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Oranienburg Bombenentschärfung in den 90er Jahren in Oranienburg – Zeitzeugen erzählen
Lokales Oberhavel Oranienburg Bombenentschärfung in den 90er Jahren in Oranienburg – Zeitzeugen erzählen
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06:19 16.07.2019
Erst am 13. Juni 2019 wurden zwei 500-Kilogramm-Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft.. Quelle: Foto: Enrico Kugler
Oranienburg

Am Donnerstag, 18. Juli, werden voraussichtlich die nächsten beiden Weltkriegs-Blindgänger in Oranienburg freigelegt sein. Danach kann der Kampfmittelbeseitigungsdienst über die Art und Weise der Bomben-Entsorgung am Treidelweg entscheiden. Sollten die Zünder noch aktiv sein, dann müssen etwa 5100 Personen den Sperrkreis um die Fundstelle herum räumen. Der Oranienburger Heinz Friedel appelliert an die Betroffenen: „Verlasst den Sperrkreis, damit die Sprengmeister pünktlich und in Ruhe ihre gefährliche Arbeit verrichten können.“

Knall am Ostersonntag

Denn die Wirkung von Blindgängern hat der 79-Jährige selbst erlebt. Am 19. April 1981 gab es bei ihm im Garten am Badeweg in Lehnitz einen ohrenbetäubenden Knall und eine riesigen Erdfontäne. Der damals 41-jährige Wochenend-Gründstücksbesitzer stand nur zwölf Meter davon entfernt. Wie ein Wunder überlebte er unverletzt. Dieser Ostersonntag vor 38 Jahren hat sich bei ihm ins Gedächtnis eingebrannt. „So was vergisst man nicht. Es war wie mein zweiter Geburtstag“, findet er.

Mit auf seinem Grundstück dabei waren seine Frau Brigitta Friedel und ihre Mutter. Auch ihnen ist wenig passiert. Weil sich Brigitta Friedel blitzschnell schützend vor ihre Mutter stellte, erlitt sie Prellungen an Schulter und Nacken. Großes Glück haben sie gehabt, da damals seine Gartenwege ungepflastert waren. Außerdem wurde niemand von einem Bombensplitter getroffen. „Ich stand so dicht dran, dass die über mich hinwegflogen“, erinnert sich Heinz Friedel.

Zwei kleinere Splitter – so groß wie Handflächen und mit sägeblattartigen Kanten – hebt er bis heute auf. Noch immer sieht er die Auswirkungen vor seinen Augen: „600 Quadratmeter um unser Grundstück herum war weißer Sand.“ Und vor dem Gartentor zerstörte der Aufschlag eines nassen Erdstücks die Motorhaube seines Wartburgs. Die Fundamente seines Bungalow rissen. Den fünf Meter tiefen Bombenkrater füllten anschließend 14 MAS-Laster mit Erdreich auf.

Drei Schwerverletzte

Heute erinnert nichts mehr an den gefährlichen Zwischenfall. An der Stelle des Kraters plätschert friedlich ein Brunnen. „Das war damals nichts dagegen, was dann am 4. Dezember 1991 passierte“, ist Heinz Friedel froh, glimpflich davongekommen zu sein. Von dem viel schlimmeren Unglück zehn Jahre später erfuhr er aus der Zeitung.

Die Märkische Allgemeine Zeitung zitierte tags darauf Hans-Werner Effer: „Ich kann selbst nicht glauben, dass ich noch lebe.“ Während des Gassigangs mit seinem Hund auf dem Forstring in Lehnitz stand er plötzlich unvermittelt einem Lichtblitz und Knall in zehn Metern Entfernung gegenüber. Pflastersteine flogen um ihn herum, der sich blitzschnell zusammengerollt habe. 400 Meter weit wurden Steine geschleudert.

Drei Personen waren danach schwer verletzt, einer von ihnen wurde mit einem Rettungshubschrauber nach Berlin-Buch geflogen. Erheblicher Sachschaden entstand an Hauswänden, Türen und Autos, Stromleitungen rissen und gefährdeten die Retter. Hans-Werner Effer zeigte damals dem MAZ-Fotografen ein Loch in der Decke seines Schlafzimmers, die ein Stein samt Dach durchschlagen hatte.

Risiko bei kontrollierter Sprengung

Bisher gab es zwischen 1977 und 1994 sechs Selbstdetonationen von Blindgängern in Oranienburg. Außerdem mussten seit 1991 insgesamt 25 Weltkriegsbomben vor Ort gesprengt werden. Aber auch diese sogenannten kontrollierten Sprengungen bleiben ein Risiko.

Antje Gehrmann erinnert sich, als Anfang der 90er-Jahre während der Bauvorbereitung zum Südcenter an der Berliner Straße ein alter Sprengkörper gefunden wurde. Über das „einschneidende Erlebnis“ am 3. Dezember 1992 erzählt sie: „Wir waren evakuiert.“ Zurücklassen habe die damalige Imkerin jedoch ihre Bienenvölker, die sie wegen der Winterruhe auch gar nicht hätte transportieren können.

„Man hat wohl die Auswirkungen nicht so bemessen“, schildert sie den unerwarteten Effekt der von den Fachleuten herbeigeführten Detonation. Die Druckwelle überlebten jedenfalls ihre Bienen nicht.

Von Matthias Busse

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