Energie-Coup: Erstes „Sonnenhaus“ wird gebaut Oranienburg Jarczewski
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Oranienburg Energie-Coup: Erstes „Sonnenhaus“ wird gebaut
Lokales Oberhavel Oranienburg Energie-Coup: Erstes „Sonnenhaus“ wird gebaut
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17:58 07.03.2019
In dieser Art soll in Oranienburg das Sonnenhaus entstehen. Quelle: FOTO: WOBA Oranienburg
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Oranienburg

Oranienburg bekommt ein „Sonnenhaus“. Das Gebäude soll sich zu etwa 70 Prozent selbstständig mit Strom und Wärme aus Sonnenenergie versorgen. Es ist nach dem Bau des Integrationshauses – hier wohnen Mieter aus verschiedenen Nationen – das zweite Pilotprojekt der Wohnungsbaugesellschaft mbH Oranienburg (WOBA).

Für dezentrale Lösungen

„Wir sind in den vergangenen zehn, zwölf Jahren von der Erhöhung der Energiepreise verschont geblieben“, sagte WOBA-Geschäftsführer Bernd Jarczewski. „Entgegen der damaligen Prognosen stagnieren oder fallen die Preise. Aber das wird nicht so bleiben.“ Der Chef der Wohnungsbaugesellschaft weiß, „dass es das Ziel sein muss, Lösungen für eine dezentrale Energieversorgung zu finden“. Die fossilen Energieträger seien endlich. Es gebe gute alternative Technologien wie Photovoltaik oder Solartechnik, die dafür geeignet seien.

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Vom Vorreiter gelernt

„Mir geistert schon lange das Projekt im Kopf herum, Häuser so auszurüsten, dass sie selbst Energie erzeugen. Die Dächer unserer Häuser haben wir nicht verpachtet, können sie also selbst nutzen.“ Das Oranienburger Unternehmen profitierte bei seinen Überlegungen und Planungen von Timo Leukefeld. Der Honorarprofessor aus dem sächsischen Freiberg ist Vorreiter auf dem Gebiet und betreut das Oranienburger Projekt. 76 Prozent der Energie erzeugt das Haus selbst. Im Sommer werde Überschuss produziert (der könnte für das Integrationshaus genutzt werden), im Winter müssten etwa 24 Prozent Strom dazu gekauft werden.

Riesiger Speicher im Haus

Das „Sonnenhaus“ – genaugenommen ist es ein Verbund aus zwei Gebäuden – soll auf dem Grundstück Gartenstraße 14 entstehen; in einem Gebäude werden zehn Wohnungen sein, im anderen sieben. Die Häuser werden von außen – soweit möglich – mit den Energiegewinnungselementen versehen. Mitten im Haus steht ein riesiger Speicher. „Das ist alles schon erprobt. In Cottbus wurden bereits drei Häuser in dieser Art gebaut. Das System funktioniert“, sagt Bernd Jarczewski. Und er kündigt an, dass die künftigen Mieter eine Energieflatrate erhalten. Die Betriebskosten würden enorm sinken (etwa 60 Prozent unter den Kosten von anderen Gebäuden). „Die Häuser sind vorerst keine Massenartikel. Wir müssen erstmal Erfahrungen damit sammeln. Aber wenn wir jetzt nicht damit anfangen, machen wir das nie. Wir wollen Vorreiter in Sachen energieautarkes Bauen von Mehrfamilienwohnhäusern in Oberhavel sein.“ Wie hoch die Mietpreise sein werden, könne der Geschäftsführer noch nicht sagen. Es gebe zwar eine Grobkalkulation, aber es müssten erstmal die Kosten für die Bauleistungen abgewartet werden. Klar sei, dass es im „Sonnenhaus“ „ein höherpreisiges Wohnen wird, aber wir werden unter den Spitzenmieten liegen“.

3,5 Millionen Euro Investition

Der Aufsichtsrat der WOBA sei laut Bernd Jarczewski Feuer und Flamme gewesen. Der Bauantrag für das „Sonnenhaus“, das 3,5 Millionen Euro kosten soll, ist gestellt. Noch im März sollen die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Im April, spätestens Mai könnte Baubeginn sein.

Von Stefan Blumberg

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