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Oranienburg Ministerin auf Baustellen-Tour
Lokales Oberhavel Oranienburg Ministerin auf Baustellen-Tour
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22:15 31.07.2019
Bauministerin Kathrin Schneider besichtigt den Standumbau mit Alexander Laesicke, Stefan Gebhard und Frank Oltersdorf (v.l.) auf dem Louise-Henriette-Steg. Quelle: Matthias Busse
Oranienburg

Seit Anfang der 1990-er Jahre förderten der Bund und das Land Brandenburg in Oranienburg den Wohnungsbau mit 150 Millionen Euro und den Stadtbau mit 43 Millionen Euro. Am Mittwoch kam die Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Kathrin Schneider (SPD), in die Stadt, um sich von der Rathaus-Führung zeigen zu lassen, wie das Geld verwendet worden ist. Nach dem Rundgang legte sie den Grundstein für den ersten Bauabschnitt der neuen Weißen Stadt.

Los ging es am Bahnhof, wo jüngst die Platzneugestaltung begonnen hat. Nach den Erläuterungen durch Baustadtrat Frank Oltersdorf (SPD) zu der geplanten Verlegung des Busverkehrs links neben das Bahnhofsgebäude und der Aufwertung der Grünflächen vor dem Postgebäude stimmte die Ministerin zu: „Damit der Platz ein Platz ist.“

Förderung soll an steigende Baukosten angepasst werden

Die Wiederherstellung einer einheitlichen, mit Granit belegten Fläche ist mit 4,7 Millionen Euro veranschlagt. Probleme machen Tiefbau-Amtsleiter Stefan Gebhard die steigenden Ausgaben, die derzeit bei etwa 250 Euro pro Quadratmeter lägen. Förderfähig sind jedoch nur 180 Euro. Die Landes-Ressortchefin kennt das Problem: „Hoch- und Tiefbau boomen. Das treibt die Preise.“ Sie verspricht, die Förderrichtlinie an diese Realität anzupassen.

Oltersdorf klagt ihr weiterhin, dass die Deutsche Bahn sich nicht dazu bewegen lasse, wieder öffentliche Toiletten in ihrem Gebäude zur Verfügung zu stellen. Kathrin Schneider kennt diese ablehnende Haltung der Bahntochter Station & Service. Derzeit befänden sich jedoch die Gespräche zwischen Land und Unternehmen in dieser Frage bereits auf einem guten Weg. Ziel der Ministerin sei: „Bahnhöfe sollen wieder Teil der Stadt sein. Aber es ist ein weiter Weg.“

Unterwegs am Bahnhof: Bauministerin Kathrin Schneider (SPD) mit (v.r.) Tiefbau-Amtsleiter Stefan Gebhard,Oranienburgs Baustadtrat Frank Oltersdorf (SPD) und Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke. Quelle: Matthias Busse

Die Landesförderung strahlt auf die Nachbarschaft aus

Weiter ging es zu Fuß zur Mittelstraße, wo der Baustadtrat schon Vollzug melden konnte: „Fast alle Gebäude sind saniert.“ Das verfallene Gebäude des ehemaligen Standesamtes an der Ecke Willi-Brandt-Straße fiel der Ministerin gleich auf, allerdings läge dieses nicht in kommunaler Zuständigkeit. Dennoch zeigt sich die Besucherin zufrieden über das bereits Geschaffte ringsum: „Wenn die öffentliche Hand investiert, dann ziehen die Privaten nach.“

Weiter ging es zu einem ehemaligen Sorgenkind von Oltersdorf, der Lehnitzstraße. „Das war unsere letzte Schmuddelstraße“, sagt er im Hinblick auf schon erneuerte Fassaden und die große Baustelle am alten Kornspeicher, wo derzeit die Tas-Gruppe 264 Wohnungen errichtet. Ministerin Schneider sieht, dass der Abriss des Klärwerks an der Ecke Byk-Straße den Imagewandel der Gegend vorangetriebenen habe. „Das hat sich gelohnt“, erinnert sie an die Strategie ihres Ministeriums, die Mittel aus verschiedenen Fördertöpfen zu summieren. „Sonst hätten wir die Altlastensanierung nicht so schnell hinbekommen“, meint die erfahrene Planerin und freut sich persönlich über das Erreichte: „Das ist wie ein Puzzle und das Schöne an meinem Ressort: Wohnen und Stadtentwicklung miteinander zu verknüpfen.“

Unterwegs am Kornspeicher: Bauministerin Kathrin Schneider (SPD) mit (v.r.) Tiefbau-Amtsleiter Stefan Gebhard, Oranienburgs Baustadtrat Frank Oltersdorf (SPD) und Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke. Quelle: Matthias Busse

Am Rande gibt Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) Probleme mit der Tas zu, den Speicher zu reaktivieren: „Der Investor stellt den Speicher in Frage.“ Sein Dezernent Oltersdorf blickt aber weiter positiv in die Zukunft: „Die müssen sich jetzt mit dem Denkmalschutz auseinandersetzen.“

Innerstädtisches Filetgrundstück ist von Kleingärtnern und Wassersportlern belegt

Auf dem Louise-Henriette-Steg ging der Blick bis ins Jahr 2009 zurück, als die Havel bis zum Schlossplatz für die Landesgartenschau hübsch gemacht worden sind. Mit Blick auf die Kleingartenanlage am Fischerweg und das Gelände vom Wassersportclub Möwe sagt Oltersdorf: „Das schreit nach einem städtebaulichen Wettbewerb.“ Die Innenstadtlage müsste seiner Meinung nach besser genutzt werden. „Konfliktträchtig“findet die Ministerin das Vorhaben angesichts der derzeitigen Freizeitnutzer. „Wir werden für beide einen Ersatz schaffen“, verspricht der Baustadtrat.

Auch an der Ecke Berliner Straße, Ecke Havelstraße sieht er Entwicklungspotenzial, das aber zum Schlossplatz hin die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigen müsse. „Wir müssen sehen, wie wir dort eine vernünftige Investition hinbekommen“, sagt er und denkt dort an Wohnen mit kleinteiligem Gewerbe in den Erdgeschossen.

Am Ende wurde die Besucherin aus Potsdam noch Zeuge einer Bombensuche. Unter einem Haus der Oranienburger Wohnungsbau Genossenschaft (OWG) an der Berliner Straße sondierte ein Trupp den Kellerbereich über eine Luke mit Sonar. Nebenan wird auf einer Freifläche Ecke Walther-Bothe-Straße die OWG neuen Wohnraum schaffen.

Von Matthias Busse

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