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Oranienburg So sieht es in der zerfallenen Lungenheilstätte am Grabowsee aus
Lokales Oberhavel Oranienburg So sieht es in der zerfallenen Lungenheilstätte am Grabowsee aus
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01:16 01.07.2019
Die MAZ-Leser machten sich auf die Tour durch die einstige Lungenheilstätte am Grabowsee. Foto: Robert Roeske
Friedrichsthal

Die Gäste der Safari durch die ehemaligen Heilstätten am Grabowsee spitzten die Ohren. Sie fotografierten. Saugten auf, was an Wissen mitzunehmen war. Setzten sich auf den mittlerweile berühmten Sessel auf dem Schutthaufen, der immer wieder als Fotomotiv herhält. Guckten in jeden Winkel. Staunten. Der Verwalter des Geländes, Bernhard Hanke, gab den Besuchern, die über die MAZ zu diesem Erlebnis gekommen waren, allen Grund zum konzentrierten Zuhören. Er reihte Geschichte und Geschichtchen des Areals ohne Luft zu holen aneinander. Der Obolus, den Hanke verlangte, „war es ganz klar wert“, sagte einer der Besucher nach der Tour über das Gelände, das insgesamt 34 Hektar groß ist. Eine Reihe der 15 zumeist heruntergewirtschafteten Gebäude steuerte Bernhard Hanke an diesem Tag mit seinen Gästen an, erzählte Hintergründe und Anekdoten. Zwei Stunden lang.

Die MAZ hatte gerufen, und viele Interessenten hatten sich gemeldet: Gemeinsam mit den Redakteuren gingen die MAZ-Leser auf Tour durch die ehemalige Lungenheilstätte am Grabowsee bei Friedrichsthal (Oranienburg). Bernd Hanke, der die Anlage seit etlichen Jahren verwaltet, wusste während der zweistündigen Tour viele Anekdoten über die Geschichte der Heilstätte zu erzählen.

Seit acht Jahren ist er der „Herr der Heilstätte“. „Wichtig ist, dass wir den jetzigen Zustand sichern“, sagt er, nachdem die Gebäude jahrelang dem Vandalismus ausgesetzt worden waren. 40 000 Dachziegel sind in den vergangenen Jahren schon auf die Dächer der verschiedenen Gebäude gebracht worden. Er packt selbst kräftig mit an, aber auch Firmen aus der Region helfen, wenn Fachleute wie Zimmerer gefragt sind. Es soll möglichst viel im Originalzustand bleiben. Auch die Architektur. „Die war damals, als die Heilstätte 1896 gegründet wurde und in den Jahren der Nutzung, Teil des Heilerfolgs“, weiß Hanke. Aber vor allem „Wasser, Luft, Sonnenschein – drei gute Arzneien“, galten in der ersten Heilstätte für Lungentuberkulose in Norddeutschland als die beste Medizin. Bis 1945 war der Standort unmittelbar am Grabowsee eine Lungenheilstätte, danach ein Militärlazarett der Roten Armee (bis 1995).

Kids Globe arbeitet seit 2005 am Wiederaufbau

Seit 2005 setzt sich der Kids Globe e. V. für den Wiederaufbau der alten Gebäude und die Einrichtung einer Internationalen Akademie für Kinder und Jugendliche auf dem Gelände ein. „Erster Schritt ist, den ganzen Komplex für zehn Millionen Euro kaufen zu können“, sagt Bernhard Hanke, der aus Passau stammt. Dafür werde gerade ein „Kaufteam“ aufgebaut. Es werden Leute gesucht, die Geld haben, damit sie Leute ansprechen, die noch mehr Geld haben, beschreibt er den Plan. Wenn der Kauf eines Tages vollzogen ist, „wollen wir die Akademie mit Kindern und Jugendlichen aus aller Welt aufbauen“. Für sie soll die einstige Heilstätte ein Lernort werden. Nach dem Prinzip der „Bauhütte“. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich der Idee angenommen. Danach organisieren die Jugendbauhütten das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege für Jugendliche und junge Erwachsene. „Mit ihnen wollen wir die Gebäude Stück für Stück wieder aufbauen“, so Bernhard Hanke.

Während die MAZ-Gruppe die Eindrücke vom verlorenen Ort beim Verlassen des Geländes sacken lässt, empfängt Bernhard Hanke bereits die nächsten Gäste, die er über das Gelände führt und Geschichten von der Lungenheilstätte erzählt.

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