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Oranienburg Die Linke: Kreistagskandidaten präsentieren Wahlprogramm
Lokales Oberhavel Oranienburg Die Linke: Kreistagskandidaten präsentieren Wahlprogramm
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17:46 30.04.2019
Spitzenkandidaten Linke Oberhavel Quelle: Enrico Geißler
Oranienburg

Am 29. April stellten die Spitzenkandidaten der Linken für die Kreistagswahl in Oberhavel in Oranienburg die Kernpunkte ihres Kreiswahlprogramms vor.

Bildungspolitik im Fokus

In einem einführenden Statement erläuterten die Kandidaten ihre Schwerpunkte für die zukünftige Arbeit im Kreistag Oberhavel. Elke Bär, Lehrerin am Oberstufenzentrum in Zehdenick und Oranienburg, erklärte, dass sie sich besonders für die Bildungspolitik stark machen werde. Sie trete für ein Lernen von Anfang an in Gemeinschaftsschulen und Schulzentren, die für alle Kinder eine individuelle Förderung von Stärken und das Ausgleichen von Schwächen ermöglichen sollen, ein.

Bezahlbarer Wohnungsbau

Sebastian Wolf, Musikschullehrer und Spitzenkandidat im Wahlkreis 2, erläuterte kurz seine Vorstellungen von zukünftiger Wohnungspolitik. Anhand eines Erlebnisses in seinem Haus in Oberkrämer, wo sich für eine neu zu vermietende Wohnung über einhundert Bewerber gemeldet hatten, beschrieb er kurz, wie sich für alle bezahlbarer Wohnraum schaffen lasse. Ein weiteres Thema, für das er sich im Kreistag stark machen will, sei der Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien. „Unter dem Motto nachhaltig, ökologisch, auskömmlich und zukunftsfähig unterbreitet unser Wahlprogramm Angebote wie sich die Linke Wirtschaft, Arbeit und Umweltschutz in Oberhavel vorstellt“, so Wolf. Das beinhalte die Ablehnung von Windrädern in schützenswerten Wäldern genauso wie den Ausbau eines naturnahen Tourismus.

ÖPNV mit Verbesserungsbedarf

Vadim Reimer, der 33-jährige Jurist aus dem Mühlenbecker Land, der für die Nordbahn Gemeinden im Wahlkreis 4 antritt, hatte den ÖPNV zum Thema. „Wenn ich von meinem 15 Kilometer entfernten Haus in Mühlenbeck-Feldheim mit Bus und Bahn über eine Stunde brauche, um nach Oranienburg zu gelangen, dann stimmt etwas nicht mit dem ÖPNV in unserem Landkreis“, so Reimer. „Wir möchten, dass der ÖPNV eine echte Alternative zum Auto wird. Das erreichen wir nur mit besseren Takten, mehr Verzahnung und attraktiven Angeboten auch zu später Stunde und am Wochenende. Gerade Jugendliche würden davon enorm profitieren.“ Die Linken möchten in Oberhavel die Nutzung von Bus und Bahn für Kinder und Jugendliche fahrscheinlos machen, langfristig auch für alle anderen. „Wenn junge Menschen den ÖPNV heute positiv kennen lernen, werden sie morgen eher bereit sein, weniger mit dem Auto zu fahren. Hierin liegt der Schlüssel für eine sozial-ökologische Mobilitätswende. Der Einstieg in den fahrscheinlosen ÖPNV ist ein Alleinstellungsmerkmal der Linken. Zahlreiche Kommunen im Ausland haben bewiesen, dass dies machbar ist und einen großen gesellschaftlichen Nutzen hervorbringt“, ist Reimer überzeugt. Das Geld für den Einstieg sei in der Rücklage des Landkreises vorhanden.

Probleme im Nordkreis

Ralf Wunderlich tritt im Wahlkreis 1 mit Karin Kockel als Spitzenduo an. Er lebt selbst im Nordkreis und weiß um die Probleme des ländlichen Raumes. „Mein Sohn musste täglich den Bus um 6 Uhr nehmen, um pünktlich um 8 Uhr in Gransee in der Schule zu sein,“ nennt eines der Beispiele für den mangelhaften ÖPNV im Nordkreis. „Die Linke möchte außerdem auf Massentierhaltung verzichten. Wir stehen für die weitere Entwicklung eines behutsamen naturnahen Tourismus und wollen regionale Wirtschaftskreisläufe mit Direktvermarktern fördern. Dazu passt auch nicht die geplante Erdgasförderung in Zehdenick.“

Ausbaufähige Sozialberatung

Die Außenhandelsfrau und Spitzenkandidatin im Oranienburger Wahlkreis, Kathrin Willemsen, führte aus: „Der Landkreis hat einen gesetzlichen Beratungsauftrag bezüglich der Sozialleistungen. Wie unabhängig kann eine Beratung aber sein, wenn die zahlende Stelle diese erbringt?“ Derzeit kann eine unabhängige Beratung nur bekommen, wer Schulden oder ein Suchtproblem hat. „Das muss sich ändern,“ meint Willemsen. Und weiter: „Es muss in unserem Landkreis eine unabhängige Sozialleistungsberatungsstelle geben, finanziert vom Landkreis. So können zeit- und kostenaufwendige Klagen vermieden werden. Außerdem braucht es mehr Transparenz über die hausinternen Regeln, wie etwas entschieden wird.“

Der Kreisvorsitzende der Linken Enrico Geißler ergänzte: „Die Verwaltung muss Entscheidungsräume zugunsten von Betroffenen nutzen“. Er möchte, dass die Linken die Arroganz der Macht der Betonkoalition aus SPD und CDU im Kreistag und Landratsamt überwinden.

Von MAZonline

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