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Oranienburg Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD): „Sie werden das schaffen!“
Lokales Oberhavel Oranienburg Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD): „Sie werden das schaffen!“
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18:43 29.05.2019
Die Anwärterinnen und Anwärter von der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg leisten ihren Eid auf das Grundgesetz und die Verfassung des Landes Brandenburg. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

131 Anwärterinnen und 263 Anwärter sind am Mittwochvormittag an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg in Oranienburg feierlich vereidigt worden. „Sie sind der zweitgrößte Lehrgang“ sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter in seiner Festrede und fügte hinzu: „Sie kommen in eine Zeit, wo die Polizei in Brandenburg wieder wächst.“ Mit der Frühjahrseinstellung hätten die Einstellungen die 6000er-Marke überschritten. Dies sei eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Der Innenminister und oberste Dienstherr der Brandenburger Polizei, Karl-Heinz Schröter (SPD) hielt die Festrede. Quelle: Enrico Kugler

„Zwei Dinge sind diesmal neu“, stellte Karl-Heinz Schröter, der zu den Stammgästen der Fachhochschule in Oranienburg gehört, am Mittwoch fest: Im Vorprogramm spiele das Landespolizeiorchester Brandenburg. Dies, so der Minister, könne getrost zur Tradition werden. Zudem seien so viele Angehörige zur Vereidigung in die Mehrzweckhalle gekommen, dass Teile des Publikums mit Stehplätzen vorlieb nehmen müssen.

131 Anwärterinnen und 263 Anwärter sind am Mittwoch in Oranienburg feierlich vereidigt worden. Quelle: Enrico Kugler

„Das wird heute nach der Ernennung zum Abschluss der Ausbildung wohl der zweitwichtigste Tag in ihrem Berufsleben“, so Karl-Heinz Schröter. Die jungen Leute hätten seit Lehrgangsbeginn im Oktober 2018 erste Einblicke in das Berufsbild der Polizei bekommen, wüssten inzwischen schon sehr gut Bescheid und hätten längst „keine krummen Hände mehr vom Koffertragen“. Zugleich hätten die Anwärter bis zur Ernennung noch einmal ausreichend Zeit gehabt, zu hinterfragen, ob diese Berufswahl die richtige Entscheidung gewesen sei. „Sie haben eine gute Entscheidung getroffen“, beantwortete der SPD-Minister die Frage sogleich selbst, rief den Anwärtern zu: „Sie werden es schaffen!“ und ergänzte süffisant: Ich habe ganz bewusst nicht gesagt: „Wir schaffen das!“

Nach der Vereidigung konnten sich Familienangehörige und Freunde der Polizeischüler mit Bestandteilen der Ausbildung bekannt machen. Quelle: Enrico Kugler

Der Eintritt in den öffentlichen Dienst, so der oberste Dienstherr der Brandenburger Polizei, gebe den Anwärtern berufliche und private Sicherheit. In Ausübung ihres Dienstes, darüber müssten sich alle, die nun vereidigt werden, im Klaren sein, würden sie mitunter angefeindet werden und in Gefahr geraten. Diese Situationen würden ziemlich belastend sein und dann gelte es, polizeiliche Professionalität an den Tag zu legen. Dafür werde hier an der Fachhochschule der Polizei der Grundstein gelegt.

Demonstriert wurde auch, wie man sich aus einem Wagen befreien kann, der infolge eines Unfalls auf dem Dach gelandet ist. Quelle: Enrico Kugler

„Polizeidienst ist gelebte Nächstenliebe“, sagte Sven Täuber. Es sei, so der Landespolizeipfarrer, schon irgendwie paradox: Komme doch der Polizei die Aufgabe zu, mit hässlichen Mitteln das Gute zu schützen. Unter Einsatz von Gewalt, Gewalt zu beenden. Denken sie in solchen Situationen immer daran, dass sie auf der richtigen Seite stehen und sagen sie sich immer wieder: Wir sind die Guten! Gott segne ihren Dienst! Amen!“

„Ich freue mich auf die Vereidigung und bin stolz, nun auch ganz offiziell dazu zu gehören“, sagte Emil Esch. Der Polizeiobermeisteranwärter hat im Herbst 2018 mit der Ausbildung begonnen.

Freut sich, dass er in die Ausbildung zum Polizisten gewechselt ist: Emil Esch aus Oranienburg. Quelle: Bert Wittke

„Hier bin ich jetzt richtig glücklich“, so der gebürtige Oranienburger, der an der Torhorstschule sein Abitur gemacht hat. Dann hatte er eine Lehre als Mechatroniker begonnen, die ihm jedoch nicht zugesagt habe. „Ich freue mich darauf, nun Polizist zu werden“, sagte der Anwärter. Bei der Ausbildung interessiere er sich sehr für das große Thema Recht – wann dürfe ein Polizist wie reagieren. Zudem treibe er sehr gerne Sport, spiele in seiner Freizeit Handball beim Oranienburger HC und fahre Motocross.

Unter den am Mittwoch vereidigten ist auch Michael Kolettis. Der 33-Jährige schlenderte nach dem feierlichen Gelöbnis mit seiner schwangeren Frau über das Gelände der Fachhochschule.

Unter den Gästen der Vereidigung saß anscheinend schon der Polizei-Nachwuchs für die kommenden Jahre. Quelle: Enrico Kugler

„Ja, meinte Aylin Kolettis, sie habe schon gemischte Gefühle,wenn sie daran denke, dass ihr Mann Polizist wird. Aber die positiven Eindrücke würden überwiegen. Außerdem halte sie den Dienst bei der Brandenburger Polizei für nicht ganz so gefährlich wie den Dienst in anderen Bundesländern. Das Ehepaar ist aus Mannheim nach Brandenburg gekommen und lebt jetzt etwa ein Jahr in Oranienburg. „Hier in Brandenburg habe ich die Chance auf eine Ausbildung bei der Polizei bekommen, obwohl ich schon älter bin“, sagte Michael Kolettis, der 33 Jahre ist. In Oranienburg sesshaft werden, möchte das seit einem Jahr verheiratete Pärchen eher nicht. „Wir brauchen Großstadtfeeling“, meint Michael Kolettis. Potsdam käme in diesem Zusammenhang in Betracht.

Von Bert Wittke

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