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Oranienburg Legionellenbefall in Oranienburg: Kösener Straße bleibt im Fokus
Lokales Oberhavel Oranienburg Legionellenbefall in Oranienburg: Kösener Straße bleibt im Fokus
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18:35 20.12.2019
In mehreren Wohnungen der Kösener Straße wurden im September erhöhte Werte festgestellt. Quelle: Roeske/Hagedorn
Oranienburg

Seit September beschäftigt viele Bewohner der Kösener Straße in Oranienburg eine Frage: Sind wir vom Legionellenbefall betroffen? Bei Proben der Firma Kalorimeta wurden in einigen Wohnungen erhöhte Messwerte festgestellt.

Grenzwert deutlich überschritten

Bei einer Verunreinigung über 10 000 KBE (koloniebildende Einheiten) auf 100 Millilitern wird zumeist die Nutzung der Wasseranlage verboten oder zumindest eingeschränkt, zum Beispiel mit einem Duschverbot. Demnach zeigten sich einige Bewohner der Kösener Straße besorgt, als Anfang September bei Proben Werte von 60 000 festgestellt wurden. Im Mittelpunkt der Kritik der Mieter stand dabei zumeist die betreffende Hausverwaltung Stutzmann aus Berlin. Deren Inhaberin Helga Wieneke äußert sich nun gegenüber der MAZ zu den erhobenen Vorwürfen.

Inhaberin der Hausverwaltung äußert sich

„Es ist richtig, dass es erhöhte Messwerte im September gab“, sagt sie und schränkt gleichzeitig ein: „Allerdings nur in einigen, wenigen Wohnungen. Alle Nachproben im Oktober zeigten Normalwerte an, außer in einer Wohnung. Dahingehend wird es im ersten Quartal des neuen Jahres eine weitere Beprobung geben“, erklärt Helga Wieneke. Bei der von weiterhin erhöhten Messwerten betroffenen Wohnung handelt es sich um die von Familie Vater, die sich gegenüber der MAZ darüber beschwerte, dass eine weitere Probe laut Hausverwaltung vom Mieter selbst zu übernehmen sei. „Sonderproben, die außerhalb der Reihe veranlasst werden, müssen dann natürlich auch vom Mieter getragen werden“, sieht sich Helga Wieneke im Recht.

Familie Rauh aus Oranienburg bekam die fristlose Kündigung. Quelle: Knut Hagedorn

Schlechte Nachrichten von der Hausverwaltung gab es kurz vor Weihnachten auch für Yvonne und Michael Rauh, die ebenfalls in der Kösener Straße wohnen. Ihnen flatterte die fristlose Kündigung ins Haus. Die beiden hatten wegen der erhöhten Werte in ihrem Wohnhaus rechtlichen Beistand gesucht. „Der nahm die Sache in die Hand und strebte eine Mietminderung an“, berichten sie.

Hausverwaltung hält Kündigung für rechtens

„Auf Anraten der Anwältin überwiesen wir daher seit November 25 Prozent weniger Miete“, sagt Yvonne Rauh. Auch gegen die Nebenkostenabrechnung wurde Einspruch eingelegt. Nun folgte die Kündigung. „Es gibt in der Wohnung der Familie Rauh keinen erhöhten Messwert. Daher ist die Mietminderung nicht rechtens und bei Mietrückständen sind wir berechtigt, eine fristlose Kündigung auszustellen“, so Wieneke.

Familie Rauh sieht sich im Recht

Für die vierköpfige Familie Rauh ist der Fall dennoch klar: „Wir sind jetzt in der Beweispflicht. Leider warten wir noch auf eine Auswertung der Probe aus dem Oktober.“ Erschwerend in dieser Situation kommt hinzu: Der 63-jährige Michael Rauh befindet sich in einer Tumornachbehandlung und ist körperlich geschwächt. Seine Familie steht nun vor der Entscheidung, entweder den inzwischen aufgelaufenen, vierstelligen Mietrückstand zu begleichen oder aber nachzuweisen, dass auch die eigene Wohnung mit Legionellen befallen ist.

„Wenn wir schwarz auf weiß haben, dass wir nicht betroffen sind, dann zahlen wir auch sofort. Aber wir sind uns sicher, dass wir auch betroffen sind“, bekräftigt der 63-Jährige. Unterdessen zeigt sich auch die Hausverwaltung gesprächsbereit. „Wenn Familie Rauh einen Legionellenbefall nachweisen kann oder die Mietschuld begleicht, machen wir die fristlose Kündigung auch wieder unwirksam“, sagt Helga Wieneke. Eine Klärung des Falles von Familie Rauh wird wohl abschließend ein Gericht übernehmen müssen.

Von Knut Hagedorn

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