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Oranienburg Oranienburg rätselt: Woher stammt der mysteriöse Knall?
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01:16 17.01.2019
Diana Badtke vermutet die Herkunft des Knalls in der Nähe des Lindenrings in Oranienburg. Quelle: Nadine Bieneck
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Oranienburg

„Plötzlich war ich hellwach und saß in meinem Bett. Alles hat vibriert, sogar Bett und Fenster“, erinnert sich Diana Badtke. Ein monströser Knall hatte die Oranienburgerin in der Erich-Mühsam-Straße am Sonnabend um 23.56 Uhr aus dem Schlaf gerissen. „Mein Mann hatte just in dem Moment die Balkontür geöffnet und einen Lichtblitz wahrgenommen, wenig später hat es ohrenbetäubend geknallt. Davon und von meinem wackelnden Bett bin ich dann wach geworden“, berichtet die 33-Jährige. Auch ihr Sohn sei von dem Lärm aufgewacht. „Er hat angefangen zu weinen, weil er dachte, etwas Schlimmes ist passiert. Nachdem ich ihn beruhigt und wieder ins Bett gebracht hatte, bin ich im Internet auf die Suche gegangen, denn ich selbst war alles andere als beruhigt.“ An Schlaf war für die junge Mutter sowieso erst mal nicht mehr zu denken. Den Auslöser des Knalls vermutet sie in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung, „er kam aus Richtung Lindenring“, schätzt sie.

Rege Diskussion um Ursache des Knalls im sozialen Netzwerk

Nicht nur Diana Badtke grübelt seit Sonnabendnacht über die Ursache des monströsen Knalls. „In einer Oranienburger Facebookgruppe habe ich direkt nach dem Vorfall gefragt, ob andere das auch mitbekommen haben“, berichtet sie. Mehr als 200 Kommentare gingen binnen weniger Stunden daraufhin ein. Viele Oranienburger meldeten sich, die den Knall, die Lichterscheinung und auch die Druckwelle ebenfalls wahrgenommen hatten. „Dass sogar Einwohner in Birkenwerder und Schönfließ den Rumms gehört haben, hat mich schon etwas beruhigt“, sagt Diana Badtke. Das spreche für die Wucht der Druckwelle, die sie verspürt habe. „Man kann sich das gar nicht so richtig vorstellen. Wenn man dann aber anfängt, dazu im Internet zu recherchieren, nimmt das gar kein Ende mehr. In ganz Deutschland knallt es immer wieder und keiner weiß, woher das kommt. Auch im Ausland kommt so etwas vor, gibt es dazu unglaublich viele Artikel“, sagt die Oranienburgerin. Für sie selbst ist der Rumms am Wochenende nicht das erste Vorfall. „2014 gab es das hier schon einmal, ich kann mich daran noch gut erinnern“, so die Einzelhandelsverkäuferin, die während ihres Studiums in Berlin-Wedding gewohnt hatte. „Dort haben wir so etwas auch erlebt. 2009 hat es mitten in der Nacht geknallt, immer wieder. Bis heute weiß niemand, was das war. Selbst das Fernsehen hatte damals darüber berichtet“, erinnert sie sich.

Wurde der Knall nahe des Lindenrings, wo sich auch abgelegener Garagenkomplex befindet, verursacht? Quelle: Nadine Bieneck

Keine Notrufe bei Polizei und Feuerwehr

Was löste aber nun den Knall in Oranienburg aus? Die MAZ fragte nach: Weder bei der Polizei noch bei der Feuerwehr gingen in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag Meldungen zu dem Vorfall ein. „Wir hören davon gerade zum ersten Mal“, erklärte Dienstgruppenleiter Lange von der Oranienburger Polizeiinspektion auf MAZ-Anfrage am Sonntagvormittag. Auch einen Tag später „wurden bei der Polizei keinerlei Einsätze zu diesem Vorgang notiert“, so Polizeisprecherin Ariane Feierbach am Montag.

Auch bei Stadtverwaltung gingen keine Hinweise ein

Informationen oder Meldungen gingen auch bei der Pressestelle und im Ordnungsamt der Stadt Oranienburg bis zum Montagnachmittag nicht ein. „Weder von Bürgern noch von unseren Mitarbeitern gibt es Hinweise auf diesen Vorgang“, berichtet Steffen Burkhardt, Sachgebietsleiter für Ordnungsangelegenheiten im Rathaus. Den Knall habe er auch selbst gehört. „Alle Vermutungen über die Ursache dafür wären jedoch rein spekulativ“, erklärt er.

Ist eine geplatzte Gasleitung der Auslöser?

Ausgeschlossen werden können Vermutungen über eine geplatzte Gasleitung. „In unserer Leitstelle wurden im betreffenden Zeitraum keinerlei diesbezügliche Havarien oder Einsätze vermeldet“, gibt Dominika Hrubcova von den Stadtwerken Oranienburg Entwarnung. „Unsere Kollegen haben allerdings von dem Vorfall auf Facebook gelesen und grübeln, ebenso wie viele Einwohner Oranienburgs, über die Ursache.“

Was sagt die deutsche Luftwaffe?

Nicht in Frage als Auslöser für all die Aufregung kommt auch ein Überschallknall. „Als Ursache für den beschriebenen Knall kann ich ausschließen, dass es ein Luftfahrzeug der Luftwaffe gewesen sein könnte“, klärte Jörg Langer, Pressestabsoffizier der Luftwaffe auf MAZ-Nachfrage, auf. Schließlich habe weder am Sonnabend noch am Sonntag in der Region irgendein Flugbetrieb der Luftwaffe stattgefunden. Deren Jets lösen mitunter laute Knallgeräusche aus, wenn sie sich mit Überschallgeschwindigkeit fortbewegen, so geschehen in der vergangenen Woche in Wahlsdorf (Teltow-Fläming).

Kommt ein detonierter Bomben-Blindgänger in Frage?

War es vielleicht ein Blindgänger, der in der mit Kriegsmunition belasteten Stadt hochgegangen ist? Dem Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) der Polizei Brandenburg ist der Oranienburger Knall bislang ebenfalls unbekannt. Typische Erscheinungen für eine Blindgängerdetonation könnten laut KMBD ein Trichter und eine Bodenstoßwelle sein. Grundsätzlich seien die Auswirkungen einer Selbstdetonation stets abhängig von der Lage eines Blindgängers und auch der jeweiligen Bodenbeschaffenheit.

War es am Ende ein Böller, der den Knall verursachte? (Symbolbild) Quelle: Tobias Kleinschmidt/DPA

Möglicherweise ganz profane Erklärung

Naheliegend für einen Riesenknall ist zwei Wochen nach dem Neujahrswechsel wohl eher eine Knallerei mit Silvesterböllern. Dies vermuten auch viele Oranienburger. Auf dem Gelände am Lindenring sind nach dem Rumms keine sichtbaren Spuren oder Krater zu finden. Zumindest im begehbaren Bereich rund um den dort angesiedelten Garagenkomplex. Ob dies auch für das benachbarte, dicht bewucherte Gelände gilt, war bei einer Vor-Ort-Besichtigung nicht zu ermitteln. Es ist mit einem Zaun versehen und abgesperrt: „Gefahrenbereich. Betreten verboten!“, heißt es auf einem am Zaun angebrachten Warnschild.

Das bewucherte Gelände neben dem Lindenring in Oranienburg ist von der Stadt Oranienburg umzäumt und als „Gefahrenbereich“ gekennzeichnet. Quelle: Nadine Bieneck

Von Nadine Bieneck

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