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Oranienburg Neue Straßen für Oranienburger Kernstadt: Namensvorschläge stehen fest
Lokales Oberhavel Oranienburg Neue Straßen für Oranienburger Kernstadt: Namensvorschläge stehen fest
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14:41 09.01.2020
Nach Oranienburgs einstiger Bürgermeisterin, Hildegard Busse (r.), hier mit Alt-Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, soll eine Straße benannt werden. (Archivbild) Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Seit 2019 wird auf dem einstigen Gelände der Staatsreserve am Aderluch am dort Projektentwickler Bonava geplanten Wohnquartier, vis-a-vis der Gedenkstätte Sachsenhausen gebaut. 187 Häuser sollen dort entstehen, die ersten Schlüsselübergaben sollen bereits im Jahr 2020 erfolgen. Mit dem Bau des Wohnquartiers einher geht die Erschließung der Verkehrsinfrastruktur – zahlreiche neue Straßen sind auf dem Gebiet erforderlich.

Acht Straßen warten auf ihren Namen

Ein Thema, das vor wenigen Wochen nun auch bei der Straßenbenennungskommission der Stadtverordnetenversammlung (SVV) auf dem Tisch lag. Die beschäftigte sich intensiv mit der Namensvergabe für acht zu schaffende Straßen. In der Kommission vertreten sind alle Fraktionen der SVV, die einen Konsensvorschlag für die Benennung der Zuwegungen erarbeiteten, der in den nächsten Wochen und Monaten in den Ausschüssen und abschließend der SVV diskutiert und entschieden wird.

Engagierte und verfolgte Frauen

Im Fokus der Namensfindung stand die Würdigung von Frauen, die sich für die Stadt engagiert haben, oder – aufgrund der räumlichen Nähe zur Gedenkstätte Sachsenhausen – die Erinnerung an im zweiten Weltkrieg verfolgte Frauen. Folgende Straßennamen schickt die Kommission nach eingehender Beratung nun zur Abstimmung ins Rennen: Hildegard-Busse-Straße, Ida-Ihle-Straße, Marie-Bieber-Straße, Elise-Zorn-Straße, Galina-Romanowa-Straße, Rosa-Broghammer-Straße, Gisela-Gneist-Straße und Jette-Barth-Straße.

Hintergrundinformationen zu Namensgeberinnen

Hildegard Busse (1935 – 2015) prägte Oranienburg viele Jahre lang als Bürgermeisterin sowie in den 1990er Jahren als Vorsitzende des Sozialausschusses und der SVV Oranienburg.

Ida Ihle (1886 – 1965) zog als Mitglied der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) bei den Kommunalwahlen im März 1919 als eine der ersten Frauen in die Stadtverordnetenversammlung Oranienburgs sein. Das Stadtparlament bestand damals aus 35 Abgeordneten, der Frauenanteil lag bei 11,4 Prozent. Ida Ihle lebte mit ihrem Mann in der Straße des Friedens.

Marie Bieberzog ebenfalls im Jahr 1919 erstmalig in die Stadtverordnetenversammlung Oranienburgs ein. Die Lehrerin war Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und lebte in der Berliner Straße.

Elise Zornzog 1919 als Mitglied der Mehrheitssozialdemokratischen Partei Deutschlands (MSPD) in Oranienburgs SVV ein. Sie lebte in der Rungestraße.

Galina Romanowa(1918 – 1944), gebürtig aus Russland, wurde 1942 nach Deutschland deportiert, wo sie als Ärztin in Zwangsarbeiterlagern eingesetzt wurde. Zuerst in Wildau tätig, betreute sie seit Dezember 1942 mehrere Lager in und bei Oranienburg. Gemeinsam mit anderen organisierte sie den Widerstand unter sowjetischen Zwangsarbeitern. Am 6. Oktober 1943 wurde sie wegen dieser Tätigkeit festgenommen, im April 1944 zum Tode verurteilt und im November 1944 in Berlin-Plötzensee ermordet.

Rosa Broghammer(1923 – 1945) starb am 20. Juli 1945 im KZ Sachsenhausen an den Folgen ihrer Haft. Inhaftiert worden war sie, da der Vater ihres Kindes ein Franzose war. Während der Haft war sie an Tuberkulose und Anämie erkrankt.

Gisela Gneist(1930 – 2007) war vom sowjetischen Militärtribunal verurteilt worden und später Vorsitzende des Opferverbands „Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen e.V.“ der ehemaligen Inhaftierten im Speziallager Nr. 7 in Sachsenhausen. Für ihr Engagement hatte sie am 3. Oktober 2006 das Verdienstkreuz am Bande erhalten.

Jette Barthmachte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Region Berlin-Brandenburg als Pferdeomnibusfahrerin von sich reden. Ab 1849 bot sie zusammen mit ihren Brüdern Fahrten in die Umgebung an. Jedes Kind in den Dörfern am Wege der Omnibus-Linie kannte die mit Männerkleidern und schweren Schaftstiefeln ausgestattete Kutscherin, die mit ihrer unablässig schmauchenden Tabakspfeife hoch oben auf dem Bock saß. Ihre Umgangssprache war so derb wie ihre ganze Art. Der Nachwelt hinterließ sie die Erinnerung an ein Original in zahlreichen Anekdoten.

Von Nadine Bieneck

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