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Oranienburg Ein Wohnheim für Oranienburger Polizeischüler
Lokales Oberhavel Oranienburg Ein Wohnheim für Oranienburger Polizeischüler
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01:16 27.01.2019
Die alte Polizeiwache in der Berliner Straße in Oranienburg soll möglichst schnell einem neugebauten Wohnheim für Polizeischüler weichen. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Es war eine gute und langersehnte Nachricht, die Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch bei seinem Besuch in der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg verkündete, dass möglichst schnell in der Stadt ein Wohnheim für die Polizeischüler gebaut werden soll.

Ministerpräsident Dietmar Woidke besucht Polizeischüler der Fachhochschule Oranienburg. Quelle: Enrico Kugler

„Die Finanzierung ist sicher“, so Woidke. Und auch einen Standort habe man bereits auserkoren: So soll die alte Oranienburger Polizeiwache in der Berliner Straße 45 abgerissen werden und ein Neubau entstehen. „Ziel muss es sein, ein Drittel der Anwärter zu annehmbaren Konditionen dort unterzubringen.“

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1064 Polizeischüler

Bei derzeit 1064 Polizeischülern wären das rund 300 Wohnheimplätze, auch wenn sich Hochschulpräsident Rainer Grieger 500 Plätze gewünscht hätte. 50 Plätze gebe es derzeit in Wohncontainern in der Dr.-Heinrich-Byk-Straße, erklärt Ingo Decker, Pressesprecher des Innenministeriums. Diese wurden für die Unterbringung von Flüchtlingen aufgestellt, jedoch nicht benötigt, so dass sie von Polizeischülern bezogen werden konnten.

Innenminister setzt sich für Internat ein

Zwar sei die Polizeischule in Oranienburg traditionell ein Standort ohne Wohnheim, so Decker, doch stehe man immer mehr in Konkurrenz mit anderen Ländern, die ihren Polizeischülern derartige Unterbringungsmöglichkeiten bieten. „Es wird Wohnheimplätze geben, wir brauchen sie zur Abrundung des Angebotes der Fachhochschule.“ Das sei man auch den Studierenden schuldig, so Decker, schließlich rede man schon eine Weile über das Thema. „Es ist Druck auf dem Kessel. Innenminister Karl-Heinz Schröter hat das Internat zu seinem Thema gemacht.“

Wohnungsmarkt hart umkämpft

Zumal der Wohnungsmarkt in Oranienburg und Umgebung hart umkämpft ist. Teilweise seien die Wohnungen auf dem freien Markt für die Auszubildenden und Studenten nicht mehr bezahlbar, weiß auch Woidke. „Deshalb ist es notwendig, etwas zu tun. Ich hoffe, dass es schnell geht“, so der Politiker. Doch sei es schwer, derzeit Baufirmen zu finden.

Alle ziehen an einem Strang

Das bestätigt auch Pressesprecher Decker und berichtet, dass derzeit noch „kollegiale und konstruktive Gespräche mit dem Finanzministerium“ laufen. „Alle ziehen an einem Strang in dieselbe Richtung.“ Das Gelände in der Berliner Straße, eine Liegenschaft des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB), sei geeignet, so Decker. „Hier lässt sich einiges tun. Es ist zentral gelegen.“ So sei sowohl Polizeischule, Bahnhof als auch Berlin gut erreichbar.

Die alte Polizeiwache Oranienburg

Das Plattengebäude in der Berliner Straße 45 wurde 1973 errichtet. Lange galt es als die „baufälligste Polizeiwache“ Brandenburgs. Der Kriminaldauerdienst arbeitete sogar in Gewahrsamszellen. Im Mai 2017 zog der letzte Polizist in die Germendorfer Allee um. Dort hat der Landkreis den Luisenhof, eine ehemalige Landwirtschaftsschule, für 10,5 Millionen Euro sanieren und zur Polizeiwache umbauen lassen, die an das Land vermietet wird. Die alte Polizeiwache stand seit Mai 2017 leer und verfiel. Sie ist Eigentum des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB).

Ulrike Rehberg, Pressesprecherin des BLB, bestätigt die Planung für das seit Mai 2017 leerstehende Gebäude. „Die Liegenschaft soll sowohl von der Fachhochschule der Polizei als auch vom Landeslabor Berlin-Brandenburg genutzt werden.“ So sollen die Planungen für den ersten Bauabschnitt 2019 beginnen. „Sie beinhalten den Neubau eines Internates für die Fachhochschule der Polizei“, so Rehberg.

60 Doppelappartements entstehen

„Auf der Grundlage einer mit dem Innenministerium abgestimmten Raumbedarfsplanung werden mit einer Nutzfläche von knapp 2000 Quadratmetern im ersten Bauabschnitt insgesamt 60 Doppelappartements mit jeweils zwei Einzelzimmern, Kochnische und Sanitärbereich entstehen.“ Somit hätten vorerst 120 Polizeischüler Platz. Zur optimalen Grundrissgestaltung und maximalen Ausnutzung des Baufeldes werde das Bestandsgebäude abgerissen. Rehberg: „Für den ersten Bauabschnitt stehen derzeit elf Millionen Euro zur Verfügung.“

Von Ulrike Gawande

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