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Oranienburg Mit kleinen Dingen eine Lächeln ins Gesicht zaubern
Lokales Oberhavel Oranienburg Mit kleinen Dingen eine Lächeln ins Gesicht zaubern
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17:21 25.10.2018
Die Ehrenamtler halten seit Donnerstag ihr Zertifikat nach einer viertägigen Ausbildung in den Händen. Quelle: . Heike Bergt
Oranienburg

Mit Sylvia Köhler hat es das Leben wahrlich nicht immer gut gemeint. Groß geworden bei den Großeltern, hat sie vor drei Jahren, gerade als sie nach 45 Berufsjahren beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Eberswalde in Rente ging, ihre Tochter durch einen Hirntumor verloren. Die 40-Jährige war Mutter von vier Kindern. Geblieben sind ihr der Sohn, sie ist heute Oma von sieben Enkeln und einem Urenkel. Für sie ist sie die starke Frau, die Oma, die für alle da ist. „Doch gerade meine Großeltern und meine Tochter fehlen mir so, ich wollte noch so viel fragen“, berichtet sie mit Tränen in den Augen. Und seit sie zu Hause ist, möchte die 66-Jährige etwas zurückgeben, nachholen, wiedergutmachen. Sie betreut ehrenamtlich zwei Ehepaare, eines davon in Zehdenick. „Ich bleibe bei dem Mann, wenn sie einkaufen ist, oder fahre zum Arzt. Wir machen Spiele. Es ist schon traurig, wenn gestandene Menschen mit Doktortitel plötzlich beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel rückwärts setzen.“

Die Zehdenickerin ist eine von 20 Ehrenamtlern aus dem gesamten Landkreis, die seit Donnerstagmittag ein Zertifikat in den Händen halten. Sie hatten an einem viertägigen Seminar beim Märkischen Sozialverein in der Liebigstraße teilgenommen. „Lange mobil und sicher zu Hause“ heißt das dort angebotene Projekt der Akademie 2. Lebenshälfte, das von der AOK gefördert wird. Referenten bilden ehrenamtlich Helfer aus. „In zehn Landkreisen gibt es inzwischen solche Helfergruppen“, so Ingrid Witzsche, Projektkoordinatorin. Und beim MSV hat den Helferkreis Hildburg Pakusch aufgebaut – rund 70 Frauen und Männer zählt er heute in ganz Oberhavel. Helfer, die betagten Menschen, die zumeist unter Demenz leiden, zu Hause helfen.

Und das in vielerlei Hinsicht: Sie animieren sie zu mehr Bewegung, dazu, mal vor die Tür zu gehen oder zum Ballspiel im Sitzen oder zum Tanzen. „Einsamkeit ist ein höheres Gesundheitsrisiko als Rauchen. Allein und ohne Beziehungsperson zu sein, das macht krank“, so Projektkoordinatorin Ingrid Witzsche.

Die 20 Ehrenamtlichen, die aus Oranienburg, Birkenwerder, Glienicke oder Zehdenick kommen, haben gelernt, wie man mit wenigen Hilfsmitteln Bewegung oder ein Lächeln herauskitzelt. Und haben es selbst im Rollenspiel ausprobiert. Haben Techniken für die richtige Bewegung im Alter erlernt, medizinische Grundlagen, Sturzprävention und Bewegungsmöglichkeiten. Viele betreuen schon betagte Mitbewohner, Freunde, Verwandte oder Nachbarn, andere bieten nun ganz neu ihre Hilfe an.

So wie Monika Schubert aus Leegebruch. Die 66-Jährige musste nach einer Knie-OP vor acht Jahren ihre berufliche Selbstständigkeit aufgeben: „Ich kenne Einsamkeit, ich weiß, wie es ist, sich nur zwischen Bett und Stuhl bewegen zu können oder per Rollator.“ Heute ist sie aktiv bei den Grünen Damen, in der Seniorengessenschaft. Sie betreut ehrenamtlich drei betagte Menschen. „Ja, der Kurs hat mir viel gegeben. Gerade der Herr, den ich betreue, ist manchmal ein bisschen stur. Warst du schon bei deinen Hühnern, frage ich ihn immer, wenn er nicht raus will. Und schon ist er auf Trab.“ Viele kleine Tipps habe sie im Kurs bekommen.

Wer auch als Ehrenamtler aktiv werden will: 03301/6 89 69 10.

Von Heike Bergt

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