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Oranienburg Karpfen aus Neuholland bleiben begehrt
Lokales Oberhavel Oranienburg Karpfen aus Neuholland bleiben begehrt
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15:55 30.12.2019
Auch am Silvestertag steht Michael Gebhardt, Fischer aus Schwante, mit seinem kleinen Fischstand noch in der Bernauer Straße. Quelle: Knut Hagedorn
Oranienburg

Kaum etwas anderes spielt Silvester eine so große Rolle wie Glück – und zwar in allen möglichen Formen: beim Bleigießen, als Glücksbringer in Form von Tischdeko oder beim Silvesterkuss. Der Grund, weshalb zum Jahreswechsel der Silvesterkarpfen so beliebt ist, ist der gleiche: Legt man sich eine Schuppe des Fisches ins Portemonnaie, verspricht das – so der Aberglaube – Geldsegen im kommenden Jahr. Und wenn man das stetige Treiben vor dem kleinen Fischstand von Michael Gebhardt in der Bernauer Straße beobachtet, scheinen sich viele aus Oranienburg und Umgebung nach Glück zu sehnen.

Karpfen aus Teichen in Neuholland

„So macht das Spaß, wenn immer Betrieb ist am Stand“, freut sich auch der 63-jährige Fischer aus Schwante, der seit 2008 vor dem Jahreswechsel seine Fische anbietet. „Am Freitag und Sonnabend war es noch ein wenig schleppend, aber nun läuft es ganz gut“, berichtet der Fischer, der seine Karpfen in Neuholland züchtet. Zwischen zwei und sieben Kilo wiegen die Prachtexemplare und viele Stammkunden schauen vorbei, um die Hauptspeise für das Silvesteressen noch einzukaufen.

Stammkunden pflegen Tradition

So auch Familie Anders aus Oranienburg, die seit vielen Jahren bei Michael Gebhardt frischen Karpfen für Silvester kauft. „Bei uns ist Karpfen zu Silvester Tradition, die ganze Familie kommt dann zusammen. Ich bin am Wasser groß geworden und habe daher eine Affinität zu Fisch und hier bei Michael Gebhardt sind sie super frisch und schmecken gut“, berichtet Mutter Petra. Allerdings sieht Michael Gebhardt, der in Schwante wohnt, die Kundschaft Jahr für Jahr abnehmen. „Die Tradition wird gerade bei den Jüngeren nicht mehr so gepflegt und wenn, dann werden Fische aus dem Discounter gekauft. Viele sind nicht mehr bereit, wirklich Geld für frischen Fisch auszugeben“, bedauert der Fischer.

Jüngere Generation will Aufwand nicht mehr

Bis zu 100 Kilogramm Fisch will Gebhardt am Tag verkaufen und sieht dabei vor allem die Qualität seiner Fische als Hauptverkaufsargument: „Qualität hat nun mal seinen Preis. Gerade die langjährigen Stammkunden wissen dies noch zu schätzen. Leider werden aber auch unsere Kunden, die alte Traditionen pflegen, immer älter und die jüngere Generation will sich auch nicht mehr die Mühe machen, die Fische dann herzurichten.“

Auch die Zunft der Fischer hat mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen, wie Michael Gebhardt mit einem Lächeln im Gesicht weiter ausführt. „Mit meinen 63 Lenzen bin ich fast der Jungspund bei Fischertreffen, viele Kollegen von mir sind 80 Jahre alt und teilweise sogar noch drüber.“

Von Knut Hagedorn

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