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Oranienburg Kirchen-Geburtstag: „Wir wollen am Puls der Zeit bleiben“
Lokales Oberhavel Oranienburg Kirchen-Geburtstag: „Wir wollen am Puls der Zeit bleiben“
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17:44 31.05.2019
Pastor Günter Born. Quelle: FOTO: Stefan Blumberg
Oranienburg

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (EFG) Oranienburg ist 80 Jahre alt. Genaugenommen waren Mitglieder dieser Glaubensrichtung bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in Oranienburg zu finden. „Das nannte sich damals Stationsgemeinde. Laut uns vorliegenden Unterlagen gehörten zu der Zeit schon 74 Mitglieder dazu“, sagt der heutige Pastor Günter Born. Das offizielle Geburtsjahr der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Oranienburg ist jedoch 1939. Aufgrund des Mitgliederwachstums wurde Oranienburg in die Selbstständigkeit geführt. Am 9. Juli 1939 wurde dieser Akt bei einem Festgottesdienst vollzogen; 111 Mitglieder zählte die Gemeinde damals (94 Oranienburger, 17 Germendorfer). Claus Harms fungierte als Gemeindeleiter, ihm standen fünf Diakone zur Seite. Knapp zwei Jahre später bezog die Gemeinde die Immobilie der Jüdischen Gemeinde in der Havelstraße 6 (die war aus dem Gebäude vertrieben worden) und weilte dort bis 1944, da das Gebäude durch einen Bombenangriff zerstört wurde. „Wir entschuldigten uns Jahre später bei der Jüdischen Gemeinde, weil wir ihr Gebäude bezogen hatten“, sagte Günter Born. In den Nachkriegsjahren kam das Gemeindeleben zum Erliegen und wurde erst nach einer längeren Pause wiederbelebt – nicht zuletzt durch den Bau eines neuen Gemeindehauses in der Mittelstraße, am jetzigen Standort (1951). Ein damals konzipierter zweiter Bauabschnitt wurde nie umgesetzt. Dafür baute die Gemeinde 1998 an der Stelle ein gänzlich neues Gebäude, welches 1999 eröffnet wurde.

140 Mitglieder in der Gemeinde

Heute sind unter dem Dach der Kirche 140 Mitglieder aus der Region vereint. Die Zahl sei ziemlich konstant – anders als bei anderen Kirchen. Aus Oranienburg, Liebenwalde, Schmachtenhagen, Wensickendorf, Germendorf oder Bergfelde kämen die Gläubigen regelmäßig in das Oranienburger Domizil in der Mittelstraße 13/14. Zum Gottesdienst jeden Sonntag seien immer fast alle da. Dass die EFG Oranienburg wachsen werde, daran glaubt Günter Born eher nicht: „Weil das Gebäude zu klein und gar nicht für mehr Personen ausgelegt ist.“

Lebendiger Alltag

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Oranienburg zeichnet einen lebendigen Alltag aus. Kindergottesdienst, Deutschkurs für Flüchtlinge, die keine Möglichkeit haben, andere Deutschkurse zu besuchen, Bibelunterricht, Frauenstunde, Jugendsport, Gebetskreis, Babygruppen, Hauskreise. „Das macht das Gemeindeleben aus, viele Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich“, sagt Günter Born, der seit zehn Jahren in Oranienburg Pastor ist und zuvor in Bremen und Lörrach tätig war.

Bau eines Aufzugs geplant

Bei einem Blick nach vorn sagt Günter Born, „dass wir am Puls der Zeit bleiben wollen“. Gebraucht werden neue Räume für die Kinder- und Jugendarbeit; vielleicht durch einen Neubau auf dem Gelände (parallel zur Schulstraße). Konkret ist der Anbau eines Aufzuges an das jetziges Gebäude, auch wenn sich das Genehmigungsprozedere durch die Bombenproblematik sehr verzögert habe und sich die Anschaffungskosten dadurch verdoppelt hätten. Da die Gemeinde Kirche und Staat strikt trennt, verzichtet sie auf Kirchensteuern. Die Arbeit wird durch Spenden finanziert.

Von Stefan Blumberg

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