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Oranienburg Wenn der Landrat den Bus lenkt
Lokales Oberhavel Oranienburg Wenn der Landrat den Bus lenkt
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17:26 09.08.2019
Landrat Ludger Weskamp fuhr selbst Bus und besichtigte den Betriebshof. Quelle: Robert Roeske
Germendorf

Er sitzt vor einem riesigen Monitor, der eine Karte mit der Region um Oranienburg, Velten und Hennigsdorf zeigt. Das Straßennetz samt Bushaltestellen ist zu erkennen, darauf bewegen sich grüne, gelbe und rote Symbole. „Das sind die knapp 50 Busse, die gerade im Einsatz sind. Wir überwachen per GPS, wo gerade welches Fahrzeug ist“, erklärt Mario Naudßus, Mitarbeiter in der Einsatzleitstelle der Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG). Grün bedeutet maximal drei Minuten Verspätung, alles darüber ist Gelb. Rote Busse sind verfrüht, wenn Fahrer zu zeitig auf ihre Linie starten. „Per Klick können wir auch erkennen, ob der Kollege gerade in der Pause ist“, erklärte Naudzuß.

Auch ein Telefon für Fahrgäste steht auf seinem Schreibtisch. „Gerade jetzt bei den vielen Baustellen haben wir schonmal Anrufe von Leuten, die fragen, wann ihr Bus denn nun kommt“, so der Mann in der Einsatzleitstelle. Oberhavels Landrat Ludger Weskamp schaut dem Mann über die Schulter. Und sein Job ist nicht eben leicht: 42 Linien mit rund 1270 Haltestellen erstrecken sich über gut 1000 Kilometer Liniennetz.

Von hier aus wird der Busverkehr überwacht. Quelle: Robert Roeske

Am Freitagvormittag besuchte Weskamp im Rahmen seiner Unternehmenstour den Betriebshof der Oberhavel Verkehrsgesellschaft mbH in der Annahofer Straße. Die schieren Zahlen beeindrucken: 6,45 Millionen Fahrgäste beförderten die rund 100 Fahrer der OVG mit insgesamt 93 Bussen – 68 normale und 25 lange Gelenkbusse – im vergangenen Jahr. Neben der Leitstelle schaute er auch in der Werkstatt vorbei, um mit den OVG-Mitarbeitern zu sprechen und ließ sich in der Disposition erklären, was passiert, wenn ein Fahrer kurzfristig ausfällt. „Für diesen Fall haben wir immer einen Fahrer als Reserve in der Früh- und Spätschicht“, erklärte René Buyna, Betriebsleiter Verkehr. „Und wenn gleich zwei Fahrer ausfallen?“, hakte Weskamp nach. Für diesen Fall hätten fast alle Mitarbeiter auf dem Gelände, sowohl in der Verwaltung als auch in der Werkstatt, einen Busführerschein. „Ich habe meinen auch schon viele Jahre“, sagt Buyna und grinst.

Beim Rundgang dabei war auch Holger Winter, der den bisherigen OVG-Chef Klaus-Peter Fischer, der in den Ruhestand geht, als zweite Geschäftsführer begleitet. Anfang 2020 wird er dann die Geschicke der OVG übernehmen. Wichtig sei ihm neben der Pünktlichkeit der Busse vor allem, dass sie immer gut gewartet sind und gepflegt aussehen. „Wir machen nicht viel Werbung, das Erscheinungsbild soll aber einwandfrei sein.“

Die Busse werden regelmäßig gewaschen. Quelle: Robert Roeske

Zehn Azubis gibt es im Unternehmen, sowohl angehende Berufskraftfahrer als auch Mechatroniker. Doch auch die OVG hat in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten bekommen, Personal zu finden. „Wir arbeiten an einem Personalkonzept, um neue Leute ins Unternehmen zu holen“, so Winter. Auch das Thema E-Mobilität beschäftigt ihn. „Natürlich sind immer erst die größeren Unternehmen damit beschäftigt, da hängen wir etwas hintendran.“ Prüfen müsse man, ob etwa Batterien geeignet seien, auch Alternativen wie den Erdgas- oder Wasserstoffantrieb müsse man sich anschauen. Bislang besteht die Busflotte der OVG noch komplett aus Dieselbussen, von denen jedes Jahr sieben neu angeschafft werden.

Landrat Weskamp setzte sich auch selbst für eine kurze Tour auf dem Betriebshof hinter den Buslenker. Es sei gar nicht so einfach, einen zwölf Meter langen Bus zu manövrieren. „Und wenn ich mir vorstelle – der Bus ist noch mit Fahrgästen oder Schülerinnen und Schülern besetzt, dann ist das eine riesen Verantwortung“, sagte der Landrat nach der Fahrt. Immerhin: Er parkte den Bus ganz dicht an der Bordsteinkante. Fast wie ein Profi.

Von Marco Paetzel

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