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Oranienburg Engpass Kanalbrücke
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19:28 02.07.2019
Der Rad- und Fußweg über die Kanalbrücke ist stellenweise so eng, dass Radfahrer und Fußgänger kollidieren könnten, befürchtet der Seniorenbeirat. Quelle: Jeannette Hix
Oranienburg

Der Vorsitzende vom Seniorenbeirat Oberhavel schlägt Alarm. „Der Rad- und Fußweg über die Kanalbrücke an der Germendorfer Allee Höhe Eichendorfstraße ist stellenweise so eng, dass Radfahrer und Fußgänger kollidieren könnten“, sagt Karl-Heinz Grollmisch (74) aus Eden. Erschwerend hinzu kommt, dass es über die Brücke nur einen Rad- und Fußweg gibt, so dass zusätzlich auch noch mit Gegenverkehr zu rechnen ist.

„Da in der Gegend sowohl viele ältere Menschen, aber auch junge Leute wohnen, wird der Weg oft auch von Senioren mit Rollator und Müttern mit Kinderwagen genutzt“, sagt Senioren-Beiratsvorsitzender Karl-Heinz Grollmisch.

In diesem Nadelöhr wird deutlich, wie schmal der Rad- und Fußgängerweg ist. Denn hier gibt es auch Gegenverkehr. „Radfahrer und Fußgänger könnten kollidieren“, befürchtet der Vorsitzende vom Seniorenbeirat OHV, Karl-Heinz Grollmisch (74). Quelle: Jeannette Hix

Und während er das sagt, kommt ein junger Mann den Weg heruntergefahren. Umsichtig bremst er auf unserer Höhe ab. Abgesehen davon, dass wir Fußgänger einen ziemlichen Schreck bekommen haben, als direkt hinter uns plötzlich die Fahrradklingel ertönt, können wir nur schwer ausweichen. Denn auf unserer Seite ist eine Begrenzung gebaut und ein Baum steht auch direkt am Wegesrand. Auch der Fahrradfahrer ist bemüht, nicht mit dem Lenker in dem roten Geländer hängen zu bleiben, das aus Sicherheitsgründen zur Fahrbahn errichtet wurde. Für einen Rollator oder einen Kinderwagen wäre an dieser Stelle kaum noch Platz.

Rainer Gödde aus Eden findet die Brücke auch eng. An der Verkehrsführung Ecke Germendorfer Allee/Eichendorfstraße müsste sich auch etwas ändern, findet er. Quelle: Jeannette Hix

Auch Rainer Gödde aus Eden benutzt oft den Kombi-Rad- und Fußweg. „Durch den Gegenverkehr ist der Weg stellenweise wirklich sehr eng“, stellt auch er fest. Auch verstehe er die Verkehrsführung unterhalb der Brücke nicht. „Das Radwegschild endet etwa acht Meter vor der Ampel. Demnach müssten Radfahrer an diesem Schild absteigen, ihr Rad die acht Meter bis zur Ampel schieben, um über die Straße zu kommen. Ich verstehe nicht, warum das Schild nicht an der Ampel steht, so dass man ohne abzusteigen, die Straße überqueren kann – mit grünem Signal versteht sich.“

Ob Autos in die Eichendorfstraße abbiegen (F.) oder aus ihr herausfahren – Anwohner sehen die Ecke als Unfallschwerpunkt, weil Radfahrer übersehen werden könnten. Quelle: Jeannette Hix

Dustin Schulz (33) wohnt um die Ecke und ist leidenschaftlicher Radfahrer. Der junge Mann findet die Ecke Germendorfer Allee/Eichendorfstraße unterhalb der Brücke gefährlich. „Die meisten Autofahrer, die von der Eichendorfstraße kommend auf die Germendorfer Allee wollen, fahren direkt bis zur Germendorfer Allee vor und überfahren so den Radweg. Aus meiner Sicht ist das ein Unfallschwerpunkt. Ein Verkehrsschild müsste Autofahrer auf Radfahrer hinweisen“, findet er.

Bei der Stadt Oranienburg kennt man das Problem. Dazu Stadt-Sprecher Gilbert Collé: „Die über den Oranienburger Kanal führende Fuß- und Radfahrerbrücke sowie die daran anschließenden Rampen wurden seinerzeit vom Landesbetrieb Straßenwesen – damals noch Straßenbauamt – errichtet, da Radfahrer bei Nutzung der Seitenbereiche der Brücke bei zeitgleichem Begegnungsfall Lkw/Lkw oder Bus/Lkw einer hohen Unfallgefahr ausgesetzt waren.

Zum damaligen Zeitpunkt war es noch verkehrsrechtlich möglich, benutzungspflichtige Zweirichtungsradwege auch innerorts anzuordnen, unabhängig davon, ob die Breite für den Begegnungsverkehr Fußgänger/Rad ausreichend bemessen war.

Polizei, Landkreis und Landesbetrieb kennen das Problem

Inzwischen werden die benutzungspflichtigen Zweirichtungsradwege vom Landkreis wieder abgeordnet, auch die Benutzungspflicht von einseitigen Radwegen im Landkreis Oberhavel wird in nächster Zeit generell aufgehoben werden.“ Anlass hierzu sei ein aktuelles Urteil des Oberverwaltungsgerichtes (OVG 1 B 25.15).

Da die Abordnung der Radwegbenutzungspflicht Konsequenzen für die Radverkehrsführung hat (der Radverkehr muss dann auf der Straße fahren oder darf gegebenenfalls im Falle der Zusatzbeschilderung „Radverkehr frei“ auch den Gehweg benutzen), wird es Einzelfallprüfungen in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Landkreis sowie dem Landesbetrieb im Hinblick auf ggf. durchzuführende bauliche Anpassungsmaßnahmen geben müssen, teilt der Stadtsprecher weiter mit.

Abhilfe scheint in Sicht

„Bei dieser Gelegenheit wird auch der vom Seniorenbeirat kritisierte Wegabschnitt in Augenschein genommen. Abhängig davon, welche verkehrsrechtliche Anordnung letztlich zum Tragen kommt, wird anschließend gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenwesen zu prüfen sein, ob und in welcher Form eine Verbreiterung der Nebenanlagen zugunsten des Fuß- und Radverkehrs möglich ist. Im Zuge dieser Entscheidungen und Veränderungen wird dann auch die Beschilderung überprüft und angepasst werden.“

Bleibt abzuwarten, wann diesbezüglich für Radfahrer und Fußgänger plus Gegenverkehr Abhilfe geschaffen wird.

Von Jeannette Hix

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