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Oranienburg Mysteriös: Geisterrad in Oranienburg ist weg
Lokales Oberhavel Oranienburg Mysteriös: Geisterrad in Oranienburg ist weg
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19:42 24.04.2019
Dieses weiße Fahrrad stand bisher als Mahnung an der Lehnitzstraße/Ecke Picanstraße. Quelle: Kugler
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Oranienburg

Ziemlich genau ein Jahr lang stand es an der Kreuzung Lehnitzstraße/André-Pican-Straße und erinnerte an die dort am 10. April 2018 bei einem Unfall mit einem Lkw tödlich verunglückte Radfahrerin: Ein Geisterfahrrad. Seit einigen Tagen ist es verschwunden. Wer es allerdings von der Unfallstelle entfernt hat, ist bislang unklar. „Die Stadt Oranienburg hat es nicht entfernen lassen“, teilte Pressesprecherin Eike-Kristin Fehlauer auf MAZ-Nachfrage mit. Allerdings sei der Stadt bis heute auch unklar, wer das Rad überhaupt ursprünglich aufgestellt habe, erklärte sie weiter. Nachforschungen hätten ergeben, dass die Vermutung, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) mit seinen lokalen Ortsgruppen hätte das Rad zur mahnenden Erinnerung aufgestellt, falsch sei. „Weder die Ortsgruppe Oranienburg noch die Berliner stecken dahinter“, so Eike-Kristin Fehlauer.

ADFC Oranienburg will sich auf Spurensuche begeben

„Das ist eine geheimnisvolle Angelegenheit", findet auch Klaus Leistner, Vorsitzender der ADFC-Ortsgruppe Oranienburg. „Ich wüsste auch gern, wer das Rad aufgestellt hat“, sagt er. In den vergangenen Tagen hätten sich bei ihm die Nachfragen nach dem Verbleib des Geisterrades aus der Lehnitzstraße gehäuft. “Wir werden uns auf Spurensuche begeben, um herauszufinden, wem das Rad gehörte“, kündigte er an. Grundsätzlich begrüße er die Aufstellung der weiß gestrichenen Räder – sie seien Mahnung und Warnung an besonderen Gefahrenstellen.

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Geisterräder auf Initiative von ADFC, aber auch Privatpersonen

Die Aufstellung von Geisterrädern geht oftmals auf die Initiative des ADFC zurück. Doch auch Privatpersonen engagieren sich auf diese Weise. Dass die Mahnmale für einen begrenzten Zeitraum von nur einem Jahr aufgestellt werden, ist indes ein Trugschluss. So erinnert beispielsweise in Potsdam in der Pappelallee seit 2014 ein Geisterrad an eine dort tödlich verunglückte Radlerin. Eike-Kristin Fehlauer hat indes noch eine ganze andere Vermutung: „Vielleicht waren es Angehörige der verunglückten Radfahrerin, die in Anlehnung an die Berliner Geisterradaufstellungen das weiße Rad an der Kreuzung zur Lehnitzstraße aufgestellt und nun wieder entfernt haben.“

Mehr dazu: „Mahnmal für tödlich verunglückte Radfahrerin in Oranienburg beschmiert

Von Nadine Bieneck