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Oranienburg Folkfest im Weidengarten
Lokales Oberhavel Oranienburg Folkfest im Weidengarten
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16:54 08.07.2018
Oliver Dehnick (M.) mit dem Duo „Ente und Tinus“.
Oliver Dehnick (M.) mit dem Duo „Ente und Tinus“. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Die kleine Tanzfläche im Weidengarten war voll, Paare drehten sich in der Abendsonne. Auf der Bühne standen die sieben Musiker der Stout Scouts mit Banjo, Whistle, Mandoline, Dudelsack & Co. Mit Songs wie „Drunken Sailor“ oder „The Swallow Tail“ boten sie wieder Traditionelles von der Grünen Insel, changierten dabei spielerisch leicht von 6/8- über den 4/4- bis zum 2/4- Takt. „Wir haben dafür in letzter Zeit richtig viel geprobt“, sagt Sänger Oliver Dehnick.

Beim mittlerweile 14. Folkfest-Openair im Weidengarten schaute er auf rund 300 Gäste. „Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, es kribbelt total“, sagt der Oranienburger. 2001 spielten die Stout Scouts hier das erste Mal vor rund 30 Gästen, davon war die Hälfte Familie. Heute hat sich das Konzert zu einem festen Termin in der lokalen Folkszene gemausert. „Wir sind stolz darauf, dass wir mit dieser Nischenmusik in Oberhavel so gut ankommen.“

Auch „Ente und Tinus“ standen auf der Bühne

Mit auf der Bühne standen in diesem Jahr „Hartmut&Lisa“ mit Songs von Countrylegende Johnny Cash sowie „Ente und Tinus“. Die beiden heißen mit bürgerlichen Namen Andreas Starck und Thoralf Müller und spielen seit drei Jahren zusammen. Es sind allesamt selbstgeschriebene Gitarrenstücke. „Wenn wir singen würden, wäre der Laden mit einem Schlag leer“, flachst Starck. Dass Oliver Dehnick sie zum Folk-Openair eingeladen hatte, war eine große Ehre für das Oranienburger Duo, das auch jedes Jahr bei der Lichternacht und „Koofen und Schwoofen“ zu sehen ist. „Das Folkkonzert hier ist eine tolle Veranstaltung, wir sind natürlich stolz, hier spielen zu dürfen“, sagt Thoralf Müller, der in Oranienburg den „Findling An- & Verkauf“ betreibt.

Ein weiteres Highlight war die Feuershow der Tanzgruppe „Fireflies“, die schwarz gekleidet zu mittelalterlichen Melodien tanzten. „Die große Herausforderung dabei ist, dass wir uns nicht verbrennen“, sagt Nadin Spannemann und lacht. Sie ist eine der acht Tänzerinnen und erst seit Anfang des Jahres dabei. Zweimal im Monat treffen sich die Frauen aus Oberhavel, dem Barnim und Berlin zum gemeinsamen Training. Der Applaus des Publikums am Sonnabend war laut, für die Feuertänzerinnen dürfte er ein guter Ansporn sein.

Ein neues Album der Stout Scouts

Aktuell produzieren die Stout Scouts auch ein neues, das mittlerweile fünfte Album. Dafür hat sich Bandchef Oliver Dehnick ein digitales 24-Kanal-Mischpult gegönnt, die Songgerüste mit Gitarren und Bass schon eingespielt. Nun müssen die Bandkameraden ihre Instrumente beisteuern. „Ziel ist es, dass wir etwa 50 Minuten tolle Musik auf der CD haben“, sagt Oliver Dehnick. Wieviele Songs das am Ende sein werden, das kann er heute noch garnicht sagen. Klassiker wie „The Irish Rover“ oder „The Drunken Sailor“ werden aber auf jeden Fall genauso dabei sein wie die Schmachtballade „Red is the Rose“.

Der Name des vergangenen Albums war „The Glass of Beer“, der neue Name wird noch hochprozentiger. „Whiskey at Breakfast“ – also „Whiskey zum Frühstück“ wird die neue Scheibe der Stout Scouts heißen. „Ein Ire hat mir mal erzählt, dass man so am Morgen seinen Kater besiegen kann“, sagt Dehnick, der auch regelmäßig Whiskey-Tastings veranstaltet. Präsentiert werden soll die Platte passenderweise am St. Patrick’s Day am 17. März im Oranienburger Oranienwerk.

Rund 300 Gäste waren – wie in den vergangenen Jahren – zum Konzert in den Weidengarten gekommen Quelle: Marco Paetzel

In den kommenden Tagen wird es aber erstmal keine Aufnahmen geben. Oliver Dehnick bricht am Dienstag mit seiner Familie auf nach Glasgow, dann machen sie eine zehntägige Rundreise durch Schottland. Vielleicht findet er in den Highlands Inspiration für die Platte.

Von Marco Paetzel