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Oranienburg Nach der eskalierten Party am Bollwerk: Jetzt spricht der Geschäftsführer
Lokales Oberhavel Oranienburg Nach der eskalierten Party am Bollwerk: Jetzt spricht der Geschäftsführer
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20:07 17.02.2020
David Ziva, Geschäftsführer des Hotels an der Havel erfreut sich – entgegen einiger Behauptungen im Internet – bester Gesundheit. Quelle: FOTO: Stefanie Fechner
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Oranienburg

Eine eskalierte Geburtstagsfeier sorgte am vergangenen Freitagabend für einen größeren Polizeieinsatz am Oranienburger Bollwerk. Etwa 120 Jugendliche hatten sich dort zum Feiern versammelt. Gegen 21.30 Uhr eskalierte die Situation. „Es befanden sich Jugendliche auf dem Gelände des Hotels“, bestätigte David Ziva, Geschäftsführer des Hotels an der Havel, am Montag gegenüber der MAZ. „Ich bin raus und habe sie aufgefordert, das Gelände zu verlassen und die Musik abzustellen, da sich unsere Gäste dadurch gestört fühlten.“ Statt der Aufforderung Folge zu leisten, gerieten die Parteien in Streit.

„Es kam zu einer Handgreiflichkeit, in der dann einer der Jugendlichen einen Elektroschocker zog und mich damit angreifen wollte. Ein Kollege hat das zum Glück verhindern können. Daraufhin haben wir uns dann auch zurückgezogen und die Polizei alarmiert“, schildert David Ziva weiter. Wie die Pressestelle der Polizeidirektion Nord am Montag bestätigte, erfolgte daraufhin ein größerer Polizeieinsatz in diesem Bereich. „Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei haben von 90 Jugendlichen die Personalien aufnehmen können und ebenso viele Platzverweise erteilt“, so Pressesprecher Stefan Rannefeld. Verletzt wurde Geschäftsführer Ziva aber entgegen anders lautender Kommentare auf Facebook zum Glück nicht. „Ich erfreue mich bester Gesundheit.“

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Am Sonnabend zeigte sich dann das gesamte Gelände rund um das Bollwerk sehr verdreckt, zahlreiche Glasscherben waren auch Montag noch zu finden. „Am Sonnabendmorgen sah es hier aus wie auf dem Schlachtfeld. Ich habe ja gar nichts dagegen, dass die Jugendlichen diesen Ort als Treffpunkt nutzen“, zeigt David Ziva Verständnis. „Aber dann sollen sie sich bitte auch normal verhalten, ihren Müll wegräumen und die Ruhezeiten einhalten.“ Für den Geschäftsführer ist es nicht nur störend, sondern auch geschäftsschädigend. „Wenn sich unsere Gäste durch den Lärm gestört fühlen, haben sie einen gesetzlichen Anspruch auf eine Rückerstattung.“

Das geht zu Lasten des Hotels. „In Zukunft werde ich allerdings versuchen, die Personalien der Verursacher zu bekommen, damit sie mir den Schaden ersetzen.“ Neu ist das Problem mit den Jugendlichen indes nicht, wie Hoteldirektor Ralph Heindl bestätigte. „Es verschandelt ja auch das Bild der Stadt Oranienburg, wenn es hier an jedem Wochenende so aussieht. Viele Oranienburger Einwohner trauen sich hier abends schon nicht mehr lang.“

Sogar ein Sessel blieb nach der eskalierten Geburtstagsfeier am Bollwerk stehen. Quelle: privat

Besonders akut sei das Problem an den Wochenenden und in den Ferien. „Wir hatten in den Winterferien sogar schon einen eigenen Wachschutz organisiert“, so David Ziva. Auch mit der Stadt Oranienburg hat er sich zu dieser Thematik bereits in Verbindung gesetzt. „Wir würden gern einen dauerhaften Wachschutz stellen, wenn sich die Stadt an der Hälfte der Kosten beteiligt“, schlägt er vor.

Außerdem wünscht sich David Ziva eine stärkere Präsenz von Ordnungsamt und Polizei. „Wenn dort Minderjährige mit einer Flasche Vodka stehen oder es auf der ganzen Terrasse nach Cannabis riecht, dann muss das unterbunden werden.“ Außerdem fragt er sich, woher die Jugendlichen den hochprozentigen Alkohol bekommen. „Wir wollen ja gar keine Spaßbremsen sein, aber die Jugendlichen müssen auch Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. „Im Moment müssen wir an fast jedem Wochenende die Polizei rufen. Uns sind die Hände gebunden.“

Der Polizei ist der Bereich rund um das Hotel als Treffpunkt für Jugendliche bekannt, wie die Pressestelle der Polizei in Neuruppin bestätigte. „An Tagen, wo dort viele Jugendliche zu erwarten sind, schauen die Kollegen auch häufiger dort vorbei“, sagt Pressesprecherin Ariane Feierbach. Am Freitag nahmen die Einsatzkräfte Anzeigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung gegen Unbekannt auf. „Dass da etwas bei herauskommt, wage ich zu bezweifeln“, meint jedoch David Ziva.

Glasscherben und Müll bleiben an fast jedem Wochenende zurück. Quelle: privat

Die Stadtverwaltung Oranienburg zeigt sich betroffen und kritisiert die Vorkommnisse am Wochenende. „Diese Ereignisse gehen natürlich überhaupt nicht. Uns ist schon bekannt, dass gerade in Sommermonaten dort gerne gefeiert wird, aber alles muss im Rahmen bleiben. Leider sind diese Vorfälle außerhalb der Zeiten des Ordnungsamtes geschehen“, erklärt Stadt-Pressesprecher Gilbert Collé. „Derartige Geschehnisse sind dann Sache der Polizei.“

Von Stefanie Fechner