihre Bauteile brauche. Die täglich schwankenden Kupferpreise seien für ihn ein Seismograph der Weltpolitik: „Wenn Trump oder Erdogan wieder etwas beschließen, dann merken wir das sofort.“

Auch sei es kaum noch möglich, Holzabfälle, Altreifen oder Baumüll loszuwerden, weil die Kapazitäten der Müllverbrennungsanlagen ausgeschöpft und Exporte etwa nach China nicht mehr möglich sind.

Batterie-Recycling noch ungelöst

Björn Lüttmann, SPD-Fraktionsgeschäftsführer im Brandenburger Landtag. Quelle: Matthias Busse

Vor besondere Herausforderungen stellt den Verwerter die Elektromobilität. Patrik Ernst, der seinem Vater Jürgen Ernst als Geschäftsführer nachgefolgt ist, hat bereits eine Weiterbildung gemacht, um Elektroautos annehmen zu dürfen. Dennoch können die Oranienburger die Batterien selbst nicht wiederverwerten, sondern müssen diese an Spezialisten weitergeben. Diese gibt es aber noch nicht. „Es ist ein riesiges Thema, die Batterien loszuwerden.“ Hybridwagen-Besitzer Björn Lüttmann stimmt zu: „Ich bin ja selbst für Elektromobilität. Aber wir müssen uns mit allen Fragen beschäftigen, die daran hängen.“

Von Matthias Busse

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