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Oranienburg 192.000 Plastiktüten weniger
Lokales Oberhavel Oranienburg 192.000 Plastiktüten weniger
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18:29 25.10.2019
Andreas Lück präsentiert die neuen Papiertüten für Obst und Gemüse, die ab sofort die alten Knotenbeutel ersetzen Quelle: Stefanie Fechner
Oranienburg

Plastiktüten gehören an den Obst- und Gemüseständen der örtlichen Einzelhändler und Lebensmittel-Discounter für die meisten Kunden zum gewohnten Anblick. Im Rewe-Markt von Andreas Lück in der Oranienburger Lehnitzstraße ist seit Freitag Schluss damit, in der Obst- und Gemüseabteilung sucht man Plastiktüten ab sofort vergebens. Andreas Lück hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und setzt jetzt auf Blockbodenbeutel statt Knotenbeutel.

„Wir haben es im Sommer eine Woche lang getestet, wie es ist, auf die Plastiktüten zu verzichten. Die Kunden haben es sehr gut angenommen und wir haben viel positives Feedback dafür bekommen“, erklärt Kaufmann Lück seine Motivation. Nun hat auch der Lieferant zugesagt, die Papiertüten dauerhaft in der benötigten Menge bereitstellen zu können. Damit werden in Zukunft 4000 Plastiktüten in der Woche eingespart. Die neuen Verpackungen sind aus Altpapier hergestellt und damit um ein vielfaches umweltfreundlicher als ihre Vorgänger. Außerdem sind Mehrwegnetze für Obst und Gemüse erwerbbar. An der Kasse gibt es schon lange nur noch Papiertüten statt Plastik.

42 Tonnen Co² werden jährlich im Markt eingespart

„Auch wenn ein kompletter Verzicht auf Plastik in naher Zukunft noch nicht möglich sein wird, so wollen wir doch mit gutem Beispiel vorangehen“ sagt Andreas Lück. Und Klimaschutz endet bei ihm nicht am Obststand. „Der Markt wird seit 2010 komplett mit grünem Strom versorgt. Wir haben während Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen Kühlungen eingebaut, die mit Glastüren verschlossen werden. Auch das spart Strom“. 42 Tonnen Co² werden damit jedes Jahr im Markt eingespart. Und der Kaufmann ist mit seinem Vorhaben noch nicht am Ende. „In den nächsten Jahren soll der Markt erweitert werden, auch da sind weitere Maßnahmen zum Klimaschutz geplant“, erklärt er. „Die ganz modernen Filialen haben schon Photovoltaikanlagen auf dem Dach installiert“.

Das Einkaufsverhalten muss sich ändern

Außerdem appelliert Lück, der im November 10-jähriges Jubiläum mit seinem Rewe-Markt feiert, an seine Kunden. „Das Einkaufsverhalten muss sich einfach dauerhaft ändern. So müssen zum Beispiel Bananen nicht noch extra eingepackt werden.“ Auch wenn der Klimaschutz auch ein persönliches Anliegen für Lück ist, so freut es ihn doch, dass auch seine 43 Mitarbeiter hinter dem Konzept stehen.

Um auch schon die Kleinsten für Nachhaltigkeit und Gesundheit zu sensibilisieren, organisiert er Projekte für Vorschulkinder, in denen gesunde Ernährung thematisiert wird. Etwa 60 Kinder besuchen diese Veranstaltungen jährlich. Das Feedback der Kinder und Eltern zeigt: Die Botschaft kommt an.

Zur Steigerung des Effekts hofft Andreas Lück auf viele Mitstreiter aus der Region. „Wir sind meines Wissens nach der erste Markt in der Region Oberhavel, der komplett auf die Knotenbeutel verzichtet“. Dass das für ihn auch höhere Kosten bedeutet, nimmt er in Kauf. „Die Papiertüten kosten etwa 35 Euro in der Woche mehr als die Plastiktüten“. Das macht in der Summe knapp 1700 Euro jährlich, die es Andreas Lück aber wert sind, auch wenn die Umsätze auf Grund der gesperrten Dropebrücke aktuell um etwa 10 Prozent gefallen sind.“Aber wir wollen gar nicht darüber schimpfen und freuen uns einfach darauf, dass sie bald wieder offen ist“. Seiner Meinung nach steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz in der Bevölkerung an. „Klimaschutz liegt auch unter den Bürgerinnen und Bürgern im Trend“, sagt er. 192 000 Plastiktüten werden ab sofort im Markt jährlich eingespart. “Ein guter Anfang“, wie Kaufmann Andreas Lück findet.

Von Stefanie Fechner

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