Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oranienburg Der Teamplayer aus Germendorf
Lokales Oberhavel Oranienburg Der Teamplayer aus Germendorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:25 05.02.2019
Cornel Gratz ist der Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf. Quelle: Enrico Kugler
Germendorf

Ein paar ruhige Minuten für ein Gespräch mit Cornel Gratz zu finden ist eine erhebliche Herausforderung. Gefühlt steht der zweifache Familienvater ununterbrochen unter Volldampf. Beim Eintreffen an der Feuerwehrwache in Germendorf hängt der 39-Jährige mal wieder an der Strippe. „Tut mir leid, die Arbeit bei der Feuerwehr wird mehr und mehr zum Verwaltungsakt“, entschuldigt er sich, nachdem wir doch noch eine ruhige Ecke zum Erzählen finden.

Ein Leben ohne Feuerwehr – unmöglich!

Wenn der gelernte Krankenpfleger nicht gerade seinen Dienst als stellvertretender Leiter der Notaufnahme des Immanuel Klinikums Bernau Herzzentrum Brandenburg schiebt, findet man den Urgermendorfer („Ich bin zwar in Oranienburg zur Welt gekommen, habe aber mein ganzes Leben in Germendorf verbracht. Darauf bin ich sehr stolz!“) auf der Wache der Freiwilligen Feuerwehr des Oranienburger Ortsteils. Ein Leben ohne „seine“ Wehr ist für den 39-jährigen Ortswehrführer nicht vorstellbar.

Cornel Gratz in der Feuerwache seiner Wehr. Quelle: Enrico Kugler

Im Alter von zwölf Jahren trat er in die „AG Junge Brandschutzhelfer“ seiner damaligen Schule in Leegebruch ein. Und erinnert sich noch heute an seine erste Übungsstunde: „Wir haben Schläuche gerollt. Es hat irre Spaß gemacht.“ Sein Vater Dietmar Gratz leitete die AG damals. Der heute 66-Jährige wechselte im vergangenen Jahr nach 43 Jahren aktiver Dienstzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf in die Alters- und Ehrenabteilung. „Ich kenne ein Leben ohne die Feuerwehr gar nicht“, erinnert sich Cornel Gratz. „Ich bin von Anfang an damit aufgewachsen, beide Eltern waren bei der Wehr aktiv.“ Und sie gaben die Faszination für dieses Ehrenamt an ihren Sohn weiter. „Anderen Menschen zu helfen war mir grundsätzlich schon immer ein Bedürfnis und füllt mich sehr aus“, blickt der 39-Jährige zurück. Eine Rolle dabei spiele womöglich auch, dass er sehr christlich geprägt aufgewachsen sei.

Startschuss in der Schul-AG

Von der Schul-AG wechselte er mit 16 Jahren in den Einsatzdienst. Sechs Jahre später übernahm er das Amt des stellvertretenden Jugendwarts in der Germendorfer Wehr, 2006 dann das des Jugendwarts. Nur ein knappes Jahr später, zum Jahresbeginn 2007, wurde er zum kommissarischen Ortswehrführer ernannt. Seit dem 1. Januar 2008 führt er das Amt nicht mehr kommissarisch, sondern voll und ganz aus.

Ehefrau Katja teilt die Leidenschaft für die Feuerwehr

Nicht nur die Feuerwehr macht den 39-Jährigen glücklich, sondern auch Ehefrau Katja. Sie habe vor der Hochzeit gewusst, dass sie nicht nur ihren Mann, sondern auch die Feuerwehr mit heirate, versichert er lachend: „Das war die Bedingung für die Hochzeit“. Die heute 37-Jährige, sie arbeitet als Assistentin der Geschäftsführung eines Germendorfer Unternehmens, habe aber auch selbst „Bock darauf gehabt“, sagt Cornel Gratz. Sie leitet inzwischen die Kinderfeuerwehr, in der auch die Kinder von Familie Gratz, Tochter Helene (9) und Sohn Willy (10), inzwischen die Schläuche rollen. „Ein Drittel der Kids aus dem Dorf sind bei der Feuerwehr. Wir platzen sozusagen aus allen Nähten“, berichtet Cornel Gratz stolz.

Das Ehrenamt bei der Feuerwehr bedeutet für Ortswehrführer Cornel Gratz zunehmend mehr Verwaltungsarbeit. Quelle: Enrico Kugler

Ein Leben ohne die Feuerwehr – für den rührigen Germendorfer unvorstellbar. Im Schnitt „bestimmt so zwei Stunden am Tag“ verbringt er mit Organisieren, Vorbereiten und eben auch Büroarbeit auf der Wache, Rettungseinsätze nicht mitgezählt. Gleichzeitig sieht der 39-Jährige so manche Entwicklung rund um die Feuerwehr mit Sorge, und meint damit nicht nur den steigenden Verwaltungsaufwand. „Was mir wirklich wichtig ist: Dass die Arbeit, gerade der freiwilligen Feuerwehrleute, respektiert wird. Egal wo und wann“, sagt er. Zudem appelliert er an politische Entscheidungsträger, „das Thema Ehrenamt nicht am Finanziellen scheitern zu lassen, wenn es beispielsweise um die Ausrüstung unserer Leute geht“. Cornel Gratz macht sich gern stark – für die Feuerwehr im Allgemeinen, aber auch „seine“ Wehr in Germendorf im Besonderen. „Unser höchstes Gut ist unser Zusammenhalt hier, ohne mein Team wäre ich nichts“, sagt er gerade heraus. „Bei uns kann sich jeder auf den anderen verlassen, wir bewegen uns alle auf Augenhöhe. Ich lasse hier auf niemanden etwas kommen.“ Wohl auch deshalb verbringt er den Großteil seiner Freizeit so gern mit seinem ehrenamtlichen Engagement.

Die Kameraden der Germendorfer Feuerwehr um Cornel Gratz (l.) sind ein eingeschworenes Team. Quelle: Enrico Kugler

Die Freiwillige Feuerwehr Germendorf

Die Freiwillige Feuerwehr Germendorf wurde 1904 gegründet und besteht momentan aus rund 50 aktiven Kameraden, darunter sieben Frauen.

Auch im Nachwuchsbereich ist die Germendorfer Wehr sehr aktiv. So gehören gegenwärtig der Jugendfeuerwehr 41 Mitglieder an, zum Mini-Löschzug zählen 40 Kinder, zur Brandschutz AG in Kooperation mit der benachbarten Grundschule Germendorf 15 Kinder.

Die Alters- und Ehrenabteilung der Wehr, in die aktive Mitglieder nach ihrem Ausscheiden aus dem Dienst wechseln, hat zur Zeit sechs Mitglieder.

Das Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf erstreckt sich über etwa 15,5 km². Die Wehr stellt den Brandschutz für rund 2000 Bürger sicher.

Der Förderverein der Ortsfeuerwehr Germendorf e.V. unterstützt die Arbeit der Feuerwehr Germendorf seit seiner Gründung im November 1994. Er zählt aktuell 34 Mitstreiter, die unter anderem die technische Ausstattung der Wehr, die Jugendarbeit und Aktivitäten der Jugendwehr sowie die Öffentlichkeitsarbeit der Wehr fördern.

Die Jahreshauptversammlung der Germendorfer Wehr steht am 16. Februar 2019 um 18 Uhr in der Sporthalle Germendorf an.

Mehr Informationen zur Freiwilligen Feuerwehr Germendorf gibt es unter: www.feuerwehr-germendorf.de/

Von Nadine Bieneck

Jede Menge Applaus bekamen die Schülerinnen und Schüler am Donnerstag im Oranienburger Oranienwerk bei der Premiere-Show „Schule der Löwen“. Alle zehn Projekte stehen nun mit ihrer Idee im großen Voting – bis Freitag kann auf maz-online.de abgestimmt werden.

06.02.2019

Jede Menge Applaus bekamen die Schülerinnen und Schüler am Donnerstag im Oranienburger Oranienwerk bei der Premiere-Show „Schule der Löwen“. Alle zehn Projekte stehen nun mit ihrer Idee im großen Voting – bis Freitag kann auf maz-online.de abgestimmt werden.

05.02.2019

Auf der nördlichen A 10 kommt es auch am zweiten Februarwochenende zu Einschränkungen. Betroffen ist diesmal der Abschnitt der A 10 zwischen der Anschlussstelle Birkenwerder und dem Dreieck Pankow – jedoch ausschließlich in Fahrtrichtung Hamburg.

07.02.2019