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Oranienburg Mit Belohnungskeks, Lob und Konsequenz Hunde erziehen
Lokales Oberhavel Oranienburg Mit Belohnungskeks, Lob und Konsequenz Hunde erziehen
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20:17 29.10.2019
Petra Reinkemeier aus Zehlendorf mit ihren Hunden Mister Big (r.) und Happy. Jetzt hat sie eine Hundeschule aufgemacht. Quelle: Jeannette Hix
Zehlendorf

Immer, bevor Petra Reinkemeier (54) aus Zehlendorf das Haus verlässt, schnippelt sie eine Wiener oder ein Stück Käse klein. „Das sind ganz besondere Leckerchen, die es nur bei ganz schwierigen Aufgaben gibt“, sagt die Hundetrainerin. Super-Duper nennt sie die Belohnung. Bei leichten Übungen wie Sitz oder Platz gibt es ganz normale Leckerchen. „Grundsätzlich belohne ich jedes gewünschte Verhalten mit einem Leckerchen. Dazu gibt es viele lobende Worte“, sagt die Trainerin.

Diese positive Verstärkung lässt die Tiere ohne Druck freudig Neues lernen. Eine weitere sanfte Methode, gewünschtes Verhalten belohnend zu unterstützen, ist die Arbeit mit dem Clicker. Dabei hören die Hunde einen Klick, der mit einem speziellen Gerät gemacht wird.

Zerrspiele – auch gerne als Belohnung, wenn Berner-Sennenhund-Leonberger-Mix Mister Big erwünschtes Verhalten zeigt. Quelle: Jeannette Hix

Fast alle Tiere kann man mit dem Clicker trainieren – vom Hund bis zum Pferd. Reagiert das Tier zum Beispiel auf ein bestimmtes Kommando richtig, bekommt es den Klick und gleichzeitig anfangs einen Belohnungskeks. Irgendwann verknüpft das Tier beides und sieht auch den Klick als Belohnung.

„Pe Dogtraining“ hat sie ihre Hundeschule genannt, die sie vor vier Wochen gegründet hat (eine Trainingseinheit kostet 40 Euro). Das Veterinäramt hatte die Zulassung zum Hundetrainer geprüft.

Schon ein ganzes Leben ist die gelernte Friseurmeisterin, die jetzt als Berufseinstiegsbegleiterin junge Leute aus schwierigen Verhältnissen unterstützt, mit Hunden zusammen. „Früher hatten meine Eltern einen Hund und als ich dann erwachsen war, habe ich mir auch einen Hund angeschafft. Sie hieß Benjie und war ein schwarz-weiß-brauner Collie der Farbe Tricolor.“

Pfote drauf – Petra und Happy sind ein gutes Team. Quelle: Jeannette Hix

Doch weil Benjie ein sehr ängstlicher Hund war, suchte Petra Reinkemeier Rat bei einem Trainer. „Ich war so fasziniert von den sanften Methoden, dass ich auch so mit Tieren arbeiten wollte“, sagt Petra Reinkemeier.

Bei der sanften Erziehungsmethode ist die Beziehung zwischen Mensch und Hund so aufeinander abgestimmt, dass schon leise Kommandos statt lautes Schnauzen zum Ziel führen. „Ziel des Trainings ist, dass Mensch und Hund ein Team sind“, sagt Petra Reinkemeier, die aktuell ein Web-Seminar bei Hunde-Erziehungspapst Martin Rütter absolviert.

Happy ist happy, wenn sie auf Frauchens Schoß sitzen darf. Quelle: Jeannette Hix

Fast immer sei unerwünschtes Verhalten der Vierbeiner durch den Menschen antrainiert. Erst kürzlich hatten Hundebesitzer Petra Reinkemeier Rat erbeten, weil die kleine Hündin Besucher in die Hacken biss. Die Besitzer vermuteten, dass die Hündin dominant sei und ihr Revier verteidigen wollte.

„Das stimmte nur zum Teil“, sagt Petra Reinkemeier. „Bei meinem Besuch vor Ort stellte ich fest, dass die Hündin ein sehr ängstliches Tier war. Viele Besucher hatten die Hündin auf den Schoß genommen, obwohl sie das gar nicht mochte. Darüber hinaus hatte sie ihr Körbchen im engen Flur, wo jeder Besucher dran vorbeigehen musste. Sie hatte keine Rückzugsmöglichkeiten.“

Petra Reinkemeier ließ das Hundekörbchen so umstellen, dass der Hund es jederzeit als Rückzugsort nutzen konnte. Darüber hinaus wurden Besucher gebeten, das Tier komplett zu ignorieren. Es sollte selbst die Chance ergreifen, Kontakt zu suchen. „Jetzt ist es schon so, dass die Hündin Besucher nicht mehr anbellt und auch nicht mehr beißt.“

Petra Reinkemüller habe sich besonders auf ängstliche Hunde spezialisiert. Ihre eigenen Vierbeiner dagegen sind alles andere als ängstlich. Ihr Mister Big ist ein Mix aus Berner Sennenhund und Leonberger und mit seinen gerade mal zwölf Monaten noch ein bisschen in der Flegelzeit. Chihuahua-Mix Happy (6) dagegen ist sehr anhänglich und würde am liebsten immer auf Frauchens Schoß sitzen. Happy hat eine spezielle Ausbildung als eine Art Therapiehund.

„Auch Mister Big soll diese Ausbildung absolvieren. Die erste Prüfung hat er schon bestanden“, sagt Petra Reinkemeier. Jetzt freut sie sich auf die ersten Menschen, die mit ihrem Hund ein gutes Team bilden wollen.

Von Jeannette Hix

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