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Oranienburg Nach Gesprächsrunde: Keine schnelle Lösung für Wensickendorfer Gnadenhof in Sicht
Lokales Oberhavel Oranienburg Nach Gesprächsrunde: Keine schnelle Lösung für Wensickendorfer Gnadenhof in Sicht
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20:58 19.02.2019
Eine schnelle Lösung für die Pflegestelle des Tierschutzvereins in Wensickendorf, die Steven Giese dort mit seiner Frau betreibt, ist nicht in Sicht. Quelle: Enrico Kugler
Wensickendorf

Die Wogen schlugen hoch am Montag, nachdem der Landkreis in einer Pressemitteilung die Nutzungsuntersagung baulicher Anlagen des Gnadenhof & Wildtierrettung Notkleintiere e.V. auf dessen Grundstück im Oranienburger Ortsteil Wensickendorf öffentlich gemacht hatte.

Alle Seiten für Gespräch an den Tisch geholt

Einen Schritt in Richtung Lösung sollte eine Gesprächsrunde am Dienstagnachmittag, bei der Vertreter des Kreis-Bauordnungsamtes, darunter Fachbereitsleiter Oliver Grützmacher, der Stadt Oranienburg, darunter Baudezernent Frank Oltersdorf, des Vereins sowie der SPD-Fraktionsabgeordnete Dirk Blettermann und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Ralph Bujok, anwesend waren bringen.

Keine schnelle Lösung in Sicht

„Quintessenz des Treffens ist: Eine Lösung gibt es noch nicht“, ließ Vereinsmitglied Ruth Schnitzler anschließend verlautbaren. „Es wurden jedoch Wege aufgezeigt, die wir nun gehen“, ergänzte sie. „Ein Weg, den wir auf jeden Fall gehen werden, ist der Widerspruch gegen die Nutzungsuntersagung. Zudem werden wir einen Antrag auf Aufschiebung der gesetzten Frist von sechs Monaten stellen.“ Noch am Montag habe eine große Anwaltssozietät aus Berlin dem Verein ihre anwaltliche Unterstützung angeboten, „unentgeltlich“, wie Ruth Schnitzler mitteilt.

Alle Seiten tauschen ihre Argumente aus

„Alle Parteien haben ihre Argumente ausgetauscht, man ist miteinander ins Gespräch gegangen“, resümierte Dirk Blettermann. „Vielleicht sind wir ein kleines Stück vorangekommen, nun müssen weitere Schritte gegangen werden.“ Dazu gehört unter anderem die Wiederaufnahme eines Bauleitplanverfahrens für das betroffene Gelände in Wensickendorf, welches der Verein nach dessen Kauf im Jahr 2016 nach Rücksprache mit der Stadt Oranienburg bereits in Angriff genommen hatte. „Uns wurde damals wenig Aussicht auf Erfolg gestellt. Aufgrund dieser Empfehlung haben wir es dann auch bleiben lassen“, erinnert sich Schnitzler. Ein solches Verfahren gilt als Grundlage für einen zu erstellenden Bebauungsplan, der anschließend durch die Stadt aufgestellt wird.

Bauleitplan soll nun wieder angestoßen werden

Am Mittwoch werde man das Planungsbüro, mit welchem man damals den Bauleitplan habe anschieben wollen, erneut kontaktieren, um das Verfahren wieder auf den Weg zu bringen, teilte Ruth Schnitzler am Dienstagabend mit. Verbunden ist dies mit Kosten, die der Verein tragen muss. „2016 sind dafür bereits knapp 2000 Euro angefallen“, erinnert sie sich. Getragen haben dies damals die Vereinsmitglieder. Ruth Schnitzler, die zugleich Kassenwartin des Vereins ist, sagt: „Die Spenden, die unser Verein erhält, sind für die Tiere bestimmt. Als Kassenwartin könnte ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, das für die Tiere dringend notwendige Geld für verwaltungsrechtliche Angelegenheiten zu verwenden.“ Welche Kosten mit dem neu angestoßenen Verfahren auf den Verein nun zukommen, ist völlig offen. Dennoch: Der Verein ist gewillt, diesen Weg zu gehen, um „eine Lösung im Sinne der Tiere und der damit betroffenen Menschen zu finden“.

Bebauungsplan der Stadt für Problemlösung notwendig

Wie kann eine Lösung aussehen, um die Aktivitäten der Tierschützer auch weiterhin zu ermöglichen? „Um grundsätzlich Baurecht auf dem Grundstück zu erlangen, müsste von der Stadt Oranienburg ein Bebauungsplan für das Areal aufgestellt werden“, erklärt Irina Schmidt, Pressesprecherin des Landkreises Oberhavel. „Dem Verein wurde eine Frist von sechs Monaten für die Umsetzung der Nutzungsuntersagung eingeräumt. In dieser Zeit kann das Verfahren sicherlich nicht abgeschlossen, jedoch auf den Weg gebracht werden. Die untere Bauordnungsbehörde wird sich vor Ablauf der Frist über die erfolgten Aktivitäten informieren.“ Denkbar sei zudem auch, so Irina Schmidt, dass „andere, geeignete Grundstücke gefunden und dem Verein zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden“.

Landkreis begrüßt ehrenamtliches Engagement grundsätzlich

Der Landkreis selbst „begrüßt ehrenamtliches Engagement in jeglichem Bereich ausdrücklich“, so Irina Schmidt. „Es darf allerdings nicht außerhalb des Gesetzes stattfinden beziehungsweise rechtsstaatliche Grundsätze verletzen.“

Von Nadine Bieneck

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