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Oranienburg Gedenkstätte: Keine Besserung für Anwohner in Sicht
Lokales Oberhavel Oranienburg Gedenkstätte: Keine Besserung für Anwohner in Sicht
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19:31 05.06.2019
Etliche Reisebusse fahren täglich zur Gedenkstätte Sachsenhausen. An der Einmündung zur Straße der Nationen könnte eine Wendeschleife für Busse entstehen. Quelle: FOTOS: Enrico Kugler, stefan blumberg
Oranienburg

„„Ich bin darüber enttäuscht, was in den vergangenen beiden Jahren passiert ist. Nämlich fast nichts“, fasste Waltraut Krienke von der Anwohnerinitiative (AWI) Gedenkstätte Sachsenhausen am Dienstagabend die Fakten zusammen, die bei der Anwohnerversammlung in den etwa anderthalb Stunden zuvor zutage gefördert worden waren. Die Anwohner der Hans-von-Dohnany-Straße, der Straße der Nationen, des Schäferweges und des Sandhausener Weges nahmen so gut wie kein positives Zeichen mit nach Hause, das auf eine Linderung der Belastung durch Busse der jährlich hunderttausenden Besucher hindeutet. Es habe zwar nach der bis dato letzten Anwohnerversammlung viele Aktivitäten gegeben, die sich mit dem Thema beschäftigten, aber ohne durchschlagenden Erfolg. Insbesondere die Busse – Linienverkehr und Fernbusse – sorgten unverändert für viel Lärm, folgenreiche Erschütterungen und viel Abgase durch laufende Motoren.

An der Stelle könnte eine Wendeschleife entstehen. Quelle: Stefan Blumberg

Die Stadt Oranienburg stellte bereits 40. 000 Euro in den Haushalt ein, um damit eine Machbarkeitsstudie für verträgliche Alternativen ausarbeiten zu lassen. „Wir wollten das Geld aber nicht gleich ausgeben, sondern selbst nach Lösungen suchen“, sagte der Oranienburger Baustadtrat Frank Oltersdorf. Um den Busverkehr und den Lärm zu reduzieren, gibt es die Idee, die Grünfläche an der Ecke Straße der Einheit/Str. der Nationen (dort, wo das Todesmarsch-Denkmal steht) zu einer Wendeschleife für Busse umzugestalten bzw. eine weitere Haltestelle einzurichten und den Linienverkehr aus den Straßen des Wohngebietes herauszunehmen. Ende 2020 wäre mit der Umsetzung dieser Idee zu rechnen. Nicht geklärt sei die Finanzierung eines Shuttles zur Gedenkstätte. Axel Drecoll, Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen, hält an der Ein-Stunden-Taktung durch das Wohngebiet fest.

Initiativesprecher Christian Wollank, Bürgermeister Alexander Laesicke und Baustadtrat Frank Oltersdorf. Quelle: Stefan Blumberg

Keine Lösung gibt es für den Reisebusverkehr. Die von der Gedenkstätte favorisierte Lösung für den Reisebusverkehr beinhaltet die Verlegung des Busparkplatzes auf die Brachfläche hinter der derzeit „umgestürzten Mauer“ und die ausschließliche Zuführung der Reisebusse zum und vom Parkplatz über den Schäferweg. Diese Variante führte unter den Teilnehmern zum Entsetzen, da nach einhelliger Meinung innerhalb der AWI zur Verlagerung der Probleme aus einer Anliegerstraße zu Lasten einer anderen Anliegerstraße unumstritten nicht umsetzbar ist.

Diskussion über Erweiterung des Besucherinformationszentrum

Einigen der etwa 50 Gästen der Versammlung war es völlig neu, dass das Besucherinformationszentrum – quasi auch der Eingang zur Gedenkstätte und deshalb Anfahrtspunkt für die Busse – erweitert werden solle. „Warum bauen Sie das nicht in der Nähe des neu zu schaffenden Busparkplatzes auf der Brache hinter der Polizeischule? Jetzt bestünde noch die Chance dazu“, so Christian Wollank. Man müsse sich den heutigen Gegebenheiten anpassen. Es kämen schon 800 000 Besucher jährlich in die Gedenkstätte. „Das werden vielleicht bald eine Million sein.“ Laut Axel Drecoll existierten Beschlüsse, nach denen sich an der Lage des Eingangsbereiches nichts ändern werde, es gebe dafür Konzepte. Falko Hoppe, Bewohner der Straße der Nationen, führte an, dass die Erschließung der Gedenkstätte grundsätzlich auf das Jahr 1961 zurückzuführen ist. „Das sollte in die Betrachtung mit einfließen. Wir haben direkt nebenan eine Brachfläche, die genutzt werden könnte. Aber ich habe das Gefühl, dass niemand etwas ändern will.“ Der Verwaltungsleiter der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Markus Ohlhauser, verteidigte den jetzigen Stand mit einstigen Millionen und Konzepten von damals, die in die Zufahrtsmöglichkeiten zur Gedenkstätte investiert worden waren.

„Keine kurzfristigen Lösungen.“

Waltraut Krienke erinnerte daran, dass die Initiative „Gedenkstätte Sachsenhausen – Gedenken im Einklang mit dem Leben“ heißt. Derzeit würde aber wenig für die Anwohner getan. Bis auf einige zusätzliche Mülleimer oder die Einrichtung von Geschwindigkeitsanzeigern tat sich nicht viel. Axel Drecoll hatte gehofft, dass es mit der Änderung des Linienbusverkehrs und der Verlegung von Parkplätzen eine Entlastung geben würde. Am Dienstag wurde ihm klar verdeutlicht, dass das den Anwohnern nicht reiche. Er versprach ihnen, drei, vier Alternativen vorlegen zu wollen. „Aber das werden keine kurzfristigen Lösungen sein.“

Von Stefan Blumberg

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