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Oranienburg Überraschend raus, überraschend rein!
Lokales Oberhavel Oranienburg Überraschend raus, überraschend rein!
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00:20 01.06.2019
Die Wahl brachte für einige langjährige Abgeordnete das Aus in der Lokalpolitik, andere sitzen nunmehr im Stadtparlament. Quelle: MAZ
Oranienburg

Lachende Gesichter auf der einen Seite, bedrückte Mienen auf der anderen: Ins Stadtparlament von Oranienburg zogen bei der Wahl am Sonntag Kandidaten, die nicht unbedingt damit gerechnet hatten. Andere, zum Teil langgediente, erhielten hingegen nicht genügend Stimmen. Sie werden auf der politischen Bühne (vorerst) nicht mehr in der ersten Reihe sitzen.

Heiner Klemp (B 90/Grüne) ist nicht mehr dabei. Quelle: Andreas Herz

„Ich werde die Stadtpolitik natürlich vermissen. Ich habe sie ja 15 Jahre lang mitgestaltet. Aber ich freue mich auch für diejenigen, die es geschafft haben, ins Stadtparlament einzuziehen“, sagt Heiner Klemp von Bündnis 90/Grüne. Einen Aspekt hat er bereits ausgemacht, der für dieses Ergebnis mitausschlaggebend gewesen sein könnte. „Ich trat in dem nicht unproblematischen Wahlkreis 3 an, in dem wir noch nie ein Mandat geholt hatten“, sagt der 55-Jährige, der in Teilen der Kernstadt in Oranienburg (8393 Einwohner) offensichtlich einen schwierigen Stand hatte. Seiner Partei sei es nicht gelungen, in allen Wahlkreisen mindestens ein Mandat zu gewinnen. Außerdem beobachtete er, dass vermehrt junge Frauen gewählt wurden. Heiner Klemp ist vor mangelnder Arbeit nicht bange, da er nicht nur in den Ortsbeirat Lehnitz eingezogen ist, sondern auch in den Kreistag. „Jetzt werde ich mich dort für Oranienburger Themen wie dem Verkehr einsetzen.“ Und er will am 1. September bei der Landtagswahl antreten.

„Die Chancen waren gering“

Fast mit seinem Ausscheiden gerechnet hatte Michael Fehlow von den Linken. „Das war schon an der Reihenfolge auf der Liste zu sehen. Ich stand auf Platz 6. Da waren die Chancen auf einen Einzug natürlich gering. Mit etwas Glück hätte es irgendwie klappen können. Aber es sollte nicht sein. Am Ende entscheidet der Wähler“, so der 68-Jährige, der gern noch eine Legislaturperiode mitgemacht hätte. Jetzt ist für ihn nach 46 Jahren Schluss mit der Kommunalpolitik. Seit 1973 hat er – mit Ausnahme von einer Wahlperiode – in Oranienburg die Stadtpolitik mitbegleitet und geprägt. „Aber es ist nicht dramatisch“, sagt Michael Fehlow. „Ich bin ja noch im Ortsbeirat Sachsenhausen und Vorsitzender des Angelverein Ukeley, einem der größten im Südkreis. Und drei Enkelkinder habe ich auch.“

„Hätte gern noch weiter mitgestaltet“

Seine Enttäuschung nicht verbergen konnte Frank Rzehaczek: „Es ist deshalb schade, weil ich in den vergangenen fünf Jahren mit versucht habe, viel zu bewegen. Die begonnene Arbeit hätte ich gern weiter mitgestalten wollen. Aber so ist das politische Leben.“ Im Nachhinein glaubt der 58-Jährige, dass sich die CDU-Kandidaten die Stimmen zum Teil gegenseitig genommen hätten. Es seien mitunter drei, vier gute Leute auf einer Liste gewesen. „Aber das haben wir selbst so entschieden. Jetzt müssen wir mit dem Ergebnis leben.“ Eine weitere Ursache sieht er im Erstarken der AfD, die nun im Stadtparlament sitzt, selbst Sitze besetzt und das politische Leben in der SVV nicht einfacher mache.

Christian Howe (CDU) wurde in das Stadtparlament gewählt. Quelle: Andreas Herz

Ein strahlendes Lächeln zauberte der Wahlsonntag auf das Gesicht von Jean Willemsen. Der 24-Jährige preschte mit Pauken und Trompeten in die Stadtverordnetenversammlung (MAZ berichtete). Die 773 Stimmen bedeuteten das beste Resultat der Linken-Kandidaten. „Ich war wirklich überrascht“, sagte er gegenüber der MAZ. Zum ersten Mal war er angetreten. Er wird sich für die jungen Menschen einsetzen wollen. „Da sehe ich Potenzial. Ich finde, dass in Oranienburg ein Jugendzentrum fehlt.“ Der Student wolle über diese und andere Themen mit allen Parteien ins Gespräch kommen. Ebenfalls Neuland betritt Christian Howe. Seit drei Jahren Mitglied der CDU, gelang ihm jetzt der Einzug ins Parlament. „Ich freue mich sehr darüber. Nach der annullierten Briefwahl, die uns ziemlich zusetzte, bin ich jetzt doch froh über das Ergebnis“, so der 30-Jährige. Dem Mitarbeiter einer Klimaschutzagentur liegt Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit am Herzen, auch die Innenstadtentwicklung mit der Neugestaltung des Fischerkiezes, bei der die Gärten erhalten bleiben sollen.

Lüttmann: „Ich habe mit Freude kandidiert“

Mit Björn Lüttmann (SPD) gehört künftig ein Politprofi dem Parlament an. Seine jetzige Kandidatur dürfte so manchen überrascht haben. Der Landtagsabgeordnete durfte als leitender Mitarbeiter der Stadt (bis 2014) nie für das Stadtparlament kandidieren. Als Landtagsabgeordneter, der formell immer noch bei der Stadt angestellt ist, darf er das. „Und das habe ich mit Freude getan, weil ich die Stadtpolitik gern mitgestalten möchte.“ Die Zeit werde er aufbringen können, so der 43-Jährige. Und er sei sich sicher, dass er sein Wissen von der Arbeit in Potsdam – so gehört er unter anderem dem Ausschuss für Inneres und Kommunales an – in Oranienburg einsetzen könne.

Von Stefan Blumberg

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