Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oranienburg Gewalt gegen Frauen: Oberhavel mit traurigem Spitzenwert
Lokales Oberhavel Oranienburg Gewalt gegen Frauen: Oberhavel mit traurigem Spitzenwert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:59 25.11.2019
Vertreter als Lokal- und Kommunalpolitik sowie Mitarbeiter der Kreisverwaltung setzten in Oranienburg ein Zeichen zum Thema „Gewalt gegen Frauen“. Quelle: Nadine Bieneck
Oranienburg

„Der Landkreis Oberhavel ist gern in vielen Bereichen spitze. Dass wir jedoch in dieser Statistik im Land Brandenburg gemeinsam mit Cottbus und Spree/Neiße ganz oben stehen, das ist traurig“, sagte Oberhavels Landrat Ludger Weskamp am Montagvormittag anlässlich des Internationalen Gedenktages gegen Gewalt an Mädchen und Frauen vor den rund 30 Anwesenden, größtenteils aus Politik und Verwaltung. Er spielte damit auf die Zahlen der Polizei zu Einsätzen im Bereich der häuslichen Gewalt an. Von im Jahr 2018 insgesamt 4466 erfassten Fällen im Land Brandenburg waren 551 im Landkreis Oberhavel gemeldet worden – ein trauriger Spitzenwert. Knapp 72 Prozent der Opfer solcher Straftaten sind weiblich, „jede vierte Frau in Deutschland erlebt körperliche Gewalt“, sagte der Kreistagsvorsitzende Wolfgang Krüger. Umso notwendiger sei es, auf diese Zahlen hinzuweisen und ein klares Zeichen gegen diese Gewalt zu setzen.

Theaterstück und Präventions-Seminar in Oranienburg

Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Birgit Lipsky, hatten Weskamp und Krüger am Montagvormittag zum Kreisverwaltungsgebäude in der Adolf-Dechert-Straße in Oranienburg geladen, um ein klares Zeichen gegen die tägliche Gewalt an Frauen und Mädchen mit dem traditionellen Hissen einer entsprechenden Flagge zu setzen. Die hellblaue Fahne mit dem Schriftzug „Frei leben – ohne Gewalt“ soll als Botschaft gelten. Jeder Tag müsse ein Tag ohne Gewalt an Frauen und Mädchen sein. Dafür setze sich auch der Landkreis Oberhavel ein, der zudem verschiedene Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene anbietet. Im Rahmen des Aktionstags, an dem seit 2001 traditionell Fahnen mit entsprechenden Botschaften gehisst werden, findet in Oranienburg am Donnerstag um 19 Uhr in der Stadtbibliothek eine von Christa Wolf autorisierte Aufführung des Stückes „Kassandra“ statt. Am Sonnabend wird zudem im Frauenhaus das Seminar „Gewaltprävention für Kinder“ durchgeführt, wie Birgit Lipsky mitteilte.

Diese Flagge weht nun vor der Kreisverwaltung Oberhavel in Oranienburg. Quelle: Nadine Bieneck

Hilfetelefon steht Betroffenen rund um die Uhr zur Verfügung

Mit Plakaten, Postkarten und Aktionsbuttons macht der Landkreis zudem auf das Angebot des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam. Es bietet Betroffenen rund um die Uhr kostenfrei, anonym, mehrsprachig und barrierefrei unter der Nummer 08000/116016 die Möglichkeit, sich vertraulich beraten zu lassen. Mit einer neuen Notfallkarte möchte der Landkreis Oberhavel ebenfalls dazu beitragen, dass Betroffenen in verschiedenen Lebenslagen schnell die richtige Hilfe zuteil wird. Die Notfallkarte ist in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie beim Landkreis Oberhavel erhältlich.

Informationen zum Hilfetelefon gibt es auch hier: www.hilfetelefon.de

Betroffene können sich beim Hilfetelefon rund um die Uhr und kostenfrei beraten lassen. Quelle: Nadine Bieneck

Von Nadine Bieneck

Gleich drei Wohnungseinbrüche in Oranienburg meldeten Betroffene am Freitag, 22. November bei der Polizei. In allen Fällen gelangten die unbekannten Täter auch in die Räumlichkeiten.

25.11.2019

Einbruch in ein Einfamilienhaus in Borgsdorf, Autoklau in Oranienburg oder ein Unfall in Liebenwalde – das ist der Polizeiüberblick vom Wochenende 22. bis 24. November.

24.11.2019

Im September besuchten Schülerinnen und Schüler der Neddermeyer-Grundschule Schmachtenhagen die MAZ-Redaktion. Sie nahmen viel Wissenswertes mit, um ihre eigene Schülerzeitung zukünftig noch toller gestalten zu können.

22.11.2019