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Oranienburg FÖJler Niklas Münz im Schlosspark Oranienburg: Zwischen Ulmenzipfelfalter und Insektenhotel
Lokales Oberhavel Oranienburg FÖJler Niklas Münz im Schlosspark Oranienburg: Zwischen Ulmenzipfelfalter und Insektenhotel
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21:10 26.07.2019
Reikja Priemuth (l.) und Niklas Münz an ihrem Arbeitsplatz im Oranienburger Schlosspark. Quelle: Nadine Bieneck
Oranienburg

Entspannt sitzt Niklas Münz in dem überdachten Pavillon, dem einzigen Ort, der an diesem heißen Tag im „Grünen Klassenzimmer“ des Oranienburger Schlossparks ein wenig Schatten spendet. Wenige Stunden zuvor tobte hier noch das pralle Leben, hatten der 19-Jährige und Reikja Priemuth, Leiterin der Einrichtung, alle Hände voll zu tun. Eine großer Trupp Kinder hatte vorbeigeschaut, um Wissenswertes zu den Themen Plastikmüll, Wasser und Bäume zu lernen. „Kindgerecht aufbereitet, das ist bei solchen Führung immer die große Herausforderung“, verrät Niklas Münz schmunzelnd.

Grundinteresse für Umweltthemen sollte da sein

Seit elf Monaten absolviert der gebürtige Bonner im Oranienburger Schlosspark ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) und gehört damit fest zum Team des Parks. „Meine Familie musste aus beruflichen Gründen von Bonn nach Mühlenbeck umziehen. Da bin ich natürlich mitgezogen“, berichtet der junge Mann. Er selbst war nach seinem erfolgreich bestandenen Abitur noch unsicher, in welche Richtung es ihn beruflich ziehen würde. „Dass ich studieren möchte, war mir schon klar, aber was genau, da war ich mir noch nicht zu einhundert Prozent sicher.“ Also begann er, sich nach Optionen für ein Übergangsjahr umzuschauen. „Ein freiwilliges soziales Jahr reizte mich nicht so. Dann stieß ich auf die Möglichkeit eines FÖJs. Das fand ich interessant“, erinnert er sich. Auch wenn er nicht unbedingt ein Ökofreak sei, wie er lachend ergänzt. Grundinteresse für Umweltthemen habe er aber schon gehabt. Gereizt habe ihn zudem die Gelegenheit, „mal etwas völlig Neues zu machen, mich auszuprobieren und mich selbst in einem Bereich auszutesten, mit dem ich vorher kaum Berührungspunkte hatte“. Bei seiner Suche nach konkreten Einsatzstellen stolperte er schließlich über die Ausschreibung des Oranienburger Schlossparks, bei der er sich schließlich bewarb und am 1. September vergangenen Jahres loslegte.

FÖJler Niklas Münz. Quelle: Nadine Bieneck

Ulmenzipfelfalter und Rotklee-Bläuling

Seitdem kümmert sich der junge Mann um ein weit gestecktes Tätigkeitsfeld. Genau diese Abwechslung macht für ihn jedoch auch den Reiz an seiner Arbeit aus. „Kein Tag ist wie jeder andere“, sagt er. „Wir kümmern uns um Führungen und Projekte im „Grünen Klassenzimmer“, die auch vor- und nachbereitet werden müssen, entwickeln neue Ideen für neue Themen, die wir den Kindern nahe bringen wollen. Zur Zeit sind wir zudem viel damit beschäftigt, den Kanal im Park von seiner Schilfbewucherung zu befreien“, zählt der 19-Jährige auf. Großen Spaß mache ihm zudem die wöchentliche Schmetterlingsbeobachtung. „Einmal wöchentlich dokumentieren wir alle Tagfalter, um deren Bestand und damit Veränderungen der Artenvielfalt zu dokumentieren“, erklärt er, „kürzlich haben wir mit dem Ulmenzipfelfalter und dem Rotklee-Bläuling tatsächlich zwei neue Arten erfassen können“. Darüber hinaus gehört die Pflege der zahlreichen Beete auf der Anlage – neben Kräutern, Gemüse und Obst wachsen in der grünen Oase auch zahlreiche Blumen, Sträucher und Bäume – zu den Tagesaufgaben („Bei den aktuellen Temperaturen sind wir viel mit dem Bewässern beschäftigt.“)

Viel Vorwissen nicht zwangsweise notwendig

Der 19-Jährige hat sich in den vergangenen Monaten eine Menge grünes Wissen angeeignet. Sehr zur Freude von Reikja Priemuth, die das „Grüne Klassenzimmer“ seit dem 1. Januar 2018 leitet. „Als FÖJler muss man nicht zwangsweise mit viel Vorwissen zu uns kommen“, sagt die 36-Jährige. Sowohl in der täglichen Arbeit als auch in verschiedenen Seminaren, welche die FÖJler während ihres Einsatzjahres absolvieren, werde jede Menge Wissen vermittelt. „Man wächst da rein“, bestätigt Niklas Münz.

Die Neugestaltung des Insektenhotels könnte eine Aufgabe für den neuen FÖJler sein, sagt Reikja Priemuth. Quelle: Nadine Bieneck

Für Reikja Priemuth ist die Unterstützung durch den FÖJler Gold wert. „Ohne diese Hilfe wären einige Projekte, die wir im „Grünen Klassenzimmer“ durchführen, gar nicht möglich“, sagt sie. Niklas Münz ist auch nach einem knappen Jahr immer noch zufrieden mit seiner Entscheidung für ein FÖJ. Er habe sich auch selbst ein stückweit verändert, sagt er. „Ich achte deutlich bewusster auf meine Lebensweise, habe mich als Mensch weiterentwickelt.“ Nicht nur aus diesem Grund rät er auch anderen jungen Menschen dazu. „Ich würde mich jederzeit wieder so entscheiden und kann so ein Jahr jedem nur empfehlen“, sagt er 19-Jährige. „Solch eine Chance bekommt man nie wieder, das ist auf keinen Fall ein verschenktes Jahr.“

Bewerbungen für FÖJ im „Grünen Klassenzimmer“

Noch bis 31. Julikönnen sich Interessenten für die FÖJ-Einsatzsstelle (Beginn: 1. September) beim „Grünen Klassenzimmer“ bewerben.Die Unterlagen können per Post an die Tourismus und Kultur Oranienburg gGmbH, Reikja Priemuth, Rungestraße 37, 16515 Oranienburg oder per E-Mail an info@oranienburg-erleben.de geschickt werden.

Ausführliche Informationen dazu gibt es auch in diesem MAZ-Artikel: „Schlosspark sucht neuen FÖJler

Von Nadine Bieneck

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