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Oranienburg Ehemalige Heilstätte am Grabowsee – Ausflug mit Gruselfaktor
Lokales Oberhavel Oranienburg Ehemalige Heilstätte am Grabowsee – Ausflug mit Gruselfaktor
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21:37 03.10.2018
Das 34 Hektar große Gelände am Grabowsee: Die ehemalige Lungenheilstätte war bereits mehrfach Kulisse von Dreharbeiten. Quelle: Enrico Kugler
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Friedrichsthal

Die ehemalige Lungenheilstätte am Grabowsee übt eine morbide Faszination aus: Die Mischung aus Verfall, muffiger Kälte und Dunkelheit bietet einen reizvollen Nährboden für ein Gruselabenteuer. Seit Jahren bereits beobachte ich bei regelmäßigen Schwimmausflügen zum Grabowsee das Gelände vom Wasser aus.

Es gilt aber: Zutritt verboten! Begründet wird das mit der Unfallgefahr. Bei Probeaufnahmen für einen Film sowie bei einer organisierten Radtour hatte ich jedoch auch schon einmal Gelegenheit, die Ruinen der 1896 vom Deutschen Roten Kreuz gegründeten und zwischen 1945 und 1995 als sowjetisches Lazarett genutzten Anlage zu besichtigen. Eine interessante Erfahrung.

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Heilstätte am Grabowsee, Führung mit Bernhard Hanke Quelle: Helge Treichel

Spätestens seit der deutsche Horrorfilm „Heilstätten“ Ende Februar in die Kinos kam und ausführlich über den Drehort bei Oranienburg berichtet wurde, rückte die ehemalige Lungenheilstätte in den Fokus auch einer breiteren Öffentlichkeit. Ein Zettel hängt am provisorischen Eingang, der direkt am Radfernweg BerlinKopenhagen gelegen ist.

Seit 13 Jahren in Arbeit

Darauf steht die Handynummer von Bernhard Hanke, der seit Jahren auf dem Gelände lebt. Seit 2005 setzt er sich mit seinem Verein Kids Globe dafür ein, die alten Gebäude wieder aufzubauen und eine internationale Akademie für Kinder und Jugendliche auf dem insgesamt 34 Hektar großen Areal einzurichten.

Während des Rundgangs. Quelle: Helge Treichel

Nachdem sie im Kino den Film „Heilstätten“ gesehen hatten, wollten meine Tochter, ihr Freund und meine Nichte Anfang April das Gelände besichtigen. Zufällig fanden sich noch andere Interessenten ein, so dass eine kleine Gruppe zusammenkam. Bernhard Hanke unterbrach für eine Führung gegen einen kleinen Obolus extra seine Pflege-, Reparatur- und Aufräumarbeiten.

Er zeigte uns einige Räume, tolle Fundstücke und eine kleine Ausstellung. Das Beste aber war, ein paar Räumlichkeiten auf eigene Faust zu erkunden, etwa die „Blutdusche“ aus dem Film oder düstere Kellergänge. Es lohnt sich, sich mit dem Gelände sowie seiner Geschichte und seinen aktuellen Nutzern zu befassen. Kontakt zum Verein Kids Globe: www.kidsglobe.org.

Sarah und Kira entdecken während des Rundgangs geheimnisvolle Traumfänger. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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03.10.2018
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