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Oranienburg Diese Jungs sollen die „Hertha“ retten
Lokales Oberhavel Oranienburg Diese Jungs sollen die „Hertha“ retten
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01:15 23.06.2019
Martin Loerke, Juniorchef der Werft in Malz freuen sich über den prominenten Besuch der Hertha. Quelle: Enrico Kugler
Malz

Die gute alte „Hertha“ liegt vertäut seit ein paar Tagen im Malzer Kanal, direkt an der Werft. Es ist das legendäre Schiff, auf dem im Jahre 1892 der Berliner Fußball-Club Hertha BSC gegründet wurde. In der Malzer Werft soll aus der alten Dame wieder ein flotter Feger werden. Das ist der Wunsch von Ingmar Pering und Christian Wolter – zwei Präsidiumsmitglieder von Hertha BSC.

Das historische Fahrgastschiff, auf dem Hertha BSC gegründet wurde, soll in der Malzer Werft wieder flott gemacht werden.

„Das Schiff ist das erste Mal bei uns“, sagt der Chef der Malzer Werft, Ralf Loerke. „Es soll wieder fahrbereit werden, auch für die Berliner Gewässer.“ Bislang galt die Genehmigung nur für Landesgewässer. Die reichte aus, um jahrelang über die Kyritzer Seenkette fahren zu können. Nicht aber auf Bundeswasserstraßen, zu denen die Spree oder der Landwehrkanal gehören. Ein Aspekt für eine Neubewertung ist die Stärke der Außenhaut. Die muss mindestens 3,5 Millimeter betragen. Ein Sachverständiger muss den gegenwärtigen Zustand untersuchen. „Wenn die Wandstärke nicht ausreicht, wird die entsprechende Stelle herausgeschnitten und ausgetauscht“, so Ralf Loerke. Das ist das täglich Brot der etwa 30 Mitarbeiter der Malzer Werft. Die Ruder- und Wellenanlage wird ebenso auf den Prüfstand gestellt.

Die „Hertha“ in Malz. Quelle: Enrico Kugler

Das kann aber nur der Anfang sein, denn die „Hertha“ ist tatsächlich in die Jahre gekommen. Abgeplatzte Farbe, wo man hinschaut. Die Sicherheitsbedingungen wie der Brandschutz entsprechen längst nicht mehr dem erforderlichen Standard. Mit Wellpolyester wurde versucht, den Regen vorm Eindringen in das Schiffsinnere abzuhalten. Dafür tropft es an einer anderen Stelle durch. Die Sitzbänke sind aus dem Material, aus dem früher die Bänke in den S-Bahnen waren. Holzrahmen der Fenster sind verzogen. Das Führerhaus erinnert an moderne Technik aus den 50er- oder 60er-Jahren. „Der Pflegebedarf ist da“, umschreibt Ralf Loerke die derzeitige Situation. Und das ist nur der erste Blick auf den blau-weißen Dampfer. Der liegt noch nicht einmal auf dem Trockenen. Genau wird er noch inspiziert. Loerkes Sohn Martin, zweiter Mann in dem Unternehmen, spricht in Bezug auf die S-Bahn-Sitze „von einem gewissen Charme“.

Der Pflegebedarf ist da

Die Loerkes sind gelassen, schließlich sind es genau die Arbeiten, mit denen sie und die Mitarbeiter – zu ihnen gehören zwei Azubis (weitere wären gern gesehen) – ihr Geld verdienen und wofür sie bekannt sind. Sie haben eine eigene Dreherei und eine eigene Tischlerei. Eine neue Abkantbank haben sie sich gerade  zugelegt. Den Innenausbau lassen sich Schiffseigentümer in Malz machen. Motor werden neu eingebaut. Stückpreis 25 000 Euro ist normal. Auch die 100 000 Euro  für  einen Antrieb. Motorreparaturen nehmen die Werft-Mitarbeiter nicht mehr selbst vor.

Das Schiff ist sanierungsbedürftig. Quelle: Enrico Kugler

Fast alle Schiffe, die in der Müritzer Region unterwegs sind, laufen regelmäßig die Malzer Werft an. „Es sind viele Stammkunden dabei. Sie haben Vertrauen zu uns“, so der Firmenchef. Und die Malzer haben durch öffentliche Aufträge eine konstante Einnahmeseite. Dazu zählen Rahmenverträge, unter anderem mit der Polizei (Wartungsvertrag). Ralf Loerke kann über mangelnde Aufträge nicht klagen. Die Schiffbauhalle steht voll mit Schiffen, die instand gesetzt, gewartet oder gepflegt werden wollen. Auch auf dem Gelände steht genug Arbeit herum. Und im Wasser warten weitere Schiffe, um sich von den Experten behandeln, funktionstüchtig und schick machen zu lassen. Altenpflege auf die andere Art.

Auch die „Hertha“ – sie ist als historisches Fahrgastschiff eingestuft – wartet darauf, dass Hand angelegt wird. Ziel der Eigentümer wird es sein, dass das Schiff alsbald auf den Berliner Gewässern Gäste transportieren kann.

Von Stefan Blumberg

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