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Oranienburg Mit viel Herz und gedrosseltem Tempo
Lokales Oberhavel Oranienburg Mit viel Herz und gedrosseltem Tempo
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21:57 24.05.2019
Der scheidende Freienhagener Ortsvorsteher Roland Simon entfernt vom frisch montierten „Dialog-Display“ die Schutzfolie. Quelle:  
Oranienburg

Roland Simon nimmt rund 30 Meter Anlauf und sprintet dann ebenso weit die Dorfstraße in Freienhagen entlang. Mit dieser unorthodoxen Methode testet er eine der beiden frisch montierten Anzeigetafeln, die in der Ortsdurchfahrt der Landesstraße 213 ab sofort die Geschwindigkeit messen und anzeigen. Der 66-Jährige erreicht 21 km/h. Die Zahl leuchtet grün auf. „Danke“ ist darunter zu lesen. Das sogenannte „Dialog-Display“ macht seinem Namen alle Ehre.

Vize-Ortsvorsteher Dietmar Hallmann (71) ist der Informatiker und überprüft die Funktionsfähigkeit der solarbetriebenen Anzeigetafel. Quelle: Helge Treichel

Werden 50 km/h überschritten, erscheinen rote Ziffern und der Kraftfahrer wird aufgefordert, langsamer zu fahren. Drosselt er daraufhin das Tempo, bedankt sich das Display. „Das ist genau unser Ansatz“, sagt Simon. Und nach einigen Minuten stellen er und seine Mitstreiter erfreut fest: „Es scheint zu wirken!“ Mehrere Fahrer drosseln tatsächlich ihre Geschwindigkeit.

In der Seniorenresidenz „Wasserschloss“ in Friedrichsthal werden Ziegen und Schafe gehalten. Meerschweinchen kommen noch hinzu. Quelle: Helge Treichel

Dass die beiden Geräte im Wert von knapp 4000 Euro angeschafft werden konnten und nun jeweils eine der beiden Fahrtrichtungen überwachen, ist der Jagdgenossenschaft Freienhagen zu verdanken. Wie genau das möglich ist, erklärt deren Vorsitzender Jörg Jonnleit (64). Nach seinen Worten werden Überschüsse aus dem Verpachten der privaten Flächen an die Jäger bereits seit längerer Zeit gewinnbringend für die Einwohner eingesetzt. So seien zum Beispiel überdachte Fahrradständer an der Bushaltestelle finanziert worden. Außerdem sei anlässlich der Einweihung des Feuerwehrdepots und Gemeindehauses ein Bild vom alten Schulgebäude in Auftrag gegeben worden. Und auch die dauerhafte Verkabelung an 20 Straßenlaternen für die Weihnachtsbeleuchtung wurde von der Jagdgenossenschaft finanziert.

Dietmar Brüggert (61) betreibt mit seiner Frau seit fast 37 Jahren den „Gasthof Fichtenhain“ in Friedrichsthal. Quelle: Helge Treichel

Die neuen Displays haben so etwas nicht nötig, da sie den Strom aus Solarpaneelen beziehen. „Das ist sogar ökologisch wertvoll“, resümiert Roland Simon. Der Ortsbeirat habe das großzügige Angebot der Jagdgenossenschaft mit ihren rund 50 Mitgliedern jeweils „sehr gerne angenommen und unterstützt“, so Simon, der sein Amt ebenso wie sein Stellvertreter nach zwei Legislaturperioden aufgibt. Den Bürgern sei eine Geschwindigkeitsreduzierung im Ort sehr wichtig gewesen. Ein generelles Tempolimit sei aber nach mehreren Fahrzeugzählungen nicht genehmigt worden. Simon will sich künftig im Kreistag engagieren, Hallmann in der Liebenwalder Stadtverordnetenversammlung.

Wer hat hier seine Spur hinterlassen? Quelle: Helge Treichel

An der Fließgrabenbrücke entdecken wir geheimnisvolle nasse Tapsen auf der Asphaltfahrbahn. Die Spur eines Bibers, Nutrias oder Fischotters? Auch eine kurze Spurensuche kann dieses Geheimnis nicht lüften.

Nächste Station ist die Seniorenresidenz „Wasserschloss“. Obwohl unangemeldet, empfangen uns Pflegedienstleiterin Janine Petrowski und Sabine Richter, die soziale Betreuungskraft. „Wir sind immer bereit, unser Haus zu zeigen“, sagt letztere. „Wir sind ein offenes Haus“. Davon könne sich jeder Interessierte beim Sommerfest am 5. Juli überzeugen. Ab 14 Uhr seien alle Gäste gerne gesehen.

In der Seniorenresidenz „Wasserschloss“ in Friedrichsthal werden Ziegen und Schafe gehalten. Meerschweinchen kommen noch hinzu. Quelle: Helge Treichel

Bereits seit der Eröffnung am 1. Juli 2001 gibt es ein besonderes Merkmal der Anlage: Die Seniorenresidenz liegt in einem rund 9000 Quadratmeter großen parkähnlich angelegten Garten. Der lädt zum Spazieren ein, und zum hautnahen Erleben der Jahreszeiten, sagt Janine Petrowski. Die Bewohner könnten mit ihren Angehörigen und Bekannten gemütlich Kaffee trinken, gemeinsam grillen, die Tiere des Streichelzoos beobachten – oder einfach nur die frische Luft genießen. Die Einrichtung besitze 46 stationäre Plätze sowie acht Plätze in der Kurzzeitpflege, so die stellvertretende Pflegedienstleiterin. Die Oranienburgerin ist seit zwölf Jahren im „Wasserschloss“ tätig und liebt ihre Arbeit und den direkten Kontakt mit den Bewohnern. Die Übersichtlichkeit des Hauses ermögliche individuelle Beziehungen.

Janine Petrowski, stellvertretende Pflegedienstleiterin, gratuliert der aus Berlin-Tegel stammenden Bewohnerin Margarete Reimer zum 96. Geburtstag. Quelle: Helge Treichel

Im „Gasthof Fichtenhain“ wird in geschlossener Gesellschaft gefeiert. Eine goldene Hochzeit. Rund 30 Gäste sind zu bewirten, darunter die drei Kinder. Inhaber Dietmar Brüggert steht am Tresen und zapft Bier und befüllt Sektgläser. Seit 1982 hat er den Gasthof gepachtet. Das Geschäft laufe gut, sagt er, besonders mit Familienfeiern. Am Sonnabend steht eine Jugendfeier an.

Bernd Freese (67) aus Malz war gerade mit „Frederik“, dem King-Charles-Spaniel seiner Tochter, zur Gassirunde unterwegs. Quelle: Helge Treichel

Ach so: Als MAZ-Reporter habe ich den Geschwindigkeitstest in Freienhagen übrigens ebenfalls gemacht: 17 km/h!

Testbericht von der Strecke: Tag 5

Wenn Geh- und Radwege ganz (Schulstraße in Oranienburg) oder teilweise (Bernauer Straße) zugeparkt werden, ärgert das Reinhard Bischoff vom ADFC in Birkenwerder. Manchmal stoßen ihm auch Kleinigkeiten auf wie in Malz, wo der Radweg plötzlich unterbrochen wird. Es wird nicht ganz klar, ob das Wurzelwerk des stattlichen Baumes unmittelbar neben dem Weg die Ursache dafür ist. Merkwürdig ist jedoch, dass genau an dieser Engstelle (wegen des Baums) auch eine Bushaltestelle platziert ist. „Da hat jemand nicht zu Ende gedacht“, findet Bischoff.

Situationen wie an der Bernauer Straße in Oranienburg kritisiert der ADFC-Mann. Quelle: Reinhard Bischoff

Aufgefallen ist ihm auch die Malzer Dorfstraße, die wegen des an sich sehr guten Radweges viel von Radfahrern genutzt wird. Das letzte Stück Richtung Freienhagen und Neuholland hat allerdings noch holpriges Kopfsteinpflaster. Die meisten Radler wechseln deshalb auf diesem Stück gern auf den Bürgersteig. Das ist nicht korrekt, wird aber von vielen Anwohnern geduldet, solange sich die Radfahrer mit einem moderaten Tempo fortbewegen. Radrennfahrer, die auch schon mal auf dem schmalen Weg vorbeirasen, sind dagegen nicht gern gesehen. Wie wollen sie bremsen, wenn plötzlich jemand aus seiner Gartenpforte heraustritt?

Sandstreifen und grobes Kopfsteinpflaster sind auch ein Thema in Dameswalde, wo sich mehrere Anwohner einen Geh- und Radweg wünschen. Wer dann die Friedrichsthaler Chaussee in Richtung Oranienburg befährt, findet innerorts keinen ausgewiesenen Radweg, „obwohl Platz dafür vorhanden wäre“, bedauert Bischoff.

Von Helge Treichel

Ein Auffahrunfall in Schmachtenhagen und ein geklautes Handy in Hennigsdorf – diese und weitere Meldungen lesen Sie im Polizeiüberblick vom 24. Mai 2019.

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