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Oranienburg Massenschlägerei vorm Schloss: Das sagen Schausteller und Polizei
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14:55 26.10.2019
Rummelplatz vorm Schloss in Oranienburg. Quelle: Helge Treichel
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Oranienburg

Unschöne Szenen in Oranienburg: Die Bilder auf einem Video zeigen aggressive Jugendliche, die wie wild mit Flaschen und Stöcken aufeinander losgehen – und auf den Filmenden. Zur Schlägerei auf der Oranienburger Herbstkirmes, an der am späten Samstagabend vor dem Schloss laut Polizeiangaben zwischen 30 und 50 Jugendliche beteiligt warenund in deren Folge fünf Personen ärztlich behandelt wurden, ermittelt jetzt der Staatsschutz. Darüber informierte Polizeisprecherin Dörte Röhrs auf Nachfrage.

Diese Entscheidung sei am Montag getroffen worden, weil der Konflikt auffälligerweise zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund eskaliert sei. Hinsichtlich des Motives und der Ausgangssituation könne sie noch keine konkreten Angaben machen, da die Ermittlungen und Vernehmungen noch liefen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Dörte Röhrs.

Gegen acht Personen habe es bereits eine Strafanzeige wegen Körperverletzung beziehungsweise schwerer Körperverletzung gegeben. Angesichts des Vorfalls sei jedoch zu erwarten, dass weitere Strafanzeigen folgen. Nachdem es gegen 22.20 Uhr zu der Auseinandersetzung gekommen war, wurden insgesamt 50 Polizeibeamte aus Brandenburg hinzugezogen, um die rivalisierenden Gruppen zu trennen.

Die Kontrahenten waren zum Teil mit Flaschen, Steinen und Stöcken aufeinander losgegangen

Die Kontrahenten waren zum Teil mit Flaschen, Steinen und Stöcken aufeinander losgegangen. „Die Polizeibeamten haben sich zwischen die Gruppen gestellt“, sagte die Polizeisprecherin. Angesichts der aufgebrachten Menge sei es zwingend erforderlich gewesen, zur Unterstützung weitere 70 Kräfte der Bereitschaftspolizei aus Berlin anzufordern.

Es seien Platzverweise erteilt und Anzeigen aufgenommen worden. Um weitere Konfrontationen zu verhindern, seien die Jugendlichen zum Teil nach Hause begleitet worden. Außerdem seien für den weiteren Verlauf der Kirmes bis einschließlich der Lichternacht am Freitag, 25. Oktober, und dem kommenden Wochenende die Polizeilichen Maßnahmen angepasst worden, inklusive größerer Präsenz.

Die Ermittler hätten inzwischen auch von Aufrufen erfahren, sich erneut zu treffen, um den Konflikt weiter auszutragen. Dörte Röhrs warnte davor, sich an diesem Akt der Selbstjustiz zu beteiligen: „Das klären wir als Polizei und Kripo.“ Gleichzeitig rief sie dazu auf, sich von derartigen Vorfällen „nicht einschüchtern oder verschrecken“ zu lassen. „Dazu besteht kein Grund.“

Plötzlich hat es eine Staubwolke gegeben

Plötzlich habe es eine Staubwolke gegeben und es seien Flaschen geflogen, beschreibt Robert Schuder seine Beobachtungen. Der 40-Jährige betreibt mit seiner Frau einen Glücksspielwagen (Fadenziehen) und ist schon sein ganzes Leben auf Rummelplätzen unterwegs. Deshalb ist das Szenario eines Streits, die in einer Rauferei endet, nichts Neues für ihn. In dieser Größenordnung und mit so einem Polizeiaufgebot haben er und seine Frau so etwas allerdings noch nicht erlebt.

Sie sind sich sicher, dass keine Banden oder Clans im Spiel waren, sondern sich ein paar deutsch-russische Jugendliche auf der einen Seite und ein paar arabische auf der anderen in die Haare gekriegt hätten. Dabei sei vor allem eins im Spiel gewesen: Alkohol.

Lob an die Polizei

Die prompte Reaktion seitens der Polizei hält das Ehepaar für angemessen und wirksam: Bereits am Sonntag sei die Polizeipräsenz deutlich verstärkt worden. Allerdings sei auch das Publikum ein anderes gewesen – Familien mit Kindern. Am späten Sonnabend dagegen hätten das Festgelände nahezu ausschließlich noch Jugendliche bevölkert.

Als es zu dem Krach kam, hätten alle schnell ihre Buden geschlossen. Ohnehin hatten die Abschlussvorbereitungen bereits begonnen, sagen die Schausteller übereinstimmend. Aus ihrer Sicht brauche beim Rummelbesuch niemand Angst zu haben: Die Zusammenarbeit der Schausteller mit der Polizei sei sehr gut und man stehe in direkter Verbindung mit den Sicherheitskräften.

Dass der Mieter der städtischen Fläche sein Sicherheitskonzept angepasst hat, bestätigt im Namen der Stadtverwaltung Gilbert Collé, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Die friedliche Mehrheit könne weiter das Volksfest genießen, wenngleich die Aufmerksamkeit erhöht sei. Der Alkoholkonsum müsse dabei ein genereller Punkt sein, stellte Oranienburgs Stadtverordnetenvorsteher Dirk Blettermann (SPD) im MAZ-Gespräch fest. Das allerdings sei nicht Sache des Staates, sondern der Eltern.

Als es zu dem Krach kam, hätten alle schnell ihre Buden geschlossen

Dass die Stimmung auch mal kippen kann, hatte Losverkäuferin Michaela Hildebrandt im Vorjahr erfahren. Eben noch habe sie sich nett mit einem jungen Mann unterhalten, kurz darauf habe er ihr eine Scheibe eingeworfen. Einige der ausländerfeindlichen Kommentare zu den Oranienburger Ereignissen in den sozialen Medien hält die 56-Jährige für „ätzend“. „Das ist Quatsch“, sagt sie.

Von Helge Treichel

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