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Oranienburg Labrador Skadi ist mein Auge: Ein Oranienburger wird aus dem Leben gerissen
Lokales Oberhavel Oranienburg Labrador Skadi ist mein Auge: Ein Oranienburger wird aus dem Leben gerissen
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18:32 06.01.2020
Klaus Unger mit Labrador Skadi (2). Seit 2010 ist der 59 Jahre alte Oranienburger stark sehbehindert.
Borgsdorf/Oranienburg

Klaus Unger war 2010 in Oslo als Klempner unterwegs. Als er „aus dem Leben gerissen wurde“, wie seine Frau Anke, mit der der Oranienburger seit 34 Jahren verheiratet ist, sagt und dabei immer wieder Hund Skadi über das Fell streichelt. Der 59-Jährige musste sich dort zwei Operationen am Herzen unterziehen. „Dazwischen habe ich einen Hirninfarkt erlitten, der mich erblinden ließ. Das war für uns alle ein Schock“, so Klaus Unger. Doch die Familie, die in dieser Zeit von Deutschland und Norwegen wöchentlich pendelte, hielt zusammen.

Klaus Unger mit Labdrador Skadi. Quelle: Robert Roeske

Bis heute. Das ist am Sonnabend beim Landespokal im Bohlekegeln des Blinden- und Sehbehindertenverbandes in der Turm-Erlebniscity zu spüren. Klaus Unger geht für den FSV Forst Borgsdorf an den Start. Er ist seit fünf Jahren dabei und nimmt zum fünften Mal an den Meisterschaften teil. „Ich kegel nach Gefühl. So kann ich das beschreiben“, sagt er. „Ich werde an meinen Platz gestellt und fühle dann mit den Fingern die Bahn. Und dann geht es los.“ Wenn Klaus Unger über den Sport spricht, dann blüht er auf und kommts ins Plaudern. Einmal in der Woche wird in Oranienburg trainiert. Jeden Donnerstag.

Am Sonnabend fanden in Oranienburg der Landespokal statt. Quelle: Robert Roeske

Immer an seiner Seite Skadi. „Auf ihn muss ich mich zu hundert Prozent verlassen. Er ist mein Auge.“ Klaus Unger streichelt den Labrador. Fast drei Jahre ist er alt. Seit März lebt der Blindenführhund bei der Familie. „Beide haben die Gespannprüfung am 3. März bestanden“, freut sich Anke Unger. „Skadi muss meine Wege wissen. Immer wieder sind wir sie abgelaufen“, erklärt der Sportler. „Er muss jede Ampel, jeden Überweg und jeden Fahrstuhl kennen. Skadi bringt mich zu jedem Training.“ Der Sport gibt ihm Kraft, weiß seine Frau. „Ich wünsche jedem, der eine Behinderung hat, dass er sich sportlich betätigen kann.“

Die Kegler des FSV Forst Borgsdorf. Quelle: Robert Roeske

Klaus Unger belegte beim Landespokal in seiner Gruppe den 4. Platz. Mit Oberhavel I triumphierte er jedoch. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wettkampf“, sagt Klaus Unger und streichelt noch einmal Skadi, was nach der nordischen Mythologie die Göttin der Jagd und des Winters heißt.

Von Sebastian Morgner

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