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Oranienburg Nach schwerem Unfall: Oranienburger kann Weihnachten zu Hause feiern
Lokales Oberhavel Oranienburg Nach schwerem Unfall: Oranienburger kann Weihnachten zu Hause feiern
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12:10 24.12.2019
Für Heinz Strohmeier und Lebensgefährtin Steffi ist es ein ganz besonderes Weihnachtsfest. Quelle: Robert Roeske
Oranienburg

Dieses Weihnachtsfest ist für Heinz Strohmeier (56) und seine Lebensgefährtin Steffi (37) aus Oranienburg ein ganz besonderes. Denn fast hätte er es nicht mehr miterlebt. Darum genießen die zwei die besinnliche Zeit nun besonders.

Es ist der 29. August diesen Jahres. Heinz Strohmeier ist auf seiner Kawasaki VN 900 auf der Autobahn Richtung Oranienburg unterwegs. „Ich kam aus Hannover, hatte dort einen Bekannten besucht“, sagt Heinz Strohmeier.

Meistens fährt er zwischen 130 und 140 Kilometer die Stunde auf der Mittelspur, denn rechts düsen die Lkws. Doch als er einen Lkw vor der Nase hat, setzt er den Blinker und fährt auf die linke Spur, um zu überholen.

Liebevoll streichelt Steffi ihren Heinz. Fast hätte sie ihn für immer verloren. Quelle: Robert Roeske

„Plötzlich sehe ich im Rückspiegel, wie ein Autofahrer heran düst. Er fährt extrem dicht auf und drängelt“, sagt Heinz Strohmeier. Doch er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, ordnet sich wieder auf der Mittelspur ein. „Da düste der Autofahrer an mir vorbei und setzte sich genau vor meine Nase. Ich konnte den Fahrer nicht sehen – der Wagen hatte getönte Scheiben.“

Die Knie und die Arme verbunden – wie durch ein Wunder hat Motorradfahrer Heinz Strohmeier den schlimmen Motorrad-Unfall überlebt. Quelle: Robert Roeske

Doch statt nun zügig zu fahren, soll der Autofahrer extrem langsam gefahren sein. „Also wollte ich ihn nun überholen. Doch als ich auf die linke Spur rüber fuhr, fuhr auch er nach links und auch noch Schlangenlinien, dass ich nicht vorbei kam.“

Und dann passierte das Unvorstellbare. Der Autofahrer soll Heinz Strohmeier mit Absicht ausgebremst haben. „Er hat so plötzlich so stark gebremst, dass ich ebenso stark bremsen musste“, erinnert sich der Service-Techniker. „Dadurch ist mir aber das Hinterrad ausgebrochen. Mein Motorrad geriet ins Schleudern. Ich rutschte über den Asphalt, Richtung Leitplanke und dachte nur noch: runter vom Motorrad und weg von der linken Leitplanke. Ich wäre eingeklemmt darunter gelandet.“

Mehrmals überschlug sich Heinz Strohmeier auf der Autobahn

Mehrmals überschlug er sich, schaffte es gerade noch, sich über die Leitplanke auf den sicheren Mittelstreifen zu hieven, der Fahrt- und Gegenrichtung trennt. Verletzt blieb er dort liegen. Statt dem Verletzten zu helfen, raste der Drängler davon.

Der Umsicht der herannahenden Lkw-Lenker ist es zu verdanken, dass nicht noch andere Fahrzeuge in den Unfall verwickelt wurden. „Sie haben vorausschauend alle drei Fahrbahnen belegt. So war der nachfolgende Verkehr ausgebremst“, sagt Heinz Strohmeier.

Die Lkw-Fahrer sind es auch, die den Notarzt informieren. Heinz Strohmeier kommt ins Krankenhaus Magdeburg, wird notoperiert. Er muss an den Ellbogen genäht werden, hat tiefe Schürfwunden. „Ich hatte wohl einen Schutzengel“, sagt er.

Statt zu helfen, fuhr der mutmaßliche Drängler einfach weiter

Und während er auf dem OP-Tisch liegt, hat Lebensgefährtin Steffi Todesangst um ihren Heinz. „Auf dem Handy-Ortungssystem sah ich, dass sich sein Standort in Stunden nicht veränderte. Ich rief ständig an, aber er ging nicht ran.“

Dann sieht Steffi, dass sich am Standort ein Krankenhaus befindet und ahnt Schlimmes. „Ich war so erleichtert, als ich endlich erfuhr, dass er noch lebt“, sagt Steffi glücklich.

Heinz Strohmeier hat Anzeige gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher erstattet. „Die Polizei hat ihn kurz nach dem Unfall stellen können“, sagt Heinz Strohmeier. „Es wird ein Gerichtsverfahren geben. Das Schlimme ist, dass ich seit 35 Jahren unfallfrei Motorrad fahre und es nun aus Sicherheitsgründen aufgeben will, obwohl ich an dem Unfall gar nicht schuld bin.“

Mit dieser Kawasaki VN 900 hat sich Heinz Strohmeier auf der Autobahn überschlagen. Aus Sicherheitsgründen will er sich kein neues Motorrad kaufen. Quelle: Robert Roeske

Die Wunden sind gut verheilt. Doch Heinz Strohmeier hat noch starke Schmerzen an der Schulter. „Im Januar werde ich in der Charité durchgecheckt. Ich hoffe, dass dann endlich die Ursache für die Schmerzen gefunden wird. Denn noch muss ich starke Schmerzmittel nehmen.“

Dart-Automat statt neues Motorrad

Ein neues Motorrad hat er sich nicht mehr angeschafft, auch Steffi zuliebe. „Wir haben uns statt des Motorrades einen Dart-Automaten für zu Hause gekauft“, sagt Steffi.

Es ist auch ein Symbol. Denn beim Dart hat vor einem Jahr ihre Liebe begonnen. Die zwei Dart-Fans haben sich im Oranienburger Dartclub bei einem Turnier kennen und später lieben gelernt.

Von Jeannette Hix

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