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Oranienburg Ein Mann, ein Rad und ein großes Ziel
Lokales Oberhavel Oranienburg Ein Mann, ein Rad und ein großes Ziel
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22:33 31.10.2019
Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) liest aus seinem Buch „Mein Weg nach Jerusalem". Quelle: Jeannette Hix
Oranienburg

Wenn Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) mit dem Rad zur Arbeit fährt, denkt er vielleicht manchmal an die Mega-Radtour, die sein Leben veränderte. Mittwoch Abend las er in der Orangerie aus seinem Buch samt Tour-Reisebericht interessierten Zuhörern vor. „Mein Weg nach Jerusalem“ hat er den Titel genannt.

Der Eintrittspreis von 15 Euro pro Person für die Lesung dient dem guten Zweck. „Ich möchte das Geld beisteuern, um eine Partnerschaft zwischen Oranienburg und einer israelischen Stadt aufzubauen“, sagte Laesicke. Bei der letzten SVV gab es dafür grünes Licht. „Ich habe bereits mit israelischen Städten Kontakt aufgenommen“, so Laesicke. „Aber weil wir noch in der Sondierungsphase sind, will ich den Namen der Favoritin noch nicht nennen.“

2007 wurde der Grundstein für eine Städte-Partnerschaft gelegt

Der Grundstein für die Idee mit der Städtepartnerschaft wurde 2007 gelegt. Damals war Alexander Laesicke als Student mit einem Freund per Rad von Oranienburg nach Israel in die Hauptstadt Jerusalem gedüst.

Alexander Laesicke im Gespräch mit Zuhörern der Lesung. Quelle: Jeannette Hix

Zwei Monate Strapazen mit Schmerzen in den Beinen, Schweiß, der vom Kinn tropft, Radflicken und Erkältung, aber auch mit unbeschreiblichen Erlebnissen und unzähligen Gesprächen mit Einheimischen. Im Gepäck hatte er Fotos wie von der Berliner Loveparade, seinen Eltern oder vom KZ Sachsenhausen, damit sich Einheimische ein Bild von Deutschland machen können.

Etwa 90 Minuten dauerte die Benefiz-Lesung. Quelle: Jeannette Hix

Warum er nicht zu Gott bete und ob er Hitler für einen großen Mann halte. Er habe Deutschland schließlich stark gemacht. „Nein, er hat Deutschland zerstört und ist verantwortlich für über 50 Millionen Tote“, argumentierte damals Laesicke.

Geschafft, aber glücklich: Alexander Laesicke (l.) ist am Ziel. Quelle: Jeannette Hix

Übernachtet wurde im Zelt, aber oft auch bei Einheimischen, wie in der Türkei bei einem alten Mann in der Ein-Raum-Hütte mit Duschschlauch und Klo im Garten. „Wir waren überrascht, als plötzlich sein Sohn und sein Enkel eintraten und der Enkel uns im Kölner Dialekt begrüßte“, sagt Laesicke.

Die Tour durch zwölf Länder war 5523 Kilometer lang

Am Ende der Reise hatte er 5523 Kilometer „auf der Uhr“ und zwölf Länder wie Serbien, die Türkei und Jordanien durchfahren. Bis er schließlich am Ziel, den Ziegelstein vom KZ-Sachsenhausen-Außenlager in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Zeichen der Versöhnung ablegte. Er hatte ihn als Wahrzeichen von der Heimat mitgebracht.

„Die Reise war zwar auch gepaart mit sportlichem Ehrgeiz. Aber ich wollte mich darüber hinaus mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen“, sagt Laesecke, der neben dem ehemaligen KZ Sachsenhausen aufgewachsen ist. „Heute möchte ich mich nicht auf die Vergangenheit beschränken, sondern mich als Bürgermeister für eine respektvolle Erinnerungskultur einsetzen“, sagte er und ernte Applaus bei den Zuhörern.

Von Jeannette Hix

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