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Oranienburg Lehnitzer Tuning Day verzichtet auf „Burn Out“ und Drift-Show – der Umwelt zuliebe
Lokales Oberhavel Oranienburg Lehnitzer Tuning Day verzichtet auf „Burn Out“ und Drift-Show – der Umwelt zuliebe
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18:30 21.07.2019
Kathleen Stein brachte ihren Nissan Primera auf Hochglanz – eines von vielen Unikaten beim Tuning Day in Lehnitz. Quelle: Robert Roeske
Lehnitz

Hingebungsvoll polierte Kathleen Stein am Sonnabend die weißen Felgen des sandbraunen Nissan Primera mit Baujahr 1997 auf dem Gelände der TÜV Akademie Rheinland in Lehnitz. „Die vergilben beim Fahren. Heute sollen sie aber glänzen“, meinte die 30-Jährige. „Es ist das erste Auto meines Freundes“, verriet sie. Bis heute fahre er das Gefährt, welches sich in den 15 Jahren, die er es besitze, mächtig verändert hat. Denn es wird nicht nur gehegt und gepflegt, sondern auch nach Kräften getuned.

Seitenlange Fahrzeugscheine

Und damit war das Paar aus Cottbus am Sonnabend in Lehnitz genau richtig. Zum vierten Mal fand dort der Tuning Day des VW Audi Teams Berlin Brandenburg statt. Rund 500 Tuningfans (400 Anmeldungen gab es bereits im Vorfeld), die teils aus ganz Deutschland angereist waren, präsentierten auf der Anlage des TÜV ihre Schmuckstücke, von denen jedes einzelne ein Unikat war. Die TÜV-Experten selbst standen vor Ort für Fachgespräche bereit. So wie Stefan Lüderitz, amtlich anerkannter Sachverständiger für den Kraftfahrzeugverkehr. „Wir sind heute beratend tätig“, sagte der 36-Jährige. Tatsächlich würden viele Tuningfans das Gespräch mit ihm suchen, „vor allem im Vorfeld von Veränderungen, die sie an ihrem Auto vornehmen wollen“. Kein Wunder, gehe es doch auch darum, durch die Modifikationen die Betriebserlaubnis des Autos nicht zum Erlöschen zu bringen. „Wir überprüfen getunte Fahrzeuge auf ihre Vorschriftsmäßigkeit, die Abnahme durch den TÜV ist notwendig“, so der Fachmann. Ist alles korrekt, erhält der Fahrzeugbesitzer entsprechende Ergänzungen für seinen Fahrzeugschein. „Das sind mitunter mehrere Seiten“, berichtet Stefan Lüderitz.

Zum Gelände der TÜV Rheinland Akademie in Lehnitz (Oranienburg) reisten am Sonnabend (20. Juli) Tuningfans teils aus ganz Deutschland an. Das „VW Audi Team Berlin Brandenburg“ lud zum 4. Tuning Day an dieser Stelle, und Autofans kamen voll auf ihre Kosten.

Unter den rund 500 Fahrzeugen, die sich am Sonnabend in Lehnitz tummelten, befanden sich reihenweise solcher Besitzer mit seitenlangen Fahrzeugscheinen. Neben kreativen Ausstattungen von der Minibar im Kofferraum bis zum großflächigen Dschungeldesign in alten und neuen, großen und kleinen Fahrzeugen waren ebenso unzählige technische Umbauten zu sehen, welche die Besucher immer wieder zum Fachsimpeln mit den Autobesitzern einluden. Und die taten das gern, zeigten ihre Schätze mehr als bereitwillig her. „Beim Tuning geht es ja auch darum, dass man gesehen wird und die Blicke anderer auf sich zieht“, räumte Oliver Kümmelberg aus Leegebruch ein, der mit seinen Kumpels vom „Team Turbokurve“ aus Oberhavel vor Ort war. Tatsächlich „wird man immer wieder auf sein Auto angesprochen, wenn es sich von der großen Masse abhebt. Da gibt es dann Leute, die sagen einem, dass ihnen das super gefällt und andere, die das blöd finden“, erzählte der 32-Jährige von seinen Erfahrungen.

„Burn Out“ und Driftingshows aussortiert

Verzichten mussten Autofans am Sonnabend in Lehnitz indes auf die Programmpunkte „Burn Out“ (Durchdrehen der Reifen bis zur Zerstörung) und „Drifting“. Ausschlaggebend, die bei den Besuchern beliebten Attraktionen aus dem Programm zu streichen, waren unter anderem ökologische Gründe: „Beides macht Krach und Schmutz“, erklärte TÜV-Pressesprecher Wolfram Stahl. „Dabei werden so viele Schadstoffe und Feinstaub, auch durch den Reifenabrieb, in die Luft abgegeben – das ist doch grad das große Thema, über das wir alle sprechen. Wir finden, das muss nicht sein. Wer sein Auto liebt, muss die Reifen nicht absichtlich zerstören.“

Rückblick: Der 3. Tuning Day im Jahr 2017 in Lehnitz

Von Nadine Bieneck

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