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Oranienburg Bundesweite Masernimpfpflicht: So wird sie in Oberhavel umgesetzt
Lokales Oberhavel Oranienburg Bundesweite Masernimpfpflicht: So wird sie in Oberhavel umgesetzt
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11:59 14.02.2020
Die Impfung gegen Masern ist auch in Oberhavel ab dem 1. März 2020 Pflicht. Quelle: picture alliance / Winfried Roth
Oberhavel

Schul- und Kindergartenkinder sollen wirksam vor Masern geschützt werden. Das ist Ziel des Masernschutzgesetzes, das im November 2019 im Bundestag beschlossen wurde. „Das Gesetz sieht vor, dass alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in Kindergarten oder Schule die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen müssen. Auch bei der Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson muss ein Nachweis über die Masernimpfung erfolgen“, erklärt Amtsarzt Christian Schulze. Gleiches gilt für nach 1970 geborene Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind. Dazu zählen zum Beispiel Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal. Auch Asylbewerber und Flüchtlinge müssen bei einer Neuaufnahme den Impfschutz vier Wochen nach Aufnahme in einer Gemeinschaftsunterkunft aufweisen.

„Da kommt viel Arbeit auf die Ärzte und das Gesundheitsamt in Oberhavel zu. Zunächst sind die Betreiber von Kindertagesstätten, Schulen und Einrichtungen mit medizinischem Personal in der Pflicht. Das Gesundheitsamt wird dann die Umsetzung kontrollieren“, erläutert Schulze. Der Nachweis gegenüber einer Kindertageseinrichtung kann durch den Impfausweis, das gelbe Kinderuntersuchungsheft oder – insbesondere bei bereits erlittener Krankheit – ein ärztliches Attest erbracht werden. Für alle 2.200 Schulanfänger, die derzeit ihre Einschulungsuntersuchungen durchlaufen, erfasst der Fachbereich Gesundheit den allgemeinen Impfstatus. Insbesondere der Masern-Impfschutz muss zum Schulbeginn ausreichend sein“, informiert der Amtsarzt. Eltern werden gegebenenfalls über fehlende Impfungen informiert, die baldmöglichst beim Kinder- und Jugendarzt nachgeholt werden sollten.

Kinder, die schon jetzt im Kindergarten und in der Schule oder in anderen Gemeinschaftseinrichtungen betreut werden, müssen den Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erbringen. Ebenfalls möglich ist die Bestätigung einer zuvor besuchten Einrichtung, dass ein entsprechender Nachweis bereits dort vorgelegen hat. Entsprechendes gilt für Personal in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen, wie zum Beispiel in Krankenhäusern oder Arztpraxen. In medizinischen Einrichtungen ist das bereits gelebte Praxis. Auch hier muss das Personal die Impfung nachweisen oder nachweisen, die Krankheit bereits durchlitten zu haben und damit immun zu sein.

Ordnungsgeld droht

Eltern, die ihre in Gemeinschaftseinrichtungen betreuten Kinder nicht impfen lassen, droht schlimmstenfalls ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 2500 Euro. Die Geldbuße kann auch gegen die Leitungen der Einrichtungen verhängt werden, die nicht geimpfte Kinder zulassen. Nichtgeimpfte Kinder können vom Besuch des Kindergartens ausgeschlossen werden. Ein Bußgeld kommt auch gegen nicht geimpftes Personal in Gemeinschaftseinrichtungen, Gesundheitseinrichtungen und Asylbewerberunterkünften sowie gegen nicht geimpfte Bewohner solcher Unterkünfte in Betracht.

Personen, bei denen aus medizinischen Gründen eine Impfung nicht möglich ist, müssen dies durch ein entsprechend aussagefähiges Facharzt-Attest (Immunologe etc.) gegenüber dem Gesundheitsamt belegen, das dann eine gebührenpflichtige Amtsärztliche Bescheinigung zur Ausnahme ausstellt.

Von MAZonline

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