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Oranienburg Die Tinte ist längst getrocknet
Lokales Oberhavel Oranienburg Die Tinte ist längst getrocknet
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18:29 08.01.2019
Der Tisch ist aufgeräumt. Kein Wunder: Alexander Lasesicke setzt auf die Arbeit mit der Technik, will den Wechsel vom Papier zum Digitalen forcieren.
Oranienburg

Vor genau einem Jahr setzte Alexander Laesicke den Stift an. Am 8. Januar 2018, 16 Uhr, als er den Diensteid ablegt und die Unterschrift unter das Dokument setzt, das ihn zum Bürgermeister von Oranienburg macht. Sein erster Tag im Amt. Der Tag, an dem er seinen Vater Hans-Joachim als Bürgermeister ablöst. „Seitdem hat sich meine Unterschrift ein wenig verändert“, sagt Alexander Laesicke. „Ich unterschreibe schneller als sonst. Allerdings meist mit Vor- und Zunamen.“ Alex steht optisch in genau so verkürzter Form darunter wie Laesicke. Das L und das A sind noch zu sehen. „Das E müsste man auch noch erkennen“, findet er. Reine Interpretationssache. Der Rest des Namens gleicht einer Linie. „Ich bekomme jeden Tag eine Mappe mit Unterlagen, die unterschrieben werden müssen. Ich könnte sicher mehr davon delegieren. Aber einen großen Teil unterschreibe ich selbst.“ Dass er alle Dokumente von vorn bis hinten liest, ist nicht der Fall. „Das kann ich nicht ansatzweise gewährleisten. Aber ich weiß, wer sie bearbeitet und geprüft hatte – und ihnen vertraue ich.“ Bei Bürgeranfragen sehe das anders aus. Da möchte ich schon gern wissen, was die Menschen, die mir schreiben, auf dem Herzen haben. Und sie bekommen alle eine Antwort.“

Bürgermeister Alexander Laesicke im alten, neuen Büro. Quelle: Enrico Kugler

Die Unterschriften leistet Alexander Laesicke seit ein paar Tagen in seinem alten, neuen Büro. Ein Dreivierteljahr lang war er ausquartiert worden. Wegen der Sanierung des Havelflügels des Schlosses. In der Amtszeit von Vorgänger Hans-Joachim Laesicke war bereits angeschoben worden, das Bürgermeisterzimmer neu zu gestalten. „Dass es so lange dauerte, hatte mit dem Ausbau der über seinem Zimmer liegenden Konferenzräume zu tun, die nie genutzt worden waren. Es mussten unter anderem neue Deckenbalken eingezogen werden. Es wäre doch schade gewesen, wenn der neue Bürgermeister durch herunterfallende Balken ...“, so Alexander Laesicke schmunzelnd. Die wiegen 300 Kilogramm das Stück.

Noch ist das Büro nicht komplett eingerichtet. Quelle: Enrico Kugler

Zum Ende des vergangenen Jahres war das neue Büro fertig. Es hat sich schon einiges verändert. Zum Beispiel ist der alte Kronleuchter verschwunden. „Er hätte sicherlich irgendwie zum Schloss gepasst, aber er wurde auch nur auf alt gemacht. Deshalb ist das auch in Ordnung so. Im krassen Gegensatz dazu ist die Beleuchtung jetzt sehr modern“, so das Stadtoberhaupt. Die LED-Lampen bringen viel mehr Licht ins Büro, die hellen Wände auch. „Ich mag es hell.“ Geblieben ist der alte Schrank hinterm Schreibtisch. „Man wollte ihn mir ausreden, aber ich habe ihn behalten. Der passt zum Schreibtisch. Diese Kombination muss wohl aus Kaiserzeiten stammen“, vermutet Alexander Laesicke. Sie hätte vermutlich etlichen Oranienburger Bürgermeistern gedient. „Ich will nicht derjenige sein, der die alten Möbel abschafft.“ Farblich passend dazu geblieben ist das Dunkelbraun der Tür (hier wurde ihm ein der Stadtverwaltung entsprechendes einheitliches Grau empfohlen). Entfernt hat er allerdings den Teppich und ihn gegen einen gebürsteten und geölten sowie strapazierfähigen Dielenfußboden aus Eiche austauschen lassen.

Hans-Joachim Laesicke (l.) bei der Schlüsselübergabe an seinen Nachfolger und Sohn Alexander Laesicke am 8. Januar 2018. Quelle: Robert Roeske

Jedes große Vorhaben in Oranienburg landet in der Entstehungsphase auch auf dem Bürgermeistertisch. Dazu gehört das „große Ganze“. Alexander Laesicke sieht es als eine sehr große Herausforderung an, die Erfordernisse einer wachsenden Stadt zu erfüllen. Schwerpunktthemen sind die Investitionen in Kitas und Schulen, Erweiterungen und Neubauten, mit denen sich die Stadt(verwaltung) befassen muss und wird. Am kommenden Montag tagt der Hauptausschuss in einer gesonderten Sitzung, wo es nur um den Doppelhaushalt 2019/20 geht und auf dem die Grundlagen für die nächsten beiden Jahre geschaffen werden. Ein weiteres ist, die neugegründete Oranienburg Holding, in der vier städtische Gesellschaften verschmolzen werden, zum Laufen zu bringen. „Der Anfang ist gemacht. Jetzt muss sie mit Substanz gefüllt werden.“ Ziele seien Steuerersparnis, Nutzung von Synergieeffekten, leistungsfähige IT einführen. „Am Ende des Verschmelzungsprozesses sollten sich die Mitarbeiter als eine Einheit sehen.“ Das ist eine der großen Aufgaben für Alexander Laesicke in 2019. Das sagt er genau ein Jahr, nachdem er seinen Amtsantritt per Unterschrift besiegelt hatte.

Von Stefan Blumberg

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