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Oranienburg Joanna Frölich präsentiert ihren Garten in Eden
Lokales Oberhavel Oranienburg Joanna Frölich präsentiert ihren Garten in Eden
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00:30 30.05.2018
Joanna Frölich (l.) und ihre Schwiegertochter Ingrid Huhle in ihrem Garten in Oranienburg-Eden. Zum „Tag der offenen Gärten“ konnten sich Besucher auf dem Hof umsehen. Quelle: Robert Tiesler
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Oranienburg

Normalerweise ist der Garten von Joanna Frölich und ihrer Schwiegertochter Ingrid Huhle eine ruhige Idylle. Am Sonntag aber herrschte auf dem Hof in Oranienburg-Eden ein Kommen und Gehen. Viele Leute wollten sehen, was dort wächst, denn am Sonntag war „Tag der offenen Gärten“.

Gebremste Natur. Das ist das Stichwort für Joanna Frölich. „Irgendwas reinsetzen, und wenn es passt, kann es bleiben.“ Heißt: In den Baumscheiben wachsen beispielsweise Erdbeeren. Oder Gurken. Oder Kürbisse. Nebenan gibt es ein ganzes Gemüsebeet mit Kohlrabi und Rukola. Letztlich wächst dann aber doch nicht alles, wie es will. „Der Giersch ist ganz schlimm. Der erobert alles, wenn man ihn nicht bremst. Ist der im Beet, breitet er sich aus.“

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Joanna Frölich lebt seit mehr als 20 Jahren in Oranienburg-Eden. Ihr Garten ist ihr ganzer stolz, und deshalb machte sie am Sonntag mit beim „Tag der offenen Gärten“.

Vor 23 Jahren zog Joanna Frölich aus München nach Eden. Vorher lebte sie in Köln, eigentlich kommt sie aus Leipzig. „Wir haben damals das Haus renoviert.“ Im Garten stand eine asbestverseuchte Garage, überall waren Knallerbsensträucher. „Dazu lauter Pappeberge und eine alte Teppichklopferstellung.“ Ein regelrechter Kartoffelacker, wie sie sagt. Aber wirklich einen Garten so geplant, wie er heute ist, das hat sie nie. „Ich bin kein Mensch, der einen Garten auf dem Papier plant.“ Allerdings hat sie als Edenerin die Pflicht, auch Obst und Gemüse anzubauen. Deshalb findet man bei ihr auch etliche Kirschenarten, eine Bauernpflaume, verschiedene Apfelsorten, Pfirsich, Quitten, Sanddorn und Haselnüsse.

„Das alles braucht schon Zeit.“

„Das alles braucht schon Zeit“, sagt sie. „Man muss zum Beispiel immer mal wieder die Kanten abstechen, das Unkraut rausholen und abschneiden, was verdorrt ist.“ Zwei Stunden am Tag widmet sie sich in der Regel dem Garten – manchmal aber auch vier oder gar nicht. Und sie hat neuerdings Hilfe. Vor einem Jahr zogen ihre Kinder nach.

„Wir sitzen schon früh zum Frühstück im Garten“, erzählt Joanna Frölich. Sie genießen dann auf der Terrasse am Haus die ersten Sonnenstrahlen und lesen die MAZ. Die Mittagssonne nehmen sie am Tisch mitten im Garten mit. Manchmal sitzen sie an der Feuerschale, zum Abendbrot geht es wieder auf die Terrasse.

Leute sind schwer begeistert

Die Leute, die sich am Sonntag im Garten umgesehen haben, waren schwer begeistert. „Ein Traumgarten, so wie ich mir immer einen Garten vorstelle“, sagte eine Frau im Vorbeigehen. Eine andere wollte gleich noch einen Geheimtipp für die Pfingstrosen: „Die stehen so seit 20 Jahren“, erzählte Joanna Frölich. „Eine hat in diesem Jahr erstmals geblüht. Man darf sie nicht zu tief einpflanzen“, so ihr Rat.

Wer den Garten sieht, der muss sich nicht wundern, wenn die Bewohnerin sagt: „Ich will hier nie wieder weg.“

Von Robert Tiesler