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Oranienburg Erster Fall von Vogelgrippe in Oberhavel
Lokales Oberhavel Oranienburg Erster Fall von Vogelgrippe in Oberhavel
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17:58 02.12.2016
Symbolfoto.
Symbolfoto. Quelle: Foto: Winkler
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Oberhavel

Jetzt hat es doch den Landkreis Oberhavel erwischt. Wie am frühen Nachmittag bekannt wurde, gab es einen Fall der Vogelgrippe in der Gemeinde Oberkrämer, genauer: in Schwante. Aus Angst vor einem Verbreiten der Geflügelpest mit dem Erreger H5N8 ist Mitte November per Allgemeinverfügung eine Stallpflicht für Geflügel ausgerufen worden.

In Schwante handelt es sich allerdings nicht um den Geflügelpest-Erreger H5N8, der bereits in Brandenburg nachgewiesen wurde, sondern um die niedrigpathogene (gering krankmachende Form) Influenzavariante, die ebenfalls anzeigepflichtig ist.

Momentan wird alles abgesperrt, die Nottötung der Tiere in einer Halle vorbereitet. Quelle: Robert Roeske

Der vom Landeslabor Berlin-Brandenburg durchgeführte Schnelltest reagierte positiv. Dieser Befund wurde im nationalen Referenzzentrum am Friedrich-Loeffler-Institut, Insel Riems, bestätigt. Bei dem Betrieb handelt es sich um eine Anlage mit rund 500 Enten. Das Virus wurde im Zusammenhang mit einem Antrag auf Befreiung einzelner Enten von der Aufstallungspflicht festgestellt. Die Genehmigung setzt eine virologische Untersuchung voraus.

Tiere müssen innerhalb von 48 Stunden getötet werden

Um ein Überspringen auf andere Bestände im Landkreis Oberhavel zu verhindern, müssen alle Tiere innerhalb von 48 Stunden getötet werden. Die entsprechenden Maßnahmen wurden unverzüglich eingeleitet. Der Landkreis Oberhavel hat ein Sperrgebiet mit einem Radius von einem Kilometer eingerichtet. In diesem Bereich darf kein Geflügel transportiert werden. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde veröffentlicht. 60 Einsatzkräfte waren vor Ort, darunter Mitarbeiter des Veterinäramtes.

Der Sperrbezirk am frühen Abend: Zirka 60 Kräfte sind im Einsatz. Quelle: Landkreis

Landrat Ludger Weskamp, der nach Bekanntwerden des Verdachtsfalls einen Krisenstab gebildet hat, sagte: „Da es sich um die niedrigpathogene Variante handelt, haben wir das Sperrgebiet auf einen Radius von einem Kilometer festgelegt. Auch wenn es bisher keine Anhaltspunkte für eine Ausbreitung des Virus gibt, zeigt das Ereignis deutlich, dass das Thema präsent ist und ein Verdachtsfall jederzeit auftreten kann. Ich bitte alle Geflügelhalter, die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen auch weiterhin mit Sorgfalt und Umsicht umzusetzen.“

Amtstierärztin appelliert an Geflügelhalter

Der Landrat hatte bereits am 14. November eine tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zum Schutz gegen das H5N8-Virus erlassen, nach der eine Aufstallungspflicht für Geflügel im gesamten Landkreis Oberhavel gilt.

Aus Gründen des Tierseuchenschutzes ist es unbefugten Personen untersagt, das Gelände des betroffenen Betriebes zu betreten. Amtstierärztin Uta Gallitschke appelliert an alle Geflügelhalter, die Stalltüren geschlossen und das Hausgeflügel fern von Wildvögeln zu halten. Bisher nicht gemeldete Geflügelhalter sollten sich kurzfristig beim Veterinäramt melden und ihre Geflügelbestände dort anzeigen.

Der Sperrkreis. Quelle: Landkreis Verwaltung

Geflügelhalter sollen sich beim Landkreis melden

Verstöße stellen nach dem Tiergesundheitsgesetz eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeldern bis zu 30 000 Euro geahndet werden kann. Die fahrlässige oder vorsätzliche Verschleppung von Tierseuchen ist strafbar. Die Bestände im Sperrbezirk werden durch regelmäßige Probeentnahmen und klinische Untersuchungen kontrolliert. Zudem gelten strenge Biosicherheitsmaßnamen (Stallhygiene, Reinigung, Desinfektion).

Alle Geflügelhalter haben umgehend, sofern noch nicht erfolgt, die Haltung ihres Geflügels unter Angabe der Anzahl sowie aller Standorte dem Landkreis Oberhavel, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, Adolf-Dechert-Straße 1, 16515 Oranienburg, E-Mail: veterinaeramt@oberhavel.de, anzuzeigen.

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