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Oranienburg Aus der Luft gegen Feuer: Oberhavels Kameraden nutzen künftig Drohnen
Lokales Oberhavel Oranienburg Aus der Luft gegen Feuer: Oberhavels Kameraden nutzen künftig Drohnen
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14:09 18.02.2019
Vor Zehdenicks Toren, am Ortsrand von Klein-Mutz, absolvierten Gerd Ritter (l.) und Ralph Göbel (r.) unter den wachsamen Augen von Fluglehrer Peter Selig ihre Drohnenflugstunden.
Oberhavel

„Es hat riesigen Spaß gemacht, aber es war auch extrem viel Input aus einem Themengebiet, dass wir sonst bei der Feuerwehr nicht so auf dem Schirm haben“, resümierte Gerd Ritter, stellvertretender Kreisbrandmeister des Landkreises Oberhavel am Freitagnachmittag. Seinen Drohnenführerschein hatte der 52-Jährige da bereits in der Tasche. „Ein Musterschüler“, wie Fluglehrer Peter Selig aus Magdeburg den leidenschaftlichen Feuerwehrmann lobte.

Der 52-Jährige hatte in den vergangenen Tagen zusammen mit neun Kameraden die Feinheiten von Metrologie, Topographie, Luftrecht, Flugbetrieb, Navigation und noch etlichem mehr für die unfallfreie Benutzung einer Flugdrohne gepaukt. Erst in der Theorie, am Freitag dann auch in der Praxis. „Da raucht einem schon der Kopf“, verriet der Zehdenicker. Als stellvertretender Kreisbrandmeister war ihm die Ausbildung an den hochkomplexen Geräten dennoch eine Herzensangelegenheit.

Vor der Praxis wurde viel Theorie gepaukt. Quelle: Nadine Bieneck

Dass er damit den Nerv seiner Kollegen traf, bestätige Ralph Göbel. Der 59-Jährige gehörte zum Schulungsteam: „Die Woche war super, wir haben allerhand gelernt. Allerdings ist die Ausbildung wirklich anspruchsvoll, es gibt so vieles, was man beachten muss“, bilanzierte der Zehdenicker. Er nahm am Freitag ebenfalls seinen Drohnenführerschein entgegen, nachdem er in der Praxiseinheit auf der Klein-Mutzer Flur bewiesen hatte, dass nicht nur die Theorie sitzt.

Fluglehrer Peter Selig lobt Oberhavels Kameraden

Peter Selig geizte sowohl in den Seminar- als auch in den Praxisstunden nicht mit Tipps und Ratschlägen, um die Feuerwehrkameraden optimal auf zukünftige Einsätze vorzubereiten. „Die Kollegen aus Oberhavel haben das vorbildlich gemacht“, lobte er. „Sie haben viele Fragen gestellt, sehr gute Leistungen gezeigt, genau zugehört. Das hat auch mir als Ausbilder großen Spaß gemacht.“

Zukünftig können Oberhavels Brandbekämpfer für ihre Einsätze eine Flugdrohne des Landkreises nutzen. Dafür legen sie zuvor unter den Augen von Fluglehrer Peter Selig einen komplexen Drohnen-Führerschein ab. Erst wurde die Theorie gepaukt, dann ging es vor den Toren Zehdenicks aufs Feld zur Praxiseinheit.

Rund 8000 Euro hat die Flugdrohne gekostet, die der Landkreis Oberhavel für die Feuerwehr angeschafft hat. Einsatzmöglichkeiten sind Waldbrände und die Suche nach vermissten Personen. Auch bei der Erkundung von munitionsbelastetem Gelände ist die Drohnennutzung sinnvoll, gibt Gerd Ritter zu bedenken. „Allein die Kamera samt Wärmebildkamera hat 5000 Euro gekostet“, verrät er und ist froh über das neue Equipment und die Unterstützung des dafür verantwortlichen Dezernenten Matthias Rink. „Er hat das von Beginn an mit vorangetrieben“, erinnert er sich. Für den 52-Jährigen ist das komplexe technische Gerät ein optimales Hilfsmittel für Rettungseinsätze. So sei es „wesentlich kostengünstiger, eine Flugdrohne einzusetzen als einen Hubschrauber der Polizei anfordern zu müssen“.

Ralph Göbel (l.) und Fluglehrer Peter Selig bereiten die Flugdrohne auf den Praxiseinsatz vor. Quelle: Nadine Bieneck

„Im Grund ist ganz Deutschland eine komplette Flugverbotszone, die gesetzlichen Bestimmungen sind absolut strikt", weiß Fluglehrer Peter Selig. Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Polizei, Bundeswehr oder auch Feuerwehr dürfen allerdings „rein rechtlich gesehen Drohnen während ihrer Einsätze auch ohne Führerschein benutzen“, weiß Gerd Ritter. Dennoch: „Was nützt uns das beste Gerät, wenn das Ergebnis nicht den gewünschten Zweck erfüllt?“ Zehn Kameraden des Landkreises haben aus diesem Grund am Ende der Woche das Rüstzeug und den Führerschein für die Benutzung von Flugdrohnen erhalten. „Das war uns wichtig, auch aufgrund der rechtlichen Absicherung“, sagt Gerd Ritter. Das kreiseigene Gerät wird zukünftig in Oranienburg stationiert und kann für Einsätze bei der Leitstelle angefordert werden.

Der letzte Tipp, bevor Peter Selig seine Schüler am Ende der Woche wieder zur Feuerwache entließ? „Beim Hindernis hilft nur eins: Gas nach oben geben.“

Weitere Informationen zur Flugschule von Peter Selig gibt es unter: www.drohnenflugschule24.de

„Das macht schon Spaß“, befand Gerd Ritter bei der Praxiseinheit. Quelle: Nadine Bieneck

Von Nadine Bieneck

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