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Oranienburg Eine gefährliche Ecke am Baumarkt
Lokales Oberhavel Oranienburg Eine gefährliche Ecke am Baumarkt
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00:38 14.05.2018
Oftmals sind die Autofahrer genervt, weil sie schwer vom Baumarkt auf die Landesstraße kommen. Quelle: Enrico Kugler
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Germendorf

Unter all den Hinweisen, die der MAZ von Lesern zum Thema gefährliche Ecken zugingen, fand sich wiederholt die Einmündung der Germendorfer Allee (L 170) und der Straße zum GlobusBaumarkt.

Die Radfahrer, die auf dem Radweg an der Landesstraße in beide Richtungen unterwegs sind, erleben immer wieder Schrecksekunden. Sie werden von den Autos, die von der Nebenstraße kommen und links oder rechts auf die L 170 abbiegen, zu spät oder gar nicht gesehen.

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Autofahrer verlieren die Geduld

Die Autofahrer müssen oft lange warten, werden ungeduldig oder hektisch. Fahren oft an, ohne genügend Sicht zu haben. Das Stopp-Schild, die rote Fahrradfurt und ein Hinweisschild, dass der Radweg kreuzt, reichen offenbar immer noch nicht aus, um für mehr Sicherheit dort zu sorgen.

Doch die Bemühungen der Eltern – und der Schulkonferenz gemeinsam mit dem Ortsbeirat haben Früchte getragen. Die Verkehrsunfallkommission des Kreises stufte die gefährliche Ecke als Unfallhäufungsstelle ein. Im November vorigen Jahres wurde beschlossen, eine Ampel zu bauen.

Mit einer Ampelregelung ginge es hier sicherer zu. Quelle: Enrico Kugler

In der Grundschule Germendorf traf die Nachricht auf offene Ohren„Wir haben die Kinder sensibilisiert, dass es dort sehr gefährlich ist“, sagt die Vorsitzende der Schulkonferenz Kirsten Buchholz. Trotzdem: „Viele Eltern aus Eden schicken ihre Kinder gar nicht mehr mit dem Fahrrad los.“

Das könnte sich ändern. Denn in der Tat geht es vorwärts mit den Vorbereitungen für die Ampel. Wie die Sprecherin des Landkreises, Constanze Gatzke, meint, hätte der Landesbetrieb für Straßenwesen die Vermessung der Einmündung sowie eine Verkehrszählung beauftragt.

Eine Verkehrszählung ist schon erfolgt

„Es erfolgte eine Videoverkehrszählung, um alle Verkehrsströme in den Zufahrten sowie die querenden Radfahrer und Fußgänger zu erfassen. Die Ergebnisse liegen vor.“ Ein Planungsbüro erarbeitet nun die verkehrstechnischen Unterlagen. Die Vergabe aller Leistungen und der Bau würden einige Zeit dauern. „Die Umsetzung ist aber für das zweite Halbjahr geplant“, so Constanze Gatzke.

Im Moment wird an der Einmündung auch noch gebaut, es werden Kabel verlegt. Die Sicht ist noch schlechter. Quelle: Enrico Kugler

Fahrlehrer Knut Murswiek aus Kremmen findet, „dass die Einmündung mit dem Stoppschild gut ausgebaut ist.“ Eine Ampel hält er eigentlich nicht für nötig, sie könne sicherlich helfen. Für Murswiek ist der Hauptgrund für Unfälle, die Ungeduld der Leute.

Was der Fahrlehrer dazu sagt

Die Straße am Globus-Baumarkt in Germendorf hat für Knut Murswiek, Fahrlehrer aus Kremmen, mehrere gefährliche Ecken.

Rechtsabbieger auf die Landesstraße sollten den Blinker nicht zu früh setzen, weil Autofahrer, die vom Baumarkt- oder Netto-Parkplatz kommen, dies missverstehen könnten.

Rechtsabbieger auf die L 170 fahren oft an den wartenden Linksabbiegern vorbei, ohne genügend Sicht zu haben.

Radfahrer, Fußgänger oder Jogger werden dabei schnell übersehen, weil Fahrbahn und Radweg eine Höhe haben.

Das Hauptproblem ist die fehlende Geduld der Autofahrer.

Im Gegenzug könnten auch Radfahrer in brenzlichen Situationen mal bremsen, kein Autofahrer will absichtlich einen Radler umfahren.

Im Sommer heizen die Temperaturen die Ungeduld der Autofahrer noch an.

An Baustellen rät der Fahrlehrer immer zu besonderer Vorsicht. Oft wechseln sie ihren Verlauf. Zudem haben Bauarbeiter auf engem Raum zu tun und müssen schwere körperliche Arbeit verrichten.

Von Andrea Kathert