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Oranienburg Friseur-Jubiläum: Neun Jahrzehnte Kopfarbeit
Lokales Oberhavel Oranienburg Friseur-Jubiläum: Neun Jahrzehnte Kopfarbeit
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01:17 19.05.2019
Inhaberin Grit Hörig (vorn): „Ich habe ein tolles Team. Ein großes Dankeschön für die langjährige, tolle Zusammenarbeit. Und ein Dank an all unsere Kunden, die uns über Jahrzehnte die Treue gehalten haben.“ Quelle: Stefan Blumberg
Oranienburg

Pi mal Daumen befand und befindet sich der Salon Öhmke 30 Jahre in den Händen jeweils einer Generation. Wilhelm und Elsa Öhmke – sie gründeten das Geschäft im Jahre 1929 – leiteten den Salon bis 1959. Danach übernahm deren  Sohn Gert und stand gemeinsam mit seiner Frau Christel an der Spitze. Seit 1990 führt Enkeltochter und Tochter Grit Hörig das Geschäft. Macht in der Summe bis zum heutigen Tage 90 Jahre. Neun Jahrzehnte Familienunternehmen, neun  Jahrzehnte  Familientradition.

Geschäft an drei verschiedenen Standorten

In all der Zeit befand sich der Salon an drei Oranienburger Standorten. Begonnen hatte die Erfolgsgeschichte auf dem heutigen Parkplatz zwischen Breite Straße und Berliner Straße. Aber 1945 wurde das Gebäude, in dem das Geschäft untergebracht war, zerbombt. Dann zogen die Öhmkes in die Neustadt (Bernauer Straße) und blieben dort bis 1999. Seit 20 Jahren werden in der Koblenzer Straße 13 die Haare der Kunden geschnitten, gefärbt oder gelegt. Der Umzug kam deshalb zustande, um den Laden zu vergrößern.

Mitarbeiter des Salons Öhmke aus der Anfangszeit. Quelle: privat

„Ich bin im Friseursalon groß geworden“, sagt Grit Hörig. „Ich half als Schülerin bei einem Praktikum aus – aber das war es schon“, so die Inhaberin, die als Kind regelmäßig in  der Welt der Scheren, Kämme und  Föhns  zu Hause war. Sie ist sich gar nicht so sicher, ob sie damals beruflich überhaupt den Weg in diese Branche eingeschlagen hätte. „Ich war durch meine Familie geprägt und deshalb auch gegen die DDR-Diktatur. In die FDJ trat ich nicht ein, war dadurch Repressalien ausgesetzt. Die damalige Direktorin der Waldschule sagte mir, dass ich keine Chance hätte, mein Abitur zu machen und zum Studium zu gehen“, erinnert sich Grit Hörig. Trotzig reagierte sie damals: „Ich übernehme sowieso irgendwann den Salon.“

„Mangel an Fachkräften“

Somit war der Grundstein dafür gelegt, dass sich die Familientradition fortsetzt. Die Enkelin und Tochter schlug den Weg ein, den vor ihr schon ihre Großeltern und Eltern gewählt hatten. Sie machte ihre Ausbildung von 1983 bis 1985 in Lehnitz und ließ von 1986 bis 1988 ihre Meisterausbildung folgen. 1990 dann die Geschäftsübernahme. „Ich bin sehr gern Unternehmerin“, sagt die 52-Jährige. Auch wenn sie die Entwicklung im Handwerk als sehr schwierig einschätzt. Momentan hat sie drei Mitarbeiterinnen und einen Mitarbeiter sowie eine Praktikantin (Zoe Anske). Der Personalbestand war aber schon wesentlich höher, lag bei bis zu zehn Mitarbeitern. „Die aktuell niedrige Zahl ist dem Mangel an Fachkräften geschuldet“, sagt die Chefin. Sie könne gut und gern zwei, drei Fachkräfte einstellen. „Die Probleme im Handwerk bewegen mich im Moment sehr“, so die Oranienburger Stadtverordnete. „Ich erwarte von der Bundespolitik, dass sie geeignete Maßnahmen ergreift, um die Attraktivität des Handwerks zu steigern. Sonst liegt es in einigen Jahren am Boden. Wir bräuchten Entlastungen und auch Förderungen.“ Noch mache ihr der Beruf Spaß, aber er ist manchmal frustrierend und nicht lohnend“, sagt sie. Die Bewerber, die sie habe, erfüllten oft nicht die Voraussetzungen. Die jährliche Ausbildungsmesse Youlab sei für sie bislang nicht von Erfolg gekrönt gewesen. „Was ist mit unserem Handwerk los?“, fragt sich Grit Hörig.

Im Schaufenster ist das Jubiläum sichtbar. Quelle: Stefan Blumberg

Wenn sie zurückblickt, hat sie die durchaus besseren Zeiten vor Augen. Unter ihrer Regie wurden seit 1990 insgesamt 21 Lehrlinge ausgebildet. Allerdings  auch nur bis zum Jahr 2011. Danach fehlten die geeigneten  Bewerber. Im Schnitt habe es  immer  sieben  Mitarbeiter gegeben.  Sie  weiß,  dass es den Kollegen in den anderen Geschäften nicht anders geht. Im Salon Öhmke arbeitet auch Margitta Lakren. „Sie hat in den 70er-Jahren bereits bei meinem Vater gelernt und ist immer noch bei uns“, freut sich Grit Hörig.

Mit ihr scheint die Familientradition des Salons Öhmke in Oranienburg eines Tages zu enden. Ihr Sohn wird nicht in ihre Fußstapfen treten, er hat sich beruflich anders orientiert.

Von Stefan Blumberg

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