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Oranienburg Fluch oder Segen?
Lokales Oberhavel Oranienburg Fluch oder Segen?
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19:29 30.12.2019
 Der Himmel über dem Kreis Oberhavel dürfte auch dieses Silvester wieder hell erleuchtet sein – zumindest um Mitternacht. Quelle: Enrico Berg
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Oberhavel

„Bei uns wird in der Silvesternacht nicht geknallt“, sagt Rebecca Franz aus Hennigsdorf. „Vanessa und Jeason mögen das ganz und gar nicht.“ Die siebenjährige Vanessa und der fünfjährige Jeason sind die Kinder der 31-jährigen Büroangestellten. Für sie hat die Mama am Montag in Oranienburg noch schnell ein paar Luftschlangen und zwei lustige Hütchen gekauft. Denn Silvester gefeiert wird im Hause Franz natürlich trotzdem. Ihr tue vor allem das Geld leid, dass da stets am letzten Tag des Jahres in die Luft geschossen wird, meint Rebecca Franz. Dann könne sie die Scheine auch gleich zum Fenster raus werfen. Sie wundere sich gerade an Silvester über so manche Leute, so die 31-Jährige. Da würden manche Leute das ganze Jahr über auf ihre Kohle achten und stets nach Sonderangeboten Ausschau halten, und wenn der 31. Dezember naht, können sie gar nicht genug Knallzeug kaufen.

Einmal im Jahr muss es gestattet sein

Daniel Schlenker denkt anders über die Knallerei zu Silvester, der 21-jährige Oranienburger deckt sich, wie er sagt, stets mit reichlich Raketen, Batterien und Fontänen ein. Einmal im Jahr, so der Azubi, müsse es schon mal gestattet sein, etwas lauter und ausgiebiger zu feiern. Er freue sich jedenfalls das ganze Jahr darauf, mit seinen Freunden Party machen zu können. Und sei es nicht so, sagt Daniel Schlenker mit einem herausfordernden Lächeln im Gesicht, dass mit dem Krach in der Silvesternacht die bösen Geister vertrieben werden sollen? „Ich kaufe auch nur Pyrotechnik, die erlaubt ist“, versichert der 21-Jährige. Von den sogenannten Polen-Böllern lasse er dagegen die Finger. Damit sei schon viel passiert, wie ihm zu Ohren gekommen ist. Was er für seine Knallerei dieses Jahr ausgegeben hat? „Etwa 80 Euro“, sagt der Oranienburger. Er finde das nicht zu viel, wenn er daran denkt, was heutzutage zum Beispiel Eintrittskarten für ein gutes Rockkonzert kosten. Und da habe man in der Regel nur zwei bis drei Stunden Spaß.

Flucht vor einem verqualmten Berlin

Claudia Meinke ist kein Freund von Feuerwerk. Die 20-jährige Berlinerin, die zurzeit eine Freundin in Lehnitz besucht, ist heilfroh, dass sie Berlin am letzten Tag des Jahres den Rücken kehren kann. Dort werde in einigen Gegenden um Mitternacht so viel geknallt, dass dicke Rauchschwaden durch die Straßen ziehen. Und hinterher würden die ganzen Sachen nach Qualm riechen. Ein Jahr habe sie sich sogar ihre teure Lederjacke versaut. Am Morgen nach der Silvesternacht habe sie zwei Löcher entdeckt, die nicht mehr hätten ausgebessert werden können. Das sei ihr eine Lehre gewesen. Und überhaupt stimme sie jenen Leuten zu, die sagen, dass das ganze Feuerwerk Gift für die Luft und das Klima sind. Man könne sich doch nicht das ganze Jahr über für ein saubereres Klima einsetzen und dann in einer Nacht alles über den Jordan werfen. „Was ich mit meiner Freundin kurz nach Mitternacht mache“, so berichtet die junge Berlinerin, sei Figuren zu gießen. Aber natürlich nicht aus Blei, sondern aus Wachs. Darauf sei sie schon sehr gespannt.

Feuerwerk hat Tradition

„Ich will gerade noch ein bisschen Knallzeug kaufen“, sagt Patrick Sordon und fügt hinzu: „Feuerwerk hat Tradition und gehört für mich einfach zu Silvester dazu. Es müssen ja nicht Unmengen sein.“ Aber ein bisschen was Buntes, Sprühendes und Knallendes sei doch ganz schön.

Von Bert Wittke

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