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Oranienburg Eine Lanze für die Kinder gebrochen
Lokales Oberhavel Oranienburg Eine Lanze für die Kinder gebrochen
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20:49 02.10.2018
Die Ehrenpreisträger 2018: Dagmar Jurat, Ingrid Hennicke und Mareike Blume (v. l.) Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Sie standen diesmal im Mittelpunkt. Und ihnen flogen auch sofort die Herzen der Gäste zu: den Kindern. Ob den quirligen kleinen Tänzerinnen und Tänzern der „Laufgemeinschaft Oberhavel“ um Kathrin Koczessa, den Schülern der Musikwerkstatt Eden mit der kleinen, angehenden Virtuosin Kira Koch oder Paul Vetter, der mit seinen Eltern Stephanie und Pierre gekommen war und der mit einer Ehrenurkunde des Bürgermeisters nach Hause ging.

Die Tänzer der Laufgemeinschaft Oberhavel auf der Bühne. Quelle: Enrico Kugler

Der Achtjährige hatte sich aufgemacht, in der Stadt Müll einzusammeln. Einfach, weil ihn dessen Anblick geärgert hatte. „Du hast uns gezeigt, wie wichtig es ist, selbst etwas zu tun und nicht nur zu meckern. Du bist auf dem richtigen Weg“, bestärkte ihn Bürgermeister Alexander Laesicke. Damit begann der diesjährige Stadtempfang am Dienstagabend in der Orangerie. Sein Motto „Oranienburg – eine kinderfreundliche Stadt.

Paul Vetter mit seinen Eltern Stephanie und Pierre Vetter. Quelle: Enrico Kugler

In seiner Rede beschrieb Alexander Laesicke „wie unvoreingenommen sich Kinder die Welt doch erschließen, Freundschaften schließen, anderen begegnen“. Das habe er auch bei seinen beiden Töchtern beobachtet. Und davon könnten sich die Erwachsenen manchmal eine Scheibe abschneiden. „Wir sollten den Kindern auf Augenhöhe begegnen, nicht arrogant oder selbstgefällig, sondern mit allergrößtem Respekt“, forderte er unter Applaus.

Und Oranienburgs Kinder sind schon lange eine Macht und werden immer mehr: 19 Kitas gibt es in der Stadt, davon zehn in Trägerschaft der Stadt, sie besuchen acht Grundschulen, nach dem Unterricht auch sieben mobile Kinder- und Jugendeinrichtungen. Und die Befragung der Kitakinder innerhalb des Netzwerks „KomNetQuaKi“ zum Qualiätscheck ergab, „dass es neun von zehn Kindern in ihrer Kita gefällt. „Das ist ein Kompliment an Sie“, rief Laesicke den Gästen zu.

Lernt in der Edener Musikwerkstatt auf der Geige: Kira Koch. Quelle: Enrico Kugler

Zugleich warnte er davor, dass bei Problemen in Schulen, „nicht Skandal und Empörung die Oberhand gewinnen. Wenn wir Populisten entschieden entgegentreten wollen, und das will ich, dann müssen wir uns auch in Respekt, Sachlichkeit und verantwortungsvollem Umgang untereinander üben.“ Er sei überzeugt, „dass man damit den Wähler viel mehr überzeugen kann.“

Auch 2018 wurden wieder Ehrenpreise der Stadt vergeben. Sie gingen diesmal an drei Frauen, die sich auf ganz unterschiedlichen Gebieten mit Herzblut einbringen. Zu ihnen gehört Ingrid Hennicke, die vor 35 Jahren ihre erste Seniorensportgruppe gegründet hatte, selbst jeden Tag um 5.50 Uhr mit Gymnastik beginnt, keinen Muskelkater kennt und im Seniorensport eine Institution darstellt.

Volles Haus in der Orangerie. Quelle: Enrico Kugler

Der zweite Ehrenpreis ging an eine andere starke Frau: Dagmar Jurat. Das Helfen zieht sich wie ein roter Faden durchs Leben der Pädagogin, hieße es in ihrer Laudatio. Auch nach 40 Jahren als Lehrerin streitet sie leidenschaftlich für soziale Themen, ist seit 15 Jahren Vertrauenslehrerin der Schüler der Torhorstschule. Das von ihr initiierte „Netzwerk Schule 2015“ hat nicht nur die Ausstellung „Flucht – gestern und heute“ entwickelt, sondern auch Flüchtlinge von heute, Schüler, Eltern und Großeltern zusammengebracht, die an Fluchtgeschichten aus der eigenen Familie erinnern.

Die dritte im Bunde ist Mareike Blume. Die Oranienburgerin erfuhr kurz nach der Geburt ihres zweiten Kindes, dass das Mädchen das Down-Syndrom hat. Die Diagnose stellte Leben und Familie auf den Kopf. Seit 2013 gibt ihr heutiger Verein „Glüxritter“ auch anderen Familien Halt gemäß dem Motto: Anders zu sein, ist ganz normal. Sie laden zu Sommerfesten ein und sind für betroffene Familien ein echter Rettungsanker.

Nach vielen Glückwünschen für die Ausgezeichneten eröffnete der Bürgermeister das Büfett.

Von Heike Bergt

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